Internationaler ME/CFS-Tag am 12. Mai
Am Geburtstag von Florence Nightingale ins öffentliche Bewusstsein gerückt
Seit 1993 wird am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, weltweit auf die Erkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis) aufmerksam gemacht. In 45 deutschen Städten wurden durch die Initiative LiegendDemo und die Gruppe #NichtGenesen für ME/CFS an verschiedenen Tagen durch Angehörige, Betroffene und Interessierte Aktionen durchgeführt. In einigen Städten wie Köln wurde die LiegendDemonstration aufgezeichnet und kann auf YouTube angesehen werden.
Laut Prof. Dr. Schieffer, Universität Marburg, sind in Deutschland weit mehr als 460000 Kinder, Jugendliche, und Erwachsene betroffen. Mehr als 60 Prozent sind weiblich. Die Dunkelziffer wird auf mehr als 1,5 Mio. Betroffene beziffert.
So schreibt eine Kollegin aus einer Selbsthilfegruppe: „Ich habe nicht nur Energie verloren, ich habe ein Leben verloren, das ich so geliebt habe. ME/CFS ist kein Müde-Sein. Es ist der schmerzhafte Verlust eines Lebens. So viele von uns kämpfen jeden Tag mal laut und mal leise. Wir sind nicht verschwunden, haben aber das Gefühl, vergessen zu werden.“ Leider nehmen mittlerweile die begleitenden Suizide gerade von jungen Betroffenen zu.
Eine besondere Renaissance hat diese Erkrankung durch den SARS-CoV-2-Virus und die seit 2021 verabreichten Impfstoffe bekommen. Es ist eine komplexe Multisystemerkrankung. Sie wird durch Virusinfekte, Impfungen, Umweltschäden/Toxine, Medikamente usw. hervorgerufen.
ME/CFS ist heute noch nicht heilbar. Bei der schwersten Form sind Betroffene bettlägerig, oft reizabgeschirmt und auf umfassende Hilfe angewiesen, alleine. Elementare Versorgung müssen die Angehörigen übernehmen. Kinder, die ihr Leben noch vor sich haben, sind völlig auf die Eltern angewiesen. Keine Chance auf Bildung, Freunde, die Welt entdecken...
Grundlage sind wohl das angeborene Immunsystem, genetische Komponenten und erworbene Schäden, die diese Erkrankung ausbrechen lassen. Spezielle Blutuntersuchungen, Diagnostik und Therapieversuche wie z. B. die Blutwäsche müssen wir gesetzlich Versicherte in der Regel selbst tragen. Dies geht in die Zehntausende Euro. Einzelne Betroffene sind in Projekte eingebunden, wie bei Prof. Scheibenbogen an der Charité Berlin. Die Betroffenen haben dann das Glück, die Kosten nicht persönlich tragen zu müssen. Da ich selbst seit der SARS-CoV-2-Impfung betroffen bin, kann ich konkret mitreden.
Das menschenverachtende Verhalten der Krankenkassen, Rententräger, Berufsgenossenschaften, Schwerbehindertenstellen, Gutachter, des Schulsystems und auch von Ärzten wird für die breite Öffentlichkeit kaum sichtbar. In den Selbsthilfegruppen kann ich täglich lesen, welchen bürokratischen jahrelangen Kampf die Betroffenen trotz der Schwere der Erkrankung führen. Selbst befinde ich mich im Widerspruchsverfahren mit der Schwerbehindertenstelle und finanziell bin ich nach fünf Jahren an meine Grenzen gestoßen. Eine gründliche medizinische Versorgung steht mir nicht zur Verfügung und wie viele Hunderttausend Betroffene kann ich nur durch Eigeninitiative, Disziplin und eine Denkweise, sich nicht unterkriegen zu lassen, das halbe Leben bestreiten.
Daher ist der Vorschlag von Dr. Mast in der Roten Fahne 26 / 2026, eine Gesundheitsplattform zu schaffen, sehr zu begrüßen. Dort können Beschäftigte im Gesundheitswesen, Interessierte und ich schlage weiter vor, dass auch Betroffene, z. B. von Me/CFS, Post-Covid, Post Vac oder Betroffene von anderen Massenerkrankungen, teilnehmen. Ein gemeinsam organisierter Austausch für einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen braucht Organisation!
Die vorgesehenen tiefen Einschnitte durch die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung werden die gesundheitliche Versorgung der breiten Bevölkerung und besonders schwer chronisch Erkrankter enorm verschlechtern. Das setzt die Frage auf die Tagesordnung, wie wir dem maroden, wenig effizienten und profitorientierten Gesundheitssystem begegnen wollen. Die Forderung nach einer gründlichen und kostenlosen Gesundheitsvorsorge und Behandlung setzt eine massenhafte weltanschauliche Auseinandersetzung auf den Plan – im scharfen Gegenwind zu den Herrschenden, der Regierung und ihren „mafiösen“ Strukturen und gegen die Hetze der faschistischen AfD. Gerade diese treibt ihr massenverachtendes Unwesen in den sozialen Medien, besonders in Gruppen zum Thema Corona-Pandemie und Impfungen.
Nehmen wir die Herausforderungen für uns und unsere Jugend an und verbreiten die Perspektive eines gemeinwohlorientierten sozialistischen Gesundheitswesens? Treten wir aktuell für gezielte Forschung, die Übernahme der Kosten sowie soziale und finanzielle Absicherung für diagnostische und therapeutische Maßnahmen, soziale und finanzielle Absicherung ein!