Zukunftsdemo

Zukunftsdemo

Wem gehört die Zukunft?

Heute demonstrierten in Gelsenkirchen und Essen etwa 500 Menschen - zum allergrößten Teil Besucherinnen und Besucher des Pfingstjugendtreffens in Gelsenkirchen, bei der Zukunftsdemo für eine Perspektive aus dem Krisenchaos des Kapitalismus.

Von fu
Wem gehört die Zukunft?
Fronttransparent der Zukunftsdemo (Foto: RF)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aus allen Altersgruppen - vor allem Jugendliche bestimmten das Bild. Ganz zu Anfang wiesen Anna Schmitt vom Jugendverband REBELL und Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, darauf hin, dass es bei dem wunderschönen, aber eben auch heißen Wetter wichtig ist, genug zu trinken und sich nicht ungeschützt der Sonne auszusetzen; Wasser besorgten sie gerade in ausreichender Menge, sodass sich jeder nochmal versorgen konnte. Das war nur eine kleine Sache, aber eben ein Ausdruck gegenseitiger Fürsorge als gelebter Praxis. Die Zukunft lässt sich schließlich nur gemeinsam erkämpfen, also geben wir auf einander Acht!

 

Die Auftaktkundgebung begann mit dem antifaschistischen Lied "Bella Ciao", eine passende Einstimmung in einer Zeit wachsender faschistischer Gefahr. Als erster sprach Jan Specht vom Personenwahlbündnis AUF Gelsenkirchen und begrüßte die Teilnehmer in der "Aufsteigerstadt". In  Gelsenkirchen gab es hohe Wahlergebnisse für die AfD, aber sie ist vor allen Dingen eine Arbeiterstadt: "Unter Tage sind alle schwarz", hieß es früher im Bergwerk. Hier kümmert man sich umeinander. Passend dazu erklang das "Steigerlied" und dann setzte sich die Demonstration in Bewegung:

 

Nach dem Leittransparent folgte der Fahnenblock der beteiligten Organisationen wie des Jugendverbands REBELL, der Jugendorganisation Young Struggle, der Neuen Friedensbewegung, des Rode Morgen aus den Niederlanden, der MLPD,  der Umweltgewerkschaft und des Frauenverbands Courage. Bunte, lebendige Demoblöcke folgten. Der längste von REBELL und Rotfüchsen. Dann der Arbeiterblock,  verschiedene überparteiliche kommunalpolitische Personenwahlbündnisse, ein großer Courage-Block in violett, die Palästina-Solidarität mit einer mehrere Meter langen Palästina-Flagge und zum Abschluss die Umweltgewerkschaft.

 

Die Bergarbeiterkoordinierung machte die besondere Verantwortung der Bergleute in aller Welt im Kampf um die Zukunft deutlich. Rohstoffe werden überall gebraucht - "Noch ist nicht Schicht im Schacht!" Ein junger REBELL setzte sich für starke Gewerkschaften ein, weil die Menschen schuften, und das Geld am Ende des Monats doch nicht reicht. Dann sprach eine Gewerkschafterin von Audi Neckersulm, rief zur Geschlossenheit im Kampf gegen die neue Wehrpflicht an. Ein anderer Gewerkschafter von "Offensiv" bei Opel Bochum berichtete von den erfolgreichen Betriebsratswahlen, bei denen sie einige Sitze dazu gewonnen haben mit einer klassenkämpferischen Richtung. Das zeigt auch, dass immer mehr Arbeiter mit dem Antikommunismus fertig werden.

 

Immer wieder wurde gesungen und wurden Parolen gerufen, so wie: "Jugend, Zukunft, Sozialismus!" Und laufend erklärten die Moderatoren zwischen den verschiedenen Beiträgen den Anwohnern, wer hier warum demonstriert. Das stieß auf großes Interesse.

 

Am Rand der Demo wurden hunderte Anwohner persönlich angesprochen und viele sagten spontan zu, die Tage beim Pfingstjugendtrefen vorbezukommen. Besonders das kostenlose Kinderfest war ein Renner, aber auch dass es klar gegen Faschismus und Krieg geht.

 

Bei der allerdings etwas abgelegenen Zwischenkundgebung mitten im Wohngebiet im Essener Norden kamen die Menschen auf ihre Balkone und hörten zu. Ein Pärchen, das schon geplant hatte, zum Pfingstjugendtreffen zu kommen, freute sich, in dieser Art und Weise zu Hause "abgeholt" zu werden. Er: "Ich bin Kurde. Euer Lied "Kobane" macht mir Gänsehaut." 

 

Auf der Zwischenkundgebung sprach zuerst eine Vertreterin des Frauenverbands Courage und dann Lisa Gärtner für die MLPD. Sie nahm Bezug auf die Feiern zum Grundgesetz, die nun überall stattfänden, aber das Grundgesetz der Bundesrepublik sei schlicht der Kapitalismus. Und um mit der ganzen Ausbeutung Schluss zu machen, brauche man den Sozialismus!

 

Ein Mitarbeiter der Mediengruppe Neuer Weg: Um die Krisen bekämpfen zu können, müssen wir verstehen, wo sie herkommen - und dafür braucht es Literatur wie den REVOLUTIONÄREN WEG, der beim Verlag der Mediengruppe vertrieben wird. Auch der palästinensische Befreiungskampf ist Teil des Kampfs um die Zukunft: In Gaza sei die Lage schlimm, die medizinische Versorgung völlig zusammengebrochen - um so wichtiger also, sich für den Wiederaufbau des Al-Awda-Krankenhauses einzusetzen!

 

Die Redebeiträge waren zu zahlreich, um sie alle wiederzugeben, aber ihnen gemein war ein kampflustiger, positiver Blick nach vorne. So kam die Demo gegen 13 Uhr wieder singend und Parolen rufend am Revierpark Nienhausen an. Die Zukunft gehört dem, der sie sich erkämpft!