Pressemitteilung
Athen: Große Demonstration gegen die Zwangsräumung im Ambelokipiviertel
Die Initiative "Save Prosfygika Internationalist" erklärt in einer Pressemitteilung:
Am 16. Mai fand eine riesige Demonstration im Zentrum der Stadt statt, um die Räumung der selbstverwalteten Gemeinschaft der besetzten Prosfygika im Ambelokipiviertel zu verhindern. Der 16. Mai markiert den 101. Tag des unbefristeten Hungerstreiks von Aristotelis Chantzis.
"Demonstration für den Sieg und die Würde - für die Verteidigung des Lebens"
Am 5. Februar, begann Aristoteles Chantzis, als Bewohner und Mitglied der Prosfygika-Gemeinschaft, einen Hungerstreik. Am 15. Mai war der 100. Tag dieses Hungerstreiks und laut den Berichten, die von den behandelnden Ärzten veröffentlicht wurden, hat sich der gesundheitliche Zustand von Aristoteles Chantzis drastisch verschlechtert und sein Leben steht in akuter Gefahr. (...)
Als die Situation einen kritischen Punkt erreichte, gingen am 16. Mai in Athen Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten auf die Straße, um Chantzis zu unterstützen und die Gemeinschaft zu verteidigen. 3000 Menschen versammelten sich um 12 Uhr auf dem Syntagma-Platz und zogen durch die Innenstadt, um die Kraft, die Dynamik und die Unterstützung des Kampfes lautstark und sichtbar zu demonstrieren.
Dies markiert einen vorläufigen Höhepunkt nach monatelangen Protesten, die jedoch weitergeführt werden. Die Unterstützung hat sich in ganz Griechenland sowie international ausgebreitet, mit Aktionen in über 29 Städten in Ländern wie Mexiko, Kolumbien, der Türkei, den USA, Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Serbien, Dänemark, Deutschland, Polen, Portugal, Spanien und Irland. Unter dem Hashtag #saveprosfygika kündigen Menschen wöchentlich ihre Absicht an, sich Solidaritäts-Hungerstreiks anzuschließen, um Chantzis' Forderungen zur Verteidigung der besetzten Prosfygika-Gemeinschaft zu unterstützen. ...
Die drei Hauptforderungen des Hungerstreiks sind:
- Die Regionalregierung von Attika soll den Programmvertrag unverzüglich kündigen und formell erklären, dass sie die Umsetzung des aktuellen Sanierungs- und Nutzungsplans nicht fortsetzen wird.
- Alle Bewohner von Prosfygika sollen in ihren Häusern bleiben dürfen, an dem Ort und in der Gegend, wo sie leben und soziale, kulturelle und organische Bindungen aufgebaut haben.
- Die gemeinnützige Gesellschaft „Katoikoi kai Filoi Prosfygikon L. Alexandras“ soll selbstfinanziert konkrete Garantien für die Sanierung von Prosfygika geben.
Im Juni 2025 genehmigte die Regionalregierung von Attika, zu der die Stadt Athen gehört, einen Programmvertrag zur „Sanierung“ und Räumung der besetzten Nachbarschaft Prosfygika. Die geplante Sanierung soll von der Europäischen Kommission mit geschätzten Gesamtkosten von 15 Millionen Euro finanziert werden. Konkrete Vorschläge für die Unterbringung Hunderter Mitglieder der Nachbarschaft, darunter Kinder, Patienten und Angehörige des angrenzenden Onkologie-Krankenhauses sowie andere besonders schutzbedürftige Gruppen, blieben jedoch aus.
Obwohl der Vertrag als Sozialwohnungsbauprojekt deklariert wurde, wird er aufgrund dieser fehlenden konkreten Vorschläge scharf kritisiert. Dies nährt zunehmend Zweifel an der fortschreitenden Gentrifizierung des gesamten Viertels und der griechischen Hauptstadt insgesamt.
Venetia, eine Bewohnerin des Viertels, erklärt, die Gemeinschaft habe keine andere Wahl, als diese Schritte zu unternehmen, um das Leben der 400 dort lebenden Menschen zu schützen. Die Demonstration zeige, dass die Gesellschaft die Prosfygika-Gemeinschaft und die Forderungen des Hungerstreiks unterstütze. (...)