Antifaschismus

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Eindrücklicher Besuch der Gedenkstätte Eckerwald

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung vom Faschismus besuchten wir im Rahmen unseres Kultur- und Freizeitprogramms am 10. Mai die Gedenkstätte Eckerwald.

Korrespondenz aus Villingen-Schwenningen
Eindrücklicher Besuch der Gedenkstätte Eckerwald
Siegfried Haas, Häftling, Bronzeplastik in Eckerwald (rf-foto)

Diese Gedenkstätte in der Nähe von Rottweil erinnert an das letzte Aufbäumen der Faschisten. Hier wollten sie eine Schieferölfabrik errichten. Aus Schiefergestein sollte Öl gewonnen werden (ähnlich dem heutigen Fracking). Damit wollten die Hitler-Faschisten die Treibstoffkrise zum Ende des 2. Weltkriegs beheben. Unter brutalsten Umständen wurden dafür KZ-Häftlinge aus den umliegenden Außenlagern des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass herangezogen. Täglich wurden ca. 500 Häftlinge aus dem 4 km entfernten Lager Schörzingen für den Aufbau von „Wüste 10“, wie diese Anlage genannt wurde, zur Sklavenarbeit getrieben. Über 500 Menschen starben in diesem Lager.


Der „Gedenkpfad Eckerwald“ wurde 1989 von einer Initiative aus der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), mehreren kirchlichen Jugendgruppen, Vertretern von Vereinen und Parteien angelegt. Es musste allerdings erst der inzwischen alles überwuchernde Wald gelichtet werden.


Heute führt ein Weg durch die damals errichtete Anlage, von der noch viele Mauerreste übrig geblieben sind. Eine dokumentarische Ausstellung stellt die Brutalität des Vorgehens der Faschisten dar. Überlebende schildern ihre Erfahrungen. Ein Rottweiler Bildhauer erstellte zwei eindrückliche Bronzeplastiken. Eine stellt einen ausgemergelten Häftling dar, der allerdings die eine Hand zur Faust ballt. Die andere ist ein Torso mit der Inschrift „Macht ist Ohnmacht“.


Den über fünfhundert Toten sind im nahegelegenen KZ-Friedhof Schörzingen Gedenktafeln gewidmet. Die Häftlinge kamen aus fast allen Ländern Europas.


In jedem Jahr findet anlässlich des Tages der Befreiung an der Gedenkstätte Eckerwald eine Gedenkfeier statt – mit Gästen, die heute die Nachkommen der Häftlinge und Überlebenden sind. Ein Besuch dieser Gedenkstätte und des nahe gelegenen KZ-Friedhofs ist heute für jede Schulklasse eine unvergessliche Erfahrung – und für die ältere Generation natürlich auch.