Pressemitteilung

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Solidaritätsproteste in Berlin zur Verteidigung der Community Prosfygika in Athen

Am 13. und 14. Mai finden in Berlin Protestaktionen vor der griechischen Botschaft sowie vor dem Europäischen Haus statt, um auf die akute Bedrohung der selbstverwalteten Nachbarschaft „Prosfygika“ in Athen aufmerksam zu machen. Die Aktionen sind Teil der globalen Aktionstage „Action Until Victory“, die vom 9. bis 16. Mai stattfinden und in deren Rahmen internationale Solidaritätskundgebungen und Aktionen erwartet werden.

Anlass der Proteste ist der 100. Tag des unbefristeten Hungerstreiks von Aristotelis Chantzis, einem langjährigen Bewohner Prosfygikas und Aktivisten. Chantzis befindet sich bereits seit dem 5. Februar 2026 im Hungerstreik, nachdem die Räumungspläne gegen Prosfygika nicht zurückgenommen wurden: „I will continue this hunger strike until clear and concrete arrangements are secured, or until death.“, so Chantzis. Am 1. Mai 2026 ist die Aktivistin Suzon Doppagne ebenfalls in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.

 

Die selbstverwaltete Nachbarschaft Prosfygika besteht seit über 16 Jahren im Zentrum Athens. In acht historischen Gebäuden leben und organisieren sich Menschen aus mehr als 27 Nationalitäten gemeinschaftlich. Durch selbstorganisierte Strukturen wie eine Bäckerei, Gesundheitsstruktur, Frauen*organisierung und Kinderbetreuung entstand ein einzigartiges Modell kollektiver Fürsorge, solidarischen Zusammenlebens und Widerstands gegen neoliberale Verdrängungspolitiken und die Ausgrenzung marginalisierter Gruppen.

 

Aktuell ist die Nachbarschaft akut von Räumung bedroht: Die Regionalverwaltung Attikas verfolgt konkrete Pläne zur „Neuentwicklung“ (redevelopment) des Geländes, die die Zwangsräumung der 400 bis 500 Bewohnerinnen und Bewohner bedeuten würden. Die Europäische Union stellt hierfür finanzielle Mittel bereit. Währenddessen setzt die Community dem ein eigenes Konzept zur selbstorganisierten Erhaltung und Restaurierung der Gebäude entgegen.

So fordern die Bewohner*innen und Unterstützer*innen u. a.:

  • Die sofortige Aufkündigung des Vertrags durch die Region Attika.
  • Den Verbleib aller Bewohner*innen.
  • Garantien für die selbstorganisierte Restaurierung Prosfygikas ohne öffentliche Gelder für die geplante „Neuentwicklung“.

 

Aus Solidarität mit den Hungerstreikenden in Athen beginnt ab Mittwoch, dem 13. Mai, auch in Berlin ein dreitägiger symbolischer Hungerstreik solidarischer Aktivist*innen. Die Proteste richten sich sowohl an die griechische Botschaft als auch an europäische Institutionen und sollen den politischen Druck auf die Verantwortlichen erhöhen.

Kundgebung

14. Mai 2026, 14 Uhr, Europäisches Haus, Unter den Linden 87, Berlin