Auswertung des 1. Mai
Offener Brief an den DGB-Vorstand in Hagen und die demokratische Öffentlichkeit
Die MLPD Hagen wendet sich mit einem Offenen Brief an den DGB-Vorstand in Hagen, den Bundes-, Landes- und Bezirksvorstand des DGB und die demokratische Öffentlichkeit.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es sind hier einige Dinge richtigzustellen und zu klären, die über den 1. Mai hinaus Bedeutung haben. Die Regierung und die großen Konzerne haben einen Generalangriff auf Arbeitsplätze und die soziale Lage der werktätigen Bevölkerung begonnen. Immer dreister geht die AfD in die Offensive, um ihr modernes faschistisches Gedankengut unter die Leute zu bringen. Wir stehen einer bisher nicht gekannten Militarisierung und einer wachsenden Gefahr eines Weltkriegs gegenüber.
In so einer Zeit ist es kein Wunder, dass auch die Kapitalismuskritik massenhaft zunimmt und nach gesellschaftlichen Perspektiven gesucht wird. In fast allen Städten Deutschlands gab es am 1. Mai einen Schulterschluss von „Religion bis Revolution“ auf antifaschistischer Grundlage. Info-Stände der MLPD waren dabei selbstverständlicher Bestandteil. Der DGB insgesamt berichtet von einer wachsenden Teilnehmerzahl am 1. Mai. Anders in Hagen.
Wir protestieren entschieden gegen das undemokratische Vorgehen des Hagener DGB-Vorstandes, den Stand der MLPD sowie den des Frauenverband Courage am 1. Mai mit Hilfe der Polizei abzuräumen. Dies stieß bei einer großen Anzahl von Teilnehmern auf ein großes Unverständnis, während erstmals CDU und SPD am 1. Mai offizielle Stände hatten. Ebenso kritisierten viele den Ausschluss der Essensstände und der Kultur der Migrantenorganisationen und -vereine, die - wie wir - jahrzehntelang den 1. Mai in Hagen mit geprägt haben. In ihren Ländern stehen sie oftmals für den Kampf gegen ultrareaktionäre, faschistische Regierungen, für demokratische und Arbeiterrechte. Es ist schon sehr fragwürdig, wenn DGB-Organisationssekretär Clemens Bien ihre Kultur als „Multikulti“, die man nicht haben will, beschimpft. Sind sie dem DGB-Vorstand zu links? Wen wundert es, dass viele davon dem 1. Mai fern bleiben. (1)
Der Vorstand des DGB in Hagen hat es so geschafft, den 1. Mai von vormals tausenden Teilnehmern zu dezimieren. So kann und darf es nicht weitergehen. Wir erwarten, dass dieser Vorgang aufgearbeitet wird und dass das schon mehrfach angekündigte, gemeinsame, klärende Gespräch zwischen der MLPD und dem DGB stattfindet. Die MLPD ist schon immer für starke Gewerkschaften eingetreten. Der größte Teil unserer Mitglieder ist selbst Gewerkschafter. Die Stärke der Gewerkschaft besteht in der Einheit von Christen, Sozialdemokraten und Kommunisten über weltanschauliche Grenzen hinweg, auf antifaschistischer Grundlage.
Wir erwarten eine Antwort.
Mit kollegialen Grüßen
MLPD Hagen
Renate Höhne