Entschlossener Kampf gegen Bürokratismus

Entschlossener Kampf gegen Bürokratismus

16. Mai 1966: Die Große Proletarische Kulturrevolution in China beginnt!

Am 16. Mai 1966 erschien ein wichtiges Rundschreiben der Kommunistischen Partei Chinas, das zunächst innerhalb der Partei Thesen des Pekinger Bürgermeisters P'eng Chen kritisierte.

Von gis
16. Mai 1966: Die Große Proletarische Kulturrevolution in China