Zwei Veranstaltungen zum Tag der Befreiung in Dortmund

Zwei Veranstaltungen zum Tag der Befreiung in Dortmund

Kranzniederlegung bei Thyssenkrupp und „Nein zur Wehrpflicht!"

Von zwei Veranstaltungen am 8. Mai wird aus Dortmund berichtet:

Korrespondenz

Zuerst die Kranzniederlegung bei Thyssenkrupp Stahl

Den Auftakt zum Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg machten die Kolleginnen und Kollegen von Thyssenkrupp Stahl. Um 11 Uhr eröffnete ein Betriebsrat die seit Jahren von der Vertrauenskörperleitung und dem Betriebsrat organisierte Kranzniederlegung anlässlich des Tags der Befreiung am 8. Mai 1945.


Die Lehrwerkstatt war vollzählig anwesend. Auch das gehört zur Ausbildung als Facharbeiter. Leider waren nur wenige Kollegen aus der Produktion gekommen, nur von der Erhaltung, dem TSB und einige Angestellte. „Offensichtlich unterschätzen viele Kollegen noch die brisante Weltlage. Das müssen wir nächstes Jahr besser vorbereiten. In allen Abteilungen mit den Kollegen diskutieren und auch dafür sorgen, dass die Kollegen kommen können“, so ein Mitglied der Vertrauenskörperleitung.


Die Sprecherin der Vertrauenskörperleitung hielt eine kämpferische und eindringliche Rede. Sie spannte den Bogen vom Hitler-Faschismus zu heute, warnte eindringlich vor der akuten Gefahr eines Dritten Weltkrieges, dem weltweiten Faschismus und der globalen Umweltkatastrophe und trat für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung ein.


Genossen der MLPD beteiligten sich wie jedes Jahr und luden vor allem Azubis zur Demo am Abend in Essen ein. Interessante Gespräche wurden geführt: Warum fordern wir den Austritt aus der NATO, wie ist das mit dem Sozialismus, müssen wir uns nicht verteidigen können? Es gab auch Azubis, die Interesse an der Beteiligung an der Demo um 12 Uhr hatten, aber sich nicht trauten, sich abzumelden. Der Hinweis, dass andere Schülerinnen und Schüler trotz Verboten zur Demonstration gegangen waren, brachte sie zum Nachdenken. „Vielleicht das nächste Mal?“ Das geht aber nicht spontan. Am besten rechtzeitig kollektiv vorbereiten und organisieren.

Danach folgte die Demonstration „Nein zur Wehrpflicht!“

Ab 12 Uhr zog dann die Demonstration „Nein zur Wehrpflicht!“ durch Dortmund. 400 Schülerinnen und Schüler waren gekommen, auch einige Ältere waren dabei. Auch die MLPD, der REBELL und Vertreter des Internationalistischen Bündnisses beteiligten sich. Sie unterstützten mit ihrer Teilnahme die Forderungen der Demonstranten und warben für die Beteiligung an der abendlichen Demonstration in Essen: „8. Mai ist Tag der Befreiung! Gegen Faschismus und Weltkriegsvorbereitung auf die Straße!“. In den Gesprächen luden wir auch zum internationalen Pfingstjugendtreffen nach Gelsenkirchen ein.


Viele sahen den Zusammenhang zwischen dem Kampf gegen die Weltkriegsvorbereitung und dem gegen den Faschismus. Neben dem Slogan „Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!“ wurde auch des Öfteren „Jugend, Zukunft, Sozialismus!“ gerufen. Viele trugen Schilder gegen Bundeskanzler Merz. Eine beliebte Parole war „Merz leck Eier!“ Diese Parole war eine Solidarisierung gegen eine Kriminalisierung von Schülern bei den letzten Demos. Dort wurden Teilnehmer wegen solch eines Schildes von der Polizei wegen Verleumdung von Bundeskanzler Merz angezeigt und Ermittlungen gegen sie eingeleitet.


Aus vielen Schulen wurde berichtet, dass die Teilnahme an der Demo untersagt wurde und die Schüler unentschuldigte Fehlstunden riskieren, aber trotzdem an der Demo teilnahmen. Einige verabschiedeten sich von uns: „Dann bis heute Abend in Essen!“ Einer trug sich in die Liste für die Teilnahme am Pfingstjugendtreffen ein. Andere bedankten sich für die Einladung und wollen sich im Internet weiter darüber informieren.