Rote-Fahne-Interview Mai 2026 mit Gabi Fechtner
„Ein vorrevolutionärer Gärungsprozess ist im Gange“
Die Rote-Fahne-Redaktion hat mit der MLPD-Vorsitzenden Gabi Fechtner ein aktuelles Interview geführt. Es trägt die Überschrift: „Ein vorrevolutionärer Gärungsprozess ist im Gange“ und wird im Rote-Fahne-Magazin 12/26 abgedruckt. Hier vorab auf Rote Fahne News.
Rote Fahne: Es fehlte in den letzten Jahren nicht an Versprechen der Herrschenden, sich um die Verbesserung der Weltlage zu bemühen. Warum bleibt jeder Erfolg aus?
Gabi Fechtner: Die bisherige Weltordnung gerät aus den Fugen. Statt Lösungen bringen die kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten verheerende Verwerfungen hervor. Mit dem Ukraine-Krieg brach eine offene Weltkrise aus. Sie hat sowohl das Potential, die gesamte Menschheit in den Abgrund zu reißen als auch revolutionäre Veränderungen hervorzubringen. Die Destabilisierung des imperialistischen Weltsystems hat seither eine neue Qualität erreicht. Es ist genau so gekommen, wie wir nach der Bundestagswahl 2025 vorhergesagt haben: Die Herrschenden mitsamt der Merz-Söder-Klingbeil-Regierung werden an den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus scheitern. Fast alle imperialistischen Länder sind mittlerweile direkt oder indirekt in Kriegshandlungen in verschiedenen Regionen der Welt verwickelt. Alle bereiten einen Dritten Weltkrieg vor. Immer deutlicher wird, dass Faschismus und Krieg siamesische Zwillinge sind. Der Faschismus wird in immer mehr imperialistischen Ländern von wachsenden Teilen des internationalen Finanzkapitals als geeignete Herrschaftsform bevorzugt. Die imperialistischen Kriege werden immer mehr mit einer faschistischen Kriegsführung geführt.
Rote Fahne: Eine ganz schön düstere Weltlage!
Gabi Fechtner: Es gibt aber unverkennbar vorwärtsweisende Entwicklungen im Bewusstsein der Massen. 2026 beteiligten sich weltweit von Januar bis März mindestens 358 Millionen an Arbeiter- und Volkskämpfen, davon 344 Millionen an Arbeiterkämpfen und Streiks. [1] Bemerkenswert in Europa war der international koordinierte politische Hafenarbeiter-Streik am 06.02.26 in 21 Häfen in sechs europäischen Ländern. Die Beteiligung an Arbeiter- und Volkskämpfen in Deutschland war 2024 mit Abstand am höchsten in der Nachkriegsgeschichte und blieb seither auf sehr hohem Niveau. In den letzten drei Jahren beteiligten sich hier 16,7 Millionen Menschen an Arbeiter- und Volkskämpfen[2]. Auffällig ist, dass sich das Bewusstsein und die Kämpfe an der ganzen Bandbreite entwickeln: an den Arbeitsbedingungen, gegen Entlassungen und Ausbeutung, Lohnfragen, im Kampf gegen Faschismus und Krieg, zunehmend wieder an der Umweltfrage und in der Frauen- und Jugendbewegung sowie weiteren Bewegungen des aktiven Volkswiderstands, um demokratische Rechte und Freiheiten und gegen die massive Umverteilung des Staatshaushalts zulasten der breiten Massen und zugunsten der Monopole.
Rote Fahne: Wohin geht diese Entwicklung unter den Massen, wagst du eine Prognose?
Gabi Fechtner: Es hat sich ein weltweiter vorrevolutionärer Gärungsprozess entwickelt. Wie seit Jahrzehnten nicht mehr wenden sich die Massen vom herrschenden kapitalistischen und imperialistischen System und seinen herkömmlichen bürgerlichen Parteien ab und suchen nach gesellschaftlichen Alternativen. Das ist noch keine revolutionäre Gärung, aber die Entwicklungsrichtung geht eindeutig dorthin. Alte Parteibindungen lösen sich auf und Lebenslügen des Kapitalismus verlieren nachhaltig an Wirkung. Die Kapitalismuskritik hat weite Teile der Gesellschaft erfasst.
Wir haben zugleich eine ausgeprägte gesellschaftliche Polarisierung. Auch das ist ein Merkmal einer vorrevolutionären Gärung. Während Faschisten weltweit einen nicht zu unterschätzenden Teil der Massen für sich gewinnen können, ist aber doch die hauptsächliche neue Entwicklung, dass sich Millionen gegen Faschismus, Krieg, Umweltzerstörung und Ausbeutung formieren. Vor allem der Antikommunismus hat deutlich an Einfluss eingebüßt. Das macht den Weg frei für die gesellschaftliche Alternative des echten Sozialismus.
