Köln / Rojava
Lasst uns den Kampf für die Freiheit von Eva und Ahmet verstärken!
Die Journalistin Eva Maria Michelmann und der Journalist Ahmet Polad wurden am 18. Januar in Raqqa im Jugendzentrum, in dem sie Zuflucht gesucht hatten, von IS-Banden sowie von offiziellen Kräften von Colani (Ahmed al-Sharaa) eingeschlossen.
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Durch die Stärke der Kampagne und mit eigenen Mitteln konnten wir herausfinden, wo sich Eva und Ahmet befinden. Dennoch erkannte der syrische Staat erst am 23. April – unter öffentlichem Druck – durch den Besuch einer Angehörigen der deutschen Botschaft bei Eva Maria Michelmann in Damaskus an, dass sie sich in ihrer Gewalt befindet. Bis dahin hieß es stets: „Wir wissen nichts von solchen Personen.“ (...)
Der deutsche Staat, der diesen Kräften durch die Erklärung des Berliner Regierungsviertels zur Verbotszone und durch einen Empfang mit roten Teppichen und staatlichen Protokollen begegnet, zeigt durch sein Verhalten, wie gering sein Interesse ist: Er macht den Fall seiner eigenen Staatsbürgerin Eva nicht einmal beim al-Sharaa-Besuch in Berlin zum Thema, antwortet auf Nachfragen stets mit „Wir kümmern uns intensiv um alles und tun, was nötig ist“, legt jedoch keine konkreten Maßnahmen offen und hat außer einem einzigen Besuch bei Eva – der erst nach monatelangem öffentlichen Druck erfolgte – keine weiteren Schritte unternommen.
Nachdem wir den Aufenthaltsort von Eva und Ahmet aufgedeckt haben, sind wir in die zweite Phase des Kampfes eingetreten. Diese führen wir unter dem Motto „Freiheit für Eva und Ahmet“. Abgesehen von einem einmaligen Besuch Evas durch die deutsche Botschaftsvertreterin konnte bislang kein weiterer Kontakt zu Eva und Ahmet hergestellt werden. Anwält:innen, Familien oder internationale Institutionen konnten sie nicht besuchen. Auch auf Anträge, gemeinsam mit den Familien eine Delegation zu entsenden, reagiert das Regime in Damaskus nicht. Bis heute wissen wir nicht genau, in welchen Gefängnissen sie sich befinden. Zeugenaussagen zeigen, dass Eva und Ahmet in Isolation gehalten und gefoltert werden, dass Ahmet verletzt ist und dass sich der Gesundheitszustand beider verschlechtert hat. Wir sind ernsthaft um ihr Leben besorgt. (...)
Die Initiative führt diesen Kampf – wie bisher – auch für die Befreiung tausender Menschen in Syrien, von denen jede Spur fehlt. Die Freiheit von Eva und Ahmet wird durch eine noch größere Verbreitung, Intensität und Kontinuität des Kampfes erreicht werden. Wir werden die Parole „Freiheit für Eva und Ahmet“ auf Straßen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Schulen, an Arbeitsplätzen, auf Mauern, bei Versammlungen, Festivals, in den Medien und in der Diplomatie noch stärker verbreiten und lauter machen. (...)
Solidaritätsmahnwache am heutigen Freitag, 15. Mai — 14:00–17:00 Uhr
Ort: Alter Markt – direkt neben dem Rathaus Köln