Akademiker
„Kein Job trotz Uni-Abschluss“
Die Arbeitslosenquote unter Akademikern erreichte mit 3,3 Prozent im Jahr 2025 einen neuen Höchststand.² Auch wenn dies im Vergleich zur allgemeinen offiziellen Quote von 6,3 Prozent gering ist, haben sich die Berufsaussichten, insbesondere für Ingenieure oder IT‑Spezialisten, deutlich verschlechtert.
Dies schlägt vornehmlich auf die Jüngeren durch: So hat sich die Zahl der arbeitslosen Akademiker unter 30 Jahren zwischen 2022 und 2025 fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr waren über 45.000 Akademiker unter 30 arbeitslos gemeldet.³
Die Pläne von Konzernen zur Arbeitsplatzvernichtung der letzten Monate führen dazu, dass sich die bislang gesuchten „Fachkräfte“ zunehmend Sorgen um ihre Existenz machen müssen. Denn sie sind ebenso wie die Arbeiter von der Abwälzung der Lasten der Weltwirtschafts- und Finanzkrise und Strukturkrisen auf der Grundlage der E-Mobilität, Digitalisierung und Einführung von KI betroffen. Letztere zum Teil noch mehr, weil hier die kapitalistische „technologische Revolution“ sozusagen ihre Kinder frisst. So braucht Bosch immer weniger Ingenieure für die Technik für Verbrennerantriebe. Oder es können mit KI Konstruktionspläne schneller optimiert und Fehler automatisch erkannt werden; IT‑Probleme können automatisiert gelöst werden.
Auch der Trend von VW oder Mercedes, die Entwicklung neuer Automodelle nach China oder Indien zu verlagern, gefährdet massenhaft Arbeitsplätze von Ingenieuren. Und von der überfallartigen Ankündigung der Schließung von CureVac in Tübingen durch BioNTech sind 750 Menschen betroffen, darunter sehr viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Wie BioNTech mit ihnen umgeht oder das „Wirtschaft first“ der neuen grün-schwarzen Landesregierung unter dem designierten Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Bündnis 90 / Die Grünen), bei dem der Umweltschutz untergepflügt wird, untergräbt die Illusionen vieler Akademiker in den Kapitalismus. Besonders in Großbetrieben, wo die Gewerkschaften stark sind, beginnen sich mehr und mehr Ingenieure dort zu organisieren und beteiligen sich an deren Kämpfen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Schaffung des „Bündnis der technischen Intelligenz, der Kulturschaffenden, anderer Akademiker und kleiner Selbstständiger mit der Arbeiterklasse“⁴ an Bedeutung, die sich die MLPD zur Aufgabe gemacht hat. Wem das wichtig ist, der ist herzlich dazu aufgerufen, das als Mitglied oder finanziell zu stärken.