Pfingstjugendtreffen
Solidarisch-streitbare Podiumsdiskussion "Nein zur Wehrpflicht": "Mehr davon!"
Bei der Podiumsdiskussion auf dem 22. internationalen Pfingstjugendtreffen ging es um den Kampf gegen die Wehrpflicht. Sie wurde moderiert von Alex aus Berlin.
Es saßen auf dem Podium:
- Daniel von der Internationalen Jugend
- Natalie Davekh von Mera 25
- Jens Siebers von der Koordinierung der Neuen Friedensbewegung
- Anna Schmit, Vorsitzende des Jugendverbandes REBELL
- Behzat Kizil, Ex-Bezirksabgeordneter der Linkspartei in Gelsenkirchen-Mitte
- Paul Prisjasnyf, Vorsitzender des Jugendrats Gelsenkirchen.
Alle Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich klar gegen diese Wehrpflicht ausgesprochen und sie als Bestandteil des Kriegskurses abgelehnt. Natalie von Mera 25 machte den Anfang: "Deutschland hat den moralischen Kompass verloren. Wenn das Geld stimmt, ist es egal, Kinder zu ermorden. In dieser Welt will ich nicht leben."
Daniel von der Internationalen Jugend erklärte, dass die Arbeiterjugend nicht für andere in den Krieg ziehen will, er begrüßte die Schulstreikbewegung, wies zugleich darauf hin, dass eine individuelle Antwort auf ein gesellschaftliches Problem nicht reicht. Die Lösung sieht er im Sozialismus.
Behzat Kizil berichtet, dass er vor Jahren der Bundeswehr-Propaganda aufgesessen war und sich verpflichten wollte, was aber an gesundheitlichen Problemen scheiterte. Heute sieht er: Die Herrschenden zetteln Kriege an, arme Menschen sterben ... Wir müssen bereit sein zu kämpfen, die Faschisten sind es auch.
Jens Siebers plädierte vor allem für die Einheit von antifaschistischer Bewegung und Friedenskampf mit Arbeiterkämpfen sowie dem Kampf gegen die Repression. Am 4. Juli sollten sich auch Friedenskämpfer an den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt beteiligen, sagte er.
Anna Schmit betonte zunächst, dass sie gegen diese Wehrpflicht ist, weil sie Teil der imperialistischen Weltkriegsvorbereitung ist. Zugleich kann man mit dem kleinbürgerlichen Pazifismus nicht Kriege aus der Welt schaffen. Sie begrüßte die entstehende sozialistische Jugendbewegung. Der Losung "Nie wieder Krieg" aus einem Flyer der Internationalen Jugend stellte sie Mao Zedong entgegen: "Man kann den Krieg nur durch den Krieg abschaffen."
Paul, selbst Schülersprecher, fragte: "Wenn dieses Land für Schulen und Wohnungen kein Geld hat, sollen wir dann in der Kaserne wohnen oder im Grab?"
In der Diskussion kamen aus dem Publikum viele Beiträge aus Betrieben, die unter anderem über die zunehmende Umstellung auf Kriegswirtschaft berichtetet und wie sich dagegen der Widerstand der Arbeiterinnen und Arbeiter entwickelt.
Ein Lehrer berichtete von Kolleginnen und Kollegen, die erst mal neutral bleiben wollten und er antwortete: Schnauze halten ist nicht neutral! In diesem Sinne meinte Natalie von Mera 25 zu den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Seid unbequem!