Szeged

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Tod eines Bauarbeiters in Ungarn wirft ein Licht auf unmenschliche Zustände beim chinesischen Autokonzern BYD

Am 14. Februar ist ein Bauarbeiter bei Lade- und Kranarbeiten auf der Baustelle des chinesischen Autoherstellers BYD in Ungarn tödlich verletzt worden.

Von wb

Jetzt kommt immer mehr ans Licht der Öffentlichkeit: BYD verstoße in Szeged massiv gegen geltendes Arbeitsrecht in Ungarn, das unter dem Faschisten Victor Orban ohnehin schon am Minimum liegt.

 

„Die Missstände kamen ans Licht, nachdem die New Yorker Organisation für Arbeitsrechte, 'Chinese Labor Watch' (CLW), Dutzende Bauarbeiter interviewt hatte. Demnach rekrutieren Subunternehmen gezielt Menschen aus armen Regionen Chinas und verlangen dafür eine Vermittlungsgebühr zwischen 1000 und 2500 Euro. Die Bezahlung sei so schlecht, dass viele Betroffene jeden Tag und länger als vorgesehen arbeiten würden, um ihre Schulden zu begleichen. In sechs völlig überfüllten Containerkomplexen sollen demnach jeweils rund 450 Menschen auf engstem Raum hausen. Viele von ihnen seien zudem ohne gültiges Arbeitsvisum beschäftigt und damit der Situation ausgeliefert.“

 

Deshalb kam die Europäische Kommission nicht umhin, Untersuchungen zu dem Tod des Bauarbeiters und den Hintergründen aufzunehmen. Für Orban gehört das ungarische Werk von BYD, als erster Produktionsstandort in Europa, zu einem Vorzeigeprojekt. Sein Nachfolger Peter Magyar hat sich noch nicht zu den Vorgängen in Szeged geäußert. „Allerdings hat er schon kurz nach seiner Wahl angekündigt, eine weitere Baustelle des chinesischen Batterieherstellers CATL zu überprüfen. In östlichen Debrecen sorgt die bevorstehende Eröffnung für massiven Unmut: Eine wichtige Bahnlinie, die das Areal durchquerte, wurde kurzerhand stillgelegt.“ (1)

 

Offensichtlich ist Ungarn unter Orban ein Ausbeutungs- und Profitparadies, weshalb auch der Mercedes-Chef in seinem Werk Keskemet 100.000 Fahrzeuge jährlich mehr produzieren und dahin verlagern will. Das hat sich bis zu BYD herumgesprochen, was für „Build your dreams“ steht (Baue oder gestalte deine Träume); für BYD die Erfüllung des Traums zur Profitmaximierung und Ausbau der Weltmarktführung bei Elektroautos.

 

Das muss jedem Automobilbeschäftigten zu denken geben, der die AfD wählt. So zeigt sich deren Chefin Alice Weidel auf ihrem Profilbild auf der Plattform X mit Orban, den sie geradezu anhimmelt. Bei einem Besuch in Ungarn 2025 sagte sie: "Wir werden dem Pfad von Ungarn, unserem großen Vorbild, folgen". Wo dieser Pfad hinführt, zeigt Orban's Ausbeuterparadies Ungarn, das für die Arbeiter die Hölle bedeuten kann.