Mercedes-Chef ist offen für den Ausbau der Rüstungsproduktion

Mercedes-Chef ist offen für den Ausbau der Rüstungsproduktion

„Rollen bald Panzer mit Mercedes-Stern vom Band?“

„Rollen bald Panzer mit Mercedes-Stern vom Band?“, fragt die Bild-Zeitung vom 16. Mai. Sie bezieht sich auf ein Interview mit Mercedes-Chef Ola Källenius in der Finanzzeitung Wall Street Journal, in dem er sich offen für einen Ausbau des Rüstungsgeschäfts zeigt.

Von wb
„Rollen bald Panzer mit Mercedes-Stern vom Band?“
(foto: Enslin (CC BY-SA 3.0))

Das will er scheinbar nur als Dienst für die Verteidigung Europas, wo angeblich Demokratie und Freiheit herrschen. „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.“ Welche Freiheit Källenius meint, macht er dann aber auch klar, wenn er sagt: Dies müsse aber „wirtschaftlich sinnvoll“ sein; sprich: die Freiheit für die Erzielung von staatlich garantierten Maximalprofiten.¹


Als erster Verkäufer seines Konzerns preist er der Bundesregierung und dem Verteidigungsministerium als Auftraggeber die Vorzüge von Mercedes an: „Was Automobilhersteller außerordentlich gut können – und wir sind gut darin – ist die Herstellung hochwertiger Präzisionsmaschinen in größeren Stückzahlen.“


Das gleicht der Werbung und Rolle von Daimler für die Kriegsproduktion im Hitler-Faschismus. Und das rechnete sich für den Konzern: So stieg der Umsatz im Jahr 1932 von 65 Millionen Reichsmark auf 945 Millionen Reichsmark im Jahr 1944. „Die Produktion von Rüstungsgütern war eine ‚Lizenz zum Gelddrucken‘.“²


Und daran will auch Mercedes-Benz wieder anknüpfen; zumal sich VW und andere Monopole bereits für den Einstieg bzw. Ausbau der Kriegsproduktion entschieden haben. Nicht vergessen sollte man dabei, dass der Daimler-Benz-Konzern bereits 1998 von der „Friedenskooperative“ als Nummer 1 von Deutschlands Waffenexporteuren angeprangert wurde: „Wie kein anderes Unternehmen exportiert die Daimler-Benz Aerospace (Dasa) Waffen, Rüstungs- und (zivil wie militärisch einsetzbare) Dual-Use-Güter – auch an menschenrechtsverletzende Regime in Indonesien, der Türkei oder dem Sudan.“³ Und man sollte auch nicht vergessen, dass aktuell die G-Klasse in einer „kriegstauglichen“ Version produziert wird.

 

Natürlich verkauft auch der heutige Mercedes-Vorstand die Produktion seiner „Präzisionsmaschinen“ zum Töten und Zerstören als Sicherung der Arbeitsplätze und Zukunft der Standorte. So für das Werk Ludwigsfelde mit seinen 2000 Beschäftigten, die Sprinter-Transporter bauen. Doch 2030 soll Schluss sein, wenn es nach dem Vorstand geht. Dann soll die Verlagerung der Produktion ins polnische Jawor abgeschlossen sein. Denn dort winken für Mercedes Maximalprofite, weil das Lohnniveau in Polen niedriger und staatliche Subventionen höher sind.

 

Vor diesem Hintergrund sollen Verhandlungen von Mercedes-Benz und KNDS zu einer möglichen Panzerproduktion in Ludwigsfelde laufen. (KNDS ist ein deutsch-französischer Rüstungskonzern, der aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann und des staatlichen französischen Rüstungsunternehmens Nexter hervorging.)

 

Soll also das Mercedes-Werk Ludwigsfelde erneut auf Kriegsproduktion umgestellt werden? Erneut deshalb, weil die Hitler-Faschisten 1935 der Daimler-Benz AG ebenfalls den Auftrag zur Produktion von Flugzeugen für die Luftwaffe an diesem Standort erteilten. Natürlich eine komplizierte Frage für die Kolleginnen und Kollegen, die um ihre Arbeitsplätze und ihre Existenz bangen. Doch Arbeiter wollen nicht auf Arbeiter schießen!

Als Alternative schlägt die MLPD vor, jetzt den Kampf um jeden Arbeitsplatz vorzubereiten und zu organisieren, mit den Forderungen:

  • Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Ersatzarbeitsplätze in der Produktion von Gütern des Umweltschutzes.