Veranstaltung in Düsseldorf
Nein zur Kriegswirtschaft! Wir geben unsere Kinder nicht für eure Kriege!
Diese Losung beschlossen 200 IGM-Vertrauensleute bei Ford Köln einmütig in einer wegweisenden Resolution am 20. Januar 2026. Ermutigt von dieser Initiative riefen in Düsseldorf das Kulturhaus zakk, die Bewegung „Mission verweigern!“ sowie die Düsseldorfer Trägergruppe „Automobilarbeiter and Friends“ der internationalen Automobilarbeiterkonferenz zu einer Veranstaltung.
Rund 40 Teilnehmer kamen zusammen. Sie verfolgten mit großem Interesse die Berichte der Kolleginnen und Kollegen von Ford, die deutlich machten, dass sich mit dem Übergang zu offenen Massenentlassungen bei Ford die Denkweise der Kolleginnen und Kollegen zu verändern beginnt. Wenn die Einschläge so nah kommen, ganze Familienexistenzen infrage gestellt werden, dann machen sie sich tiefergehende Gedanken über einen Ausweg aus dem kapitalistischen Krisenchaos.
Bei Mercedes-Benz und Daimler entfaltet sich die Diskussion über die Schein-„Alternative“ eines Ausbaus der Rüstungsproduktion, wogegen die anwesenden Arbeiter die Schlüsselrolle von Daimler-Benz im Ersten und Zweiten Weltkrieg anführten. Diese Geschichte verpflichtet zu antimilitaristischem Kampf! An der ganzen Bandbreite wurde diskutiert, warum wir jetzt die Gewerkschaften zu Kampforganisationen in der Praxis machen müssen, was mit einschließt, sie gegen eine überspitzte Kritik als „gelbe Gewerkschaften“ (Scheingewerkschaften/Unternehmergewerkschaften) zu verteidigen.
Um aber gegen den begonnenen Generalangriff auf die Werktätigen und breiten Massen gesamtgesellschaftlich Einfluss zu nehmen, müssen selbständige Kämpfe und Streiks mutig erlernt werden. Diese Kämpfe um die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen müssen politischen Charakter gewinnen – es geht um ein vollständiges, allseitiges und gesetzlich verankertes Streikrecht. Das umso mehr, weil der moderne Faschismus der AfD nicht alleine über Wahlen aufgehalten werden kann, angesichts der raffinierten Manipulation der öffentlichen Meinung.
Die Kolleginnen und Kollegen von Ford und Mercedes-Benz Düsseldorf riefen alle dazu auf, gerade jetzt Jugendliche dafür zu werben, eine Ausbildung in den großen Industriebetrieben zu machen, um an der Hauptkampflinie diese wichtige Kleinarbeit zu erlernen. Von der Gewinnung der entscheidenden Mehrheit des Industrieproletariats hängt maßgeblich ab, ob sich ein gesellschaftsverändernder Kampf bahn bricht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer - unter anderem von der MLPD, Linkspartei, Seered, Revolutionärer Jugendbund - betonten, dass wir über die verschiedene politische Historie jedes Einzelnen hier hinaus gehen und uns viel mehr zusammenschließen und gemeinsam kämpfen müssen: Dass wir das jetzt lernen müssen. Dabei wurde auch kritisch die Spaltung der Schülerproteste gegen die Wehrpflicht in Düsseldorf diskutiert. Es wurde betont, dass wir als Arbeiter genauso verpflichtet sind, die Schul-“Streiks“ gegen die Wehrpflicht zu unterstützen, wie sich die Rebellion der Jugend mit dem Kampf in den Betrieben und Gewerkschaften verbinden muss. Der ganze Abend, die Diskussions- und Streitkultur, war so mobilisierend und erhebend, dass alle Teilnehmer nicht nur versprachen, in Zukunft enger zusammenzuarbeiten, beispielsweise zum 1. Mai, sondern sich direkt im Anschluss die zwei Schul-„Streik“-Initiativen zusammensetzten, um die Spaltung zu überwinden. Das unterstrich den solidarischen Geist der Veranstaltung.
Nicht zuletzt strahlte auch der proletarische Internationalismus der Automobilarbeiterkonferenz von Pune/Indien bis hierher: Es wurden 10 Dokumentationen der erfolgreichen Konferenz verkauft.