Zuschrift aus Herne – zur Diskussion gestellt

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Die Fußball-WM 2026: Ein antifaschistisches Signal durch Boykott der USA-Spielstätten und Ausweichen auf Kanada und Mexiko?

Milliarden Menschen freuen sich zu Recht auf spannende Spiele bei der Fußball-WM. Aber sie droht zur Propagandashow des weltweiten Führers der faschistischen Gefahr zu werden. Donald Trump nutzt das Turnier als Bühne für seine „America First“-Inszenierung. FIFA-Präsident Gianni Infantino ist sein willfähriger Erfüllungsgehilfe.

Die Fußball-WM 2026: Ein antifaschistisches Signal durch Boykott der USA-Spielstätten und Ausweichen auf Kanada und Mexiko?
Fußballfans zünden Bengalos (foto: Arild Vågen (CC BY-SA 3.0))

In dieser Lage könnte es ein starkes, symbolkräftiges Signal sein, den USA die Spielstätten zu entziehen und das Turnier auf Kanada und Mexiko zu verlagern. Das wäre kein blinder Boykott des gesamten Events, sondern eine klare Abgrenzung von Trumps Regime – ohne den Fußball und die Freude der Fans auf tolle Spiele zu opfern.

Trump und die faschistische Instrumentalisierung des Sports

Trump sieht in der WM keine Feier des Sports, sondern ein Werkzeug seiner faschistischen Machtdemonstration. Er spricht von der „größten Show der Welt“, die Amerika unter seiner Führung wieder groß machen soll. Die FIFA krönte ihre Anbiederung mit einem eigens erfundenen „Peace Prize“ für Trump – ein beschämender Kotau. Infantino reist nach Mar-a-Lago und in den Trump-Tower, als gäbe es keine moralischen Grenzen.

 

Das ist besonders schädlich, weil Trumps Rhetorik und Politik faschistisch sind: Angriffskriege, Diffamierung von Minderheiten, Angriffe auf die Pressefreiheit, Demontage demokratischer Institutionen, Antikommunismus, Gewerkschaftsfeindlichkeit, Rassismus, Drohungen gegen Nachbarländer wie Kanada und eine aggressive Einwanderungspolitik. Ein Turnier unter solcher Schirmherrschaft normalisiert genau jene Tendenzen, die der Fußball im Sinne der Massen eigentlich mit Werten wie Fairness, Vielfalt und Respekt konterkarieren sollte.

 

Die Wirklichkeit holt die große Show bereits ein: Hotels in den US-Gastgeberstädten klagen über massiv enttäuschende Buchungen. Die FIFA hat Tausende reservierte Zimmer storniert, Preise werden gesenkt, und der erhoffte Boom bleibt aus. Der „Trump-Slump“ – Angst vor Visaproblemen, ICE-Razzien und einem feindseligen Klima – vertreibt internationale Fans. Die Inszenierung bröckelt schon vor dem Anpfiff.

Die Heuchelei der FIFA und des Establishments

Wenn ein russischer Athlet oder eine russische Mannschaft irgendwo antritt, wird sofort geschimpft und moralische Empörung geheuchelt – dabei ist Trump nicht minder faschistisch als Putin oder andere.

Es gibt Alternativen – die FIFA ignoriert sie bewusst

Die WM ist nicht zwangsläufig an die USA gebunden. Von den 16 Austragungsorten liegen elf in den USA, bisher nur drei in Mexiko und zwei in Kanada. Eine Verlagerung von Spielen oder sogar eine Neuvergabe mit klarem Schwerpunkt auf die bürgerlich-demokratischen Mitgastgeber wäre machbar. Die FIFA hat sich bewusst für das Trump-freundliche Paket entschieden – aus Machtkalkül und Geldgier. Ein antifaschistisches Signal würde genau hier ansetzen: Mehr Spiele in Toronto, Vancouver, Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey. Das wäre eine klare Botschaft: Wir feiern Fußball, aber nicht unter der Flagge faschistischer Inszenierung.

Trump ist nicht die USA – Proteste werden kommen

Wichtig: Trump ist nicht gleichzusetzen mit den USA. In den Gastgeberstädten wird es massive Proteste gegen seine Politik geben – von Gewerkschaftern, Revolutionären, Bürgerrechtsgruppen, lokalen Aktivisten und kritischen Fans. Immer mehr Amerikanerinnen und Amerikaner lehnen Trumps faschistische Richtung ab. Ein Ausweichen der internationalen Fußballwelt würde diese Stimmen nicht isolieren, sondern stärken. Es wäre ein Signal der Solidarität mit dem anderen Amerika, das sich gegen die faschistische Vereinnahmung des Sports wehrt.

Der DFB versagt auf ganzer Linie

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der sich gerne als Vorreiter von Werten und Menschenrechten inszeniert, duckt sich weg.

Haltung statt Anpassung

Die WM 2026 wird kommen. Die entscheidende Frage lautet: Wird sie zu Trumps faschistischem Propagandafest oder zu einem Ort des tollen Sports und des Widerstands? Ein Ausweichen auf Kanada und Mexiko wäre das stärkste antifaschistische Signal. Es sagt: Wir boykottieren nicht den Fußball, sondern die Vereinnahmung durch einen faschistischen Präsidenten.

 

Sport hat eine lange Geschichte in politischen Gesten – von der Schwarzen Faust 1968 bis zu Protesten gegen Katar. Jetzt ist die Zeit für ein klares, konsequentes antifaschistisches Zeichen.