In den Industriebetrieben und Gewerkschaften entsteht eine Front gegen die Faschisten und die Kriegswirtschaft. Die Massen entwickeln wieder ein antiimperialistisches und antifaschistisches Bewusstsein. In die Zukunft weist, dass wieder eine sozialistische Jugendbewegung entsteht. Auch ist ein neues Phänomen wie die Zwischenschichten in Bewegung geraten, zum Beispiel Künstler, die sich mutig für den palästinensischen Befreiungskampf äußern oder gegen rechte Kulturkrieger wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auftreten. Die technische Intelligenz in den Betrieben beteiligt sich immer öfter an Arbeiterkämpfen. Argumente, Forderungen oder Begriffe des Marxismus-Leninismus, die die MLPD und andere Revolutionäre jahrzehntelang oft allein prägten, werden immer mehr aufgegriffen. So der klassenmäßige Begriff „Faschismus“ statt dessen Verharmlosung als „Rechtspopulismus“, weiter die Begriffe Kapitalismus, »Imperialismus« und jetzt vermehrt auch »Arbeiterklasse« und »Sozialismus«. Nicht zuletzt beginnt sich die lange verbreitete Organisationsfeindlichkeit aufzulösen. Kurzum: Die Massen können und wollen nicht mehr so leben wie bisher. Ihre Denkweise beginnt sich zu wandeln.
Die Herrschenden wiederum haben zunehmend Probleme, ihre Vorhaben durchzubekommen. Die deutsche Bundesregierung verschob ihren „Herbst der Reformen“ erst auf den Winter, dann auf den Frühling und jetzt in den Sommer. Sie wissen genau, dass bei diesen Vorhaben „die Hütte brennt“, wie die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner im Vorfeld des 1. Mai warnte und Proteste dagegen ankündigte [3]. Die Faschistin Georgia Meloni ist mit ihrer Justizreform in Italien gescheitert, Viktor Orban in Ungarn wurde abgewählt und US-Präsident Donald Trump ist in den USA so unbeliebt wie noch nie. Sein Umbau der USA zum Faschismus geriet nicht zuletzt wegen der Massenproteste und -streiks in die Krise. Auch internationale Institutionen wie die NATO befinden sich in einer offenen Krise. Zusammengefasst: Die Herrschenden können nicht mehr in der alten Weise regieren. Diese Veränderungen sind bemerkenswert und erfordern unsere volle Aufmerksamkeit und Selbstveränderung.
Rote Fahne: Ist „vorrevolutionär“ nicht übertrieben?
Gabi Fechtner: Das Ganze ist als ein sehr komplexer Übergangsprozess zu verstehen. Häufig entwickelt sich das Bewusstsein noch unter der Oberfläche, und manchmal ist überraschend, an welchen konkreten Anlässen es sich Bahn bricht. Verschiedene Entwicklungen gehen bereits über die Kennzeichnung der Merkmale für die erste Etappe im Klassenkampf hinaus. Das Buch »Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution« qualifizierte bereits treffend: „Auch schon am Ende der Etappe der nichtrevolutionären Situation treten vereinzelt »jähe Umschwünge, rasche Wendungen, unerwartete Situationen, heftige Explosionen« auf. Es sind Anzeichen, dass der Übergang zur revolutionären Gärung bereits objektiv vorbereitet ist.“ [4]
Massenkämpfe und Vertrauenskrisen machen den Imperialisten bereits das Leben schwer. Der Übergang in eine revolutionäre Krise wiederum ist daran gebunden, dass die entscheidende Mehrheit der Arbeiterklasse nachhaltig mit der kleinbürgerlichen Denkweise fertig wird. Vor allem sind die kleinbürgerlich-antikommunistische, die kleinbürgerlich-faschistische und immer noch die kleinbürgerlich-reformistische Denkweise die wesentlichen Hemmnisse. Natürlich gibt es keine absolut ausweglose Lage für die Herrschenden, aber es ist kaum vorstellbar, wie sie die tiefe Krise wieder nachhaltig bereinigen könnten.
In einer solchen Umbruchphase mobilisieren die Akteure beider Seiten ihre Kräfte. In neuem Maße pushen Teile der Monopole und der Medien die AfD als Alternative und vermeintlich richtige Adresse für Unmut. Wenn sich alte Vorstellungen in den Köpfen der Massen auflösen, dann entsteht kein Vakuum. Die Offenheit und Suche nach grundsätzlichen Lösungen geht zunächst einher mit der Beeinflussung aller möglichen Spielarten der kleinbürgerlichen Denkweise. Es herrscht sogar teils eine regelrechte Verwirrung, und fortschrittliche Ideen gehen oftmals mit reaktionären in ein und demselben Kopf einher. Aber diese gesellschaftlich erzeugte Verwirrung beginnt sich spürbar aufzulösen. Um das systematisch voranzutreiben, gewinnt die Lehre von der Denkweise als Wissenschaft erheblich an Bedeutung.
Rote Fahne: Wie kann man eine solche Situation nutzen?
Gabi Fechtner: Die MLPD ist gut aufgestellt und entschlossen, die gesamtgesellschaftliche Rolle, die sie sich erkämpft hat, auszubauen. Unsere Genossinnen und Genossen kommen in Betrieben, Gewerkschaften, in der antifaschistischen Bewegung, im Friedenskampf und weiteren gesellschaftlichen Feldern wie der Solidaritätsbewegung mit Palästina immer mehr in eine anerkannte Führungsrolle. Aber man muss auch klar sagen, dass wir auf die neue Situation noch nicht allseitig eingestellt sind. Einen gesamtgesellschaftlichen Masseneinfluss muss sich die MLPD erst noch erkämpfen. Das erfordert eine höhere Organisiertheit sowohl der marxistisch-leninistischen Partei, aber auch der überparteilichen Selbstorganisationen der Massen. Wir müssen insbesondere noch mehr Mitglieder aus dem internationalen Industrieproletariat, unter den Frauen und vor allem der Jugend gewinnen. Entscheidend ist jetzt, ob es den Marxisten-Leninisten weltweit gelingt, die Bewusstseinsbildung und die Organisierung und Kampffähigkeit der Arbeiterklasse und der Volksmassen voranzutreiben. Eine Wirkung der Anbetung der Spontaneität trägt dazu bei, dass die marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt in der Regel noch nicht so stark sind, die Entwicklung nachhaltig zu beeinflussen. Auch bei uns wird oft noch viel herumgewirbelt, zu eng und kurzfristig geplant. Letztlich ist dann zu wenig Kapazität da, um konzentriert an der Bewusstseinsbildung und Organisierung der Leute zu arbeiten. Man muss sich klarmachen: Wenn die Spontaneität in den Kämpfen anwächst, besteht die Gefahr, dass auch die Anbetung der Spontaneität wächst! Darauf muss bewusst die Selbstkontrolle ausgerichtet werden. Vor allem ist das eine Anforderung an die Qualität unserer Arbeit. Ein grober Überblick ergab, dass es in Deutschland etwa 200 Lesezirkel zu Marx oder Lenin gibt. Aber bei uns sind die Studiengruppen eher zurückgegangen. Immer mehr Jugendliche wenden sich gleichzeitig an uns, dass sie sich Grundkurse zum Marxismus-Leninismus oder Diskussionen zum Sozialismus wünschen. Diesem Bedürfnis müssen wir gerecht werden.
Rote Fahne: Vor wenigen Jahren wurde überall noch die Globalisierung beschworen, jetzt hört man nur noch „mein Land zuerst“. Was ist da los?
Gabi Fechtner: Als 1990 die Sowjetunion zusammenbrach, die imperialistischen Länder den Weltmarkt unter sich aufteilten und einen relativ einheitlichen Weltmarkt schufen, träumten die Herrschenden vom „Ende der Geschichte“. Doch die Neuorganisation der internationalen Produktion geriet mit dem Ausbruch der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008 in eine offene Krise. Diese vertieft und verschärft sich beschleunigt. Die zwischenimperialistische Vernichtungsschlacht um Rohstoffe, Machtsphären und die Aufteilung von Einflussgebieten verschärft sich. Das ist letztlich die Quelle für den Übergang zu Faschismus, Krieg, sozialer Not und Umweltzerstörung. Einerseits brauchen die Monopole den offenen Weltmarkt und eine führende Stellung, um ihre Maximalprofite zu generieren. Andererseits wird der Weltmarkt immer enger und die Nationalstaaten der immer zahlreicheren imperialistischen Mächte setzen zunehmend auf Protektionismus, um die Interessen ihrer Monopole durchzusetzen. Dieser Widerspruch ist unlösbar für die Herrschenden und drängt zum nächsten gesellschaftlichen Schritt vorwärts, den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt.
Die 2018 ausgebrochene Weltwirtschafts- und Finanzkrise wurde als zyklische Überproduktionskrise 2025 beendet. Sie hat jedoch tiefgreifende Veränderungen auf der Welt mit sich gebracht. China entwickelt sich weiter zur ökonomischen, politischen und militärischen Supermacht.
In Deutschland stiegen die Auftragseingänge in der Industrie Ende 2025 wieder spürbar, aber die Industrieproduktion liegt im Inland weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenstand. Um das zu verstehen, muss man beachten, dass die Wirtschaftskraft der internationalen Übermonopole nicht voll in die Industrieproduktion „ihres“ Landes einfließt.. Ihr Umsatz und ihre Produktion findet zu einem wachsenden Teil im Ausland statt.
Rote Fahne: Aber wie kann die Weltwirtschafts- und Finanzkrise zu Ende sein, wo an allen Fronten der Wirtschaftsentwicklung Chaos herrscht?
Gabi Fechtner: Das Chaos kommt daher, dass es inzwischen tiefgehende, zum Teil chronische Störungen im Reproduktionsprozess des Kapitals gibt. Das geht viel tiefer als eine »normale« Überproduktionskrise. Es geht dabei vor allem um das Problem, dass das Kapital chronisch überakkumuliert ist, d. h. nicht mehr Maximalprofit bringend angelegt werden kann. Die Unmengen an überschüssigem Kapital fließen zunehmend in die Spekulation und die militärische Aufrüstung. Zu den Verwerfungen zählen auch die drastischen staatlichen Subventionsprogramme, die im internationalen Konkurrenzkampf immer mehr an Bedeutung gewinnen, aber die Staatsverschuldung massiv in die Höhe treiben. Das bereitet noch größere Krisen vor. Sanktionen und Zölle greifen als Waffe in der internationalen Vernichtungsschlacht um sich. Die Wirtschaft wird immer krisenanfälliger durch Umweltkatastrophen, Streiks, eingeschränkte Handelswege, Kriege, Aufstände und Ähnliches. Die Strukturkrise im Zusammenhang mit der Digitalisierung verschärft sich sprunghaft mit der gigantischen Entwicklung von KI. Mit dem Auftreten neuimperialistischer Konkurrenten ist die Monopolpreispolitik der alten Imperialisten in die Krise geraten, was wir besonders an dem Preiskampf auf dem Automarkt sehen.
Rote Fahne: Offenbar wird selbst Friedrich Merz als Wunschkanzler der Monopole mit diesen Entwicklungen nicht fertig.
Gabi Fechtner: Die Monopole machen Druck. BDI-Präsident Peter Leibinger spricht von einer „Fehlleistung“ [5] der Regierung. Er setzt der Regierung die Pistole auf die Brust: „Bis zum Sommer“ [6] soll sie liefern. Kanzler Merz befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits muss er seine Dienstleisterfunktion für die Monopole wahrnehmen, andererseits weiß er genau, dass die Massen diesen Kurs nicht mitmachen werden. Schon jetzt sind 86 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Arbeit der Regierung [7] - das entspricht den Zustimmungswerten der Ampel-Regierung kurz vor ihrem Ende. Das zeugt von einer anhaltenden Vertrauenskrise in die Regierung, die unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel begonnen hat und bis heute anhält bzw. sich sogar verschärft. Es ist nicht ausgemacht, ob die Regierung das Jahr 2026 überstehen wird. Schon gibt es ernsthafte Überlegungen in den Kreisen der Monopole über das Ende der Regierung sowie dazu, die AfD in die Regierung einzubinden. In einer Umfrage der FAZ erklärten mittlerweile 51 Prozent der vertraulich befragten „Wirtschaftselite“, sie seien für Gespräche mit der AfD. Aber sie wissen natürlich auch, dass dann ein Sturm des antifaschistischen Protestes durch das Land fegt. Es ist eine hohe Wachsamkeit gegen die akute faschistische Gefahr notwendig, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen wie in Sachsen-Anhalt.
Rote Fahne: Es scheint ja ein großer „Spardruck“ da zu sein. Überall hört man, dass kein Geld da ist.
Gabi Fechtner: Das ist eine dreiste Propagandalüge der Monopole. In Wahrheit klafft die Schere zwischen dem, was sich die Monopole und der Staat einsacken, und dem, was den breiten Massen zugutekommt, immer weiter auseinander. 2025 flossen 320 Milliarden Euro[8] als direkte staatliche Subventionen in die Taschen der größten Konzerne und Banken in Deutschland. Während die Brutto-Wertschöpfung in Deutschland von 2008 bis 2025 um 74,6 Prozent stieg, wuchsen die Ausgaben für Bürgergeld und ähnliche SGB-II-Leistungen gerade mal um 42 Prozent[9]. Wir müssen den Kapitalismus als Ausbeutersystem entlarven und angreifen! Nicht nur wegen seiner schlimmsten Auswüchse, er ist grundlegend ungerecht! Armut und Elend, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung wachsen unter den Massen weltweit, selbst in den reichsten imperialistischen Ländern. Die Konzerne schwimmen zugleich im Geld und wissen nicht mehr, wohin damit. Die Aufgabe des Staates ist im staatsmonopolistischen Kapitalismus, diese Umverteilung zu organisieren. Deshalb ist es auch eine zur Enttäuschung verdammte Illusion, dass der Staat oder irgendeine Regierung das unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen ändern würde oder könnte. Die Leute müssen die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus und damit seine Untauglichkeit erkennen. Was wäre alles machbar, wenn in den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt diese Reichtümer endlich zum Wohle der Menschheit im Einklang mit der Natur eingesetzt würden?
Rote Fahne: Gerade kam wieder eine Umfrage über die Wahl der AfD unter Arbeitern. Was ist davon zu halten?
Gabi Fechtner: Die AfD hat es tatsächlich geschafft, mit ihrem geschickt verpackten modernen Faschismus die kleinbürgerlich-antikommunistische und kleinbürgerlich-faschistische Denkweise unter einem Teil der Arbeiterklasse zu verankern. Ich bin allerdings sehr vorsichtig mit bürgerlichen Umfragen. Das fängt schon damit an, dass man gar nicht weiß, wer bei den Umfragen zu den Arbeitern gezählt wird. Es wird nicht unterschieden zwischen Beschäftigten im Handwerk und den kleineren Betrieben oder den großen und gewerkschaftlich organisierten Industriebetrieben. Bei den Betriebsratswahlen erhielt die AfD jedenfalls eine Schlappe gemessen an ihrem Ziel, die IG Metall zu übertrumpfen. In vielen Medien war ihre Vorfeldorganisation „Zentrum“ schon als neue Arbeiterorganisation propagiert worden. Aber sie erhöhten ihre Mandate von 13 auf bundesweit gerade mal 22. Eine blamable Niederlage. In Betrieben und Gewerkschaften bildete sich gegen diesen faschistischen Einfluss eine wachsende antifaschistische Aktionseinheit heraus. Dazu hat die MLPD wesentlich beigetragen.
Ich freue mich zugleich, dass klassenkämpferische und der MLPD zugerechnete Kollegen deutlich mehr Mandate erkämpft haben, oft im harten antikommunistischen Gegenwind. In den Industriebetrieben können die Betriebsgruppen der MLPD mit ihrer Kleinarbeit ganz anders persönlich Einfluss nehmen und angesichts des täglichen Klassenkampfs im Betrieb kann die gesamtgesellschaftliche Meinungsmanipulation weniger wirken.
Der Generalangriff der Monopole und ihrer geschäftsführenden Regierung auf die Arbeiter hat bereits begonnen. Die Ausbeutung durch Monopole und Staat wächst teils unerträglich. Seit dem 01.01.2025 wurde die Vernichtung von mindestens 200.000 Industriearbeitsplätzen angekündigt, über 120.000 Kollegen in Industriebetrieben verloren in 2025 ihre Arbeit. Ganze Werke werden zur Disposition gestellt und in größerem Umfang auf Kriegswirtschaft umgestellt. Hier wird einiges in Bewegung geraten und gerade an der Gewerkschaftsbasis wird der Ruf „wir müssen richtig kämpfen“ lauter. Das werden wir mit aller Kraft vorantreiben! Es gilt, das Bewusstsein und alle Initiativen für eine neue Runde für gewerkschaftliche und selbstständige Streiks zu stärken.
Rote Fahne: Wurde die zweitwichtigste Kampflinie gegen Faschismus und Krieg nicht zur Konkurrenz zur Arbeit in den Großbetrieben und Gewerkschaften?
Gabi Fechtner: Im Gegenteil! Gerade die Verbindung der ökonomischen Fragen mit dem Kampf gegen Faschismus und Krieg hat zu den größten Fortschritten geführt. Einige dieser Betriebe werden selbst von Faschisten geführt wie Tesla von Elon Musk oder wenden faschistoide Führungsmethoden an. Der Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen ist untrennbar mit dem Kampf um Erhalt und Erweiterung demokratischer Rechte und Freiheiten, gegen Faschismus und Krieg verbunden. Wichtig ist, dass wir nie wirtschaftliche und politische Fragen auseinanderreißen. Ultralinke Abgehobenheit von den ökonomischen und sozialen Anliegen ist genauso falsch wie ökonomistische Nachtrabpolitik.
Rote Fahne: Die globale Umweltkatastrophe scheint nicht mehr so ein weltbewegendes Problem zu sein, wenn man der Berichterstattung in den bürgerlichen Medien folgt?
Gabi Fechtner: Die Medienberichterstattung zur Umwelt- und Klimathematik ging weltweit deutlich zurück, um 38 Prozent verglichen mit dem Höchststand von 2021[10]. Das Umweltbewusstsein der Massen wurde in den letzten Jahren unter einem Trommelfeuer der reaktionären bis faschistischen Kampagnen zeitweise zurückgedrängt. Es wurde aber auch von drängenden Sorgen um Krieg, Faschismus und soziale Fragen überlagert. Das steht im krassen Gegensatz zur Dramatik der Entwicklung. Besonders Faschismus und Krieg haben dazu geführt, dass die globale Umweltkatastrophe sich nicht mehr am Beginn befindet, sondern dramatisch fortschreitet.
Trump hat bereits 252 Umwelt- und Klimaschutzregeln aufgehoben. In diesem Zusammenhang beginnt das Umweltbewusstsein auch wieder verstärkt in Erscheinung zu treten. So gingen in Deutschland am 18.04.26 über 80.000 Menschen gegen die Angriffe auf erneuerbare Energien und gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf die Straße. Bemerkenswert ist, dass sich in der Verarbeitung der Krise der kleinbürgerlichen Umweltbewegung ein Kern der kämpferischen Umweltbewegung herausbildet, der eine wirkliche Gesellschaftsveränderung als Lösung des Umweltproblems fordert. In diesem Sinne unterstützen wir den überparteilichen Internationalen Umweltratschlag vom 23. bis 25 Oktober 2026 in Stuttgart. Wir müssen auch wieder stärker mit unserem Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ punkten, das die Entwicklung exakt prognostiziert, ein treffendes Kampfprogramm entwickelt und die sozialistische Perspektive als einzige Chance nachgewiesen hat, um das Fortschreiten der globalen Umweltkatastrophe so weit wie möglich aufzuhalten.
Rote Fahne: Offenbar waren die Frauenproteste die größten seit Jahren?
Gabi Fechtner: Allein rund um den 8. März herum gingen mindestens 220.000 Menschen auf die Straße: 150.000 am 8. März, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr, 70.000 kurz danach gegen sexistisches digitales Mobbing. Bis auf rückschrittliche Ausnahmen war die antikommunistische Ausgrenzung von revolutionären Frauen meist überwunden. Die Diskussion über die Ursache der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen im Kapitalismus belebt sich. Auch in der Arbeiterbewegung spielen die Frauen, besonders bei Ver.di, eine vorwärtstreibende Rolle. Das Frauenbewusstsein ist auf breiter Front erwacht.
Rote Fahne: Ist die MLPD dazu gut aufgestellt?
Gabi Fechtner: Einerseits sind wir ausgezeichnet aufgestellt: Wir haben eine exzellente frauenpolitische Linie, insbesondere mit dem Buch „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau“, und viele erfahrene und anerkannte Repräsentantinnen in der Frauenbewegung. Die MLPD und überparteiliche Frauenorganisationen waren zweifellos die Schrittmacherinnen, dass sich nach dem Niedergang der kleinbürgerlichen Frauenbewegung in den 1990er Jahren eine kämpferische Frauenbewegung herausbildete und der 8. März wieder auf die Straße getragen wurde. Unsere Frauenförderung wird weltweit in der revolutionären Bewegung bewundert.
Zugleich wurden in der Führung der marxistisch-leninistischen Frauenarbeit wichtige Entwicklungen verschlafen, sich teils an die kleinbürgerlich-feministische Denkweise angepasst und von den brennenden Alltagsfragen der Masse der Frauen und insbesondere der jungen Frauen gelöst. Deutlichster Ausdruck ist die Verdrängung des internationalen Frauentags durch allerlei andere Tage wie den „Equal Pay Day“ oder den Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Das soll den gesellschaftlichen Charakter des Problems übertünchen. Wir sind dabei, eine Wende zu erkämpfen. Die kämpferische Frauenbewegung hat in einem vorrevolutionären Gärungsprozess strategische Bedeutung, sie ist immerhin das wichtigste Bindeglied zwischen der Arbeiterbewegung, dem aktiven Volkswiderstand und der Rebellion der Jugend. Wir freuen uns dazu auch auf den überparteilichen Frauenpolitischen Ratschlag am 7./8. November.
Rote Fahne: „Jugend – Zukunft - Sozialismus“ wird zu einer Standardlosung bei Demos. Sind MLPD und REBELL nicht seit Jahrzehnten in diesem Sinne aktiv?
Gabi Fechtner: Neu ist, dass sich eine Tausende Jugendliche umfassende sozialistische Jugendbewegung entwickelt. Das haben wir seit Jahrzehnten nicht gehabt. Der Sozialismus gewinnt unter der rebellierenden Jugend neues Ansehen. Man ist heute schon fast out, wenn man dort nicht für den Sozialismus eintritt! Darunter wird natürlich noch Unterschiedliches verstanden. Die Bandbreite geht von sozialdemokratischen über linksreformistische bis zu ultralinken/ linksopportunistischen und revisionistischen Auffassungen. Sicherlich ist der Jugendverband Rebell Trendsetter und Kern der sozialistischen Jugendbewegung. Denn er steht dafür schon seit Jahrzehnten, ist ein wirklicher Jugendmassenverband mit vielen Arbeiterjugendlichen, macht sein Eintreten für den Sozialismus nicht von einem modernen Trend abhängig und hat im Schulterschluss mit der MLPD fundierte Positionen dazu. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass unter der Jugend das Interesse an MLPD und Rebell wächst. Wir stoßen auf respektvolle Offenheit und mehr linke Jugendliche beschäftigen sich mit unseren marxistisch-leninistischen Positionen. Nach dem massenhaften Zustrom junger Leute zur Linkspartei vor einem Jahr beginnt eine Ernüchterung über deren Illusionen in den bürgerlichen Parlamentarismus.
Gleichwohl haben wir noch sehr viel zu tun, die Jugend zu organisieren, und können damit bisher keineswegs zufrieden sein. Eine starke sozialistische Jugendbewegung wird auch keineswegs nur aus dem REBELL entstehen. Durchaus verstehen sich einige kleinbürgerlich geprägte Jugendverbände als sozialistisch und gehören somit potentiell zur sozialistischen Jugendbewegung. Wir müssen dazu die Bündnisarbeit verstärken. Hier steht derzeit die Arbeit zum Internationalen Pfingstjugendtreffen als Forum der sozialistischen Jugendbewegung im Mittelpunkt. Die sozialistische Jugendbewegung darf sich aber nicht von der Masse der Jugend und besonders der Arbeiterjugend abkapseln und sich nur an linke Organisationen wenden. Dafür leisten wir Überzeugungsarbeit, die mehr und mehr aufgegriffen wird. In so einer Situation ist die Anbetung der Spontaneität besonders schädlich. Jetzt sind intensive Überzeugungs- und Organisationsarbeit, die Förderung der Rebellion der Jugend in der Einheit von Jung und Alt, der aktive Kampf um die Denkweise in der Arbeiterklasse und unter den breiten Massen und die Entfaltung der Lebensschule der proletarischen Denkweise Trumpf.
Unsere Jugendarbeit ist vor allem dort erfolgreich, wo sie als Selbstveränderung der Partei und der Jugend begriffen und praktiziert wird. Dabei hat die Kinderorganisation ROTFÜCHSE eine besondere Bedeutung. Sie kommt fälschlicherweise zu kurz, existiert in einzelnen Landesverbänden nicht einmal mehr. Selten hat man so eine Politisierung von Kindern erlebt, die mit großer Anteilnahme die Kriege in Gaza, Syrien, Probleme wie Kinderarmut oder Flucht verfolgen und erleben. Die Kinder dieser Welt brauchen eine Zukunft und haben eine eigene Kinderorganisation mehr als verdient!
Rote Fahne: Wie entwickelt sich der Kampf um die sozialen Fragen?
Gabi Fechtner: Die Monopole fordern ein heftiges Programm der Angriffe auf die soziale Lage der Massen. Das betrifft die ganze Bandbreite von den Löhnen, der Arbeitszeit, der Rentenfrage über die Gesundheit, soziale Errungenschaften und Sozialversicherungsbeiträge zum Kinder- und Jugendbereich – überall soll ein dicker Rotstift angesetzt bzw. noch mehr aus den Massen herausgeholt werden. Die Preistreiberei der Monopole wird zu einem immer größeren Problem für die Leute. Mittlerweile sind offiziell bereits 21,2 Prozent der Menschen im reichen Deutschland armutsgefährdet. Vor allem in den Großstädten wird die Mietenfrage zu einem dramatischen Problem. Hier wächst das Potenzial größerer Proteste, aber auch der Wunsch nach organisierter Zusammenarbeit. Es gibt einige gute Initiativen in der Partei in der Mieterarbeit, aber wir müssen der Wohnungsfrage deutlich mehr Bedeutung beimessen. Wir dürfen die alltäglichen sozialen Fragen nie geringschätzen und uns nur mit der „großen Politik“ befassen.
Rote Fahne: In der theoretischen Arbeit steht die Lehre von der Denkweise derzeit im Fokus. Warum gerade jetzt dieses Thema?
Gabi Fechtner: Gesellschaftliche Verwirrung verlangt danach, entwirrt zu werden! Die Frage der Denkweise und wie wir den Kampf darum massenhaft austragen werden immer mehr spielentscheidend. Das System der kleinbürgerlichen Denkweise arbeitet durchaus geschickt. So greift sogar die kleinbürgerlich-faschistische Denkweise Elemente der proletarischen Denkweise auf wie das ständige Betonen des Sozialen oder die Ablehnung des Ukrainekriegs. Erst so kann sie auf Denken, Fühlen und Handeln der Massen und der Arbeiterklasse einwirken. Mit dieser Denkweise wird man nicht fertig, wenn man immer nur betont, was die AfD direkt Faschistisches vertritt. Dagegen darf die proletarische Denkweise nicht versuchen, Elemente der kleinbürgerlichen Denkweise in sich aufzunehmen. So machen zum Beispiel einige Organisationen mit fortschrittlichem Anspruch Zugeständnisse an die kleinbürgerlich-antikommunistische Denkweise: Man dürfe nicht so radikal sein wie die MLPD, sonst verschrecke man womöglich Bündnispartner aus dem bürgerlichen Lager usw. Man darf sich der kleinbürgerlichen Denkweise nicht anpassen, sondern muss mit ihrem Einfluss fertig werden.
Viele beschäftigt die Veränderlichkeit der Denkweise, von der die MLPD grundlegend ausgeht: Kann der Mensch sich wirklich ändern? Wie kann man AfD-Wähler und Wählerinnen überzeugen? Wie konnte der Sozialismus verraten werden und wie kann man das zukünftig verhindern? Das alles sind wichtige gesellschaftliche Fragen, auf die die Lehre von der Denkweise eine Antwort gibt. Mittlerweile ist die Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG in der Ausarbeitung des REVOLUTIONÄRER WEG 40 „Die Lehre von der Denkweise“ fast fertig. Dort wird die Lehre von der Denkweise erstmals allseitig dargelegt. Bereits unser Vordenker Willi Dickhut hatte die Frage der Denkweise als Schlüsselfrage für Parteiaufbau, Klassenkampf und sozialistischen Aufbau herausgearbeitet. Mit dem REVOLUTIONÄREN WEG 26 „Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung“ von Stefan Engel wurden wichtige Fundamente der Lehre von der Denkweise gelegt. Mit dem neuen Buch bringen wir das auf ein neues Niveau. Wir verarbeiten einen 30-jährigen theoretischen und praktischen Erfahrungsschatz mit der Lehre von der Denkweise. Gleichzeitig ist der REVOLUTIONÄRE WEG 40 auch eine Quintessenz aus den Büchern REVOLUTIONÄRER WEG 36-39 zur Krise der bürgerlichen Ideologie und zur Lehre von der Denkweise. Das wird eine große Selbstveränderung der Partei herausfordern. Im Mittelpunkt steht die Überzeugungskraft und die richtige Behandlung der Widersprüche.
In dem Buch werten wir auch wichtige Erfahrungen im sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion in der Ära Stalins, der DDR oder China im Lichte der Lehre von der Denkweise aus. Es wird auch relativ offen über Probleme und Erfahrungen im Kampf um die Denkweise in unserer Partei gesprochen. Erstmals haben wir als Schlussfolgerung aus all den Errungenschaften, aber auch aufgetretenen Problemen umfassend ausgearbeitet, was wir mit Sozialismus auf Grundlage der proletarischen Denkweise meinen. Das passt natürlich genau zum massenhaft erwachten Interesse am Sozialismus. Also, man darf gespannt sein!
Wir werden uns mindestens zwei Jahre Zeit nehmen, in denen sich die ganze Partei ein tieferes Verständnis der Lehre von Denkweise verschafft und einen tiefen Selbstveränderungsprozess auf dieser Grundlage durchführt. Wir werden alles tun, dass der vorrevolutionäre Gärungsprozess in eine revolutionäre Gärung übergeht.
Wir werden aufbauend auf dem Fundament unserer Partei neuen Typs schöpferisch infrage stellen, ob unser Herangehen, die Bestandteile unserer Arbeit schon den neuen Maßstäben genügen, was verbessert werden muss oder welche Stellschrauben zu drehen sind. Wir werden dabei auch unser Umfeld einbeziehen und laden zum Beispiel alle Leserinnen und Leser der Roten Fahne ein, mit Kritik und Selbstkritik dabei zu sein.
Rote Fahne: In der MLPD geht es angesichts solcher Anforderungen bestimmt hoch her?
Gabi Fechtner: Langweilig ist es bei uns nie! Wir haben eine lebhafte Diskussion in unserer Partei, eine große Initiative in der Kleinarbeit. Aber im Unterschied zu bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien gibt es bei uns kein Durcheinander, Streitereien oder gar Verwerfungen und Krisen. Die MLPD ist gut vereinheitlicht und kämpft geschlossen um ein neues Niveau ihrer Arbeit.
Wir stehen vor Zeiten, die so noch keiner von uns erlebt hat. Es gilt, uns und die Massen auf härtere Klassenkämpfe, weltanschauliche Schlachten, aber auch Attacken auf die MLPD einzustellen. Mit Faschismus und Krieg werden unweigerlich auch Repressionen zunehmen. All das gehört zum Ausreifen des Klassenkampfs. Die derzeitige Entwicklung bringt uns unseren strategischen Zielen näher und erfordert unsere größte Aufmerksamkeit, aber auch Stählung. Die Karten werden neu gemischt – jetzt kommt es darauf an, dass wir sie optimal ausspielen!
Rote Fahne: Vielen Dank für das Interview!