Internationale faschistische Gefahr
Faschistischer Aufmarsch in London – AfD wollte teilnehmen
Rund 60.000 folgten gestern dem Aufruf des Faschisten Tommy Robinson zu einer Demonstration in London. Der Aufruf „Unite the Kingdom" („Vereinigt das Königreich") zielte insbesondere auf rassistische Spaltung und Hetze gegen die in Großbritannien lebenden Migranten.
Massenweise britische und englische Nationalflaggen, christlich-religiöse Symbole und auch die israelische Flagge beschworen eine völkische Stimmung. Migranten und ihren Familien soll die Schuld für die grassierende soziale Not im Land in die Schuhe geschoben werden.
Bereits im September 2025 waren bis zu 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer ebenfalls von Robinson organisierten faschistischen Demonstration in London. Damals erklärte Elon Musk, reichster Mann der Welt und faschistischer Tech-Monopolist, per Video-Schalte der Demonstration seine Unterstützung. Die faschistische Bewegung in Großbritannien ist äußerst brutal. Im Herbst 2004 kam es zu Pogromen, bei denen Flüchtlingsunterkünfte attackiert und in Brand gesetzt wurden. Leib und Leben von migrantischen Beschäftigten bei Lieferdiensten waren gefährdet, sie wurden von Kollegen unterstützt und geschützt.
Mit den Demonstrationen in London wird auch ein internationaler faschistischer Zusammenschluss organisiert. So sollten u.a. Petr Bystron von der AfD, Dominik Tarczyński von der faschistischen PIS in Polen und weitere Faschisten aus Trumps MAGA-Bewegung, aus Belgien usw. auftreten. Bystron gehört zur faschistischen Führungsriege der AfD. Man kennt sich: Er und Tarczyński wurden 2018 von der Trump-nahen erzreaktionären „Phyllis Schlafly Stiftung" aus den USA mit einem Preis ausgezeichnet.
Aber Bystron, Tarczyński und weitere mussten zu Hause bleiben. Ihnen wurde die Einreise nach Großbritannien verweigert. Ein Zugeständnis der Starmer-Regierung an die antifaschistische und internationalistische Bewegung im Land. Es herrscht eine ausgeprägte gesellschaftliche Polarisierung. Zuletzt waren 500.000 bei einer Großdemonstration in London gegen die faschistische Tendenz. Gestern zum Nakba-Tag waren bis zu 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einer Solidaritätsdemonstration mit dem palästinensischen Befreiungskampf. Die Teilnehmer positionierten sich gegen den Faschistenaufmarsch.
In den Niederlanden verübte ein faschistischer Mob am Dienstag einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Loosdrecht. Die Faschisten blockierten die Zufahrt der Feuerwehr. Die geflüchteten Menschen konnten gerettet werden. Die ganze Woche über gab es in den Niederlanden in verschiedenen Orten "Proteste" von Faschisten gegen die Unterbringung von Flüchtlingen. Sie folgen dem Aufruf der faschistischen Partei PVV von Geert Wilders, der einen "totalen Asylstopp" fordert.
Die faschistische Gefahr mit dem Streben der Faschisten nach internationaler Zusammenarbeit verschärft sich auf dem Hintergrund der krisenhaften Entwicklung des imperialistischen Weltsystems. Das darf von Antifaschisten, Demokraten und Revolutionären auf keinen Fall unterschätzt werden. Der antifaschistische Kampf muss sich - auch im internationalen Maßstab - besser organisieren. Vorwärts mit der Internationalen Einheitsfront gegen Faschismus, Krieg, Ausbeutungsoffensive und Umweltzerstörung!