Stuttgart
Erster Warnstreik von Beschäftigten im Einzelhandel für 300 Euro mehr Lohn im Monat
170 Beschäftigte von Kaufland, H&M, Ikea, Obi, Primark und Zara folgten am 15. Mai dem Aufruf von Ver.di zu einem ganztägigen Warnstreik, mit Demonstration und Kundgebung in Stuttgart.
Ihre Festgeldforderungen lauten: 300 Euro mehr im Monat für die rund 500.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Baden-Württemberg, 150 Euro für Auszubildende. Ver.di-Sekretär Wolfgang Krüger begründet dies so: „Jeden Tag erleben wir, welche Auswirkungen die Krise auf unseren Geldbeutel hat. Und es ist kein Ende in Sicht.“
Es ist deshalb eine Frechheit, wenn die Handelsverbände eine sechsmonatige Nullrunde und danach magere zwei Prozent Lohnerhöhung „anbieten“. Nach dem Motto "Haltet den Dieb" wirft Sabine Hagmann, Chefin vom Handelsverband Baden-Württemberg, der Gewerkschaft vor: „In der aktuellen wirtschaftlichen Lage und angesichts trüber Aussichten gefährdet Ver.di Unternehmen und Arbeitsplätze.“ Weil aber vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie massiv Arbeitsplätze vernichtet werden, soll Ver.di auch noch in die Mitverantwortung genommen werden und einem Reallohnabbau zustimmen.
Doch diesen Schuh ziehen sich die Beschäftigten nicht an, wie der erste Warnstreik zeigt. Die MLPD ruft deshalb den Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel zu: Geht von Euren Interessen und eurer Verantwortung für Eure Familien aus, streikt für Eure mehr als berechtigten Forderungen für höhere Reallöhne. Es ist der große unbezahlte Anteil Eurer Arbeit und die satten Preissteigerungen, die wir alle an den Kassen der Supermärkte bezahlen, die zum Beispiel Lidl, als eine der größten Beteiligungen der Schwarz-Gruppe, einen Rekordprofit bescherten. So stieg im Geschäftsjahr 2024/25 der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 4 Milliarden Euro und der Jahresüberschuss um 21,7 Prozent. (1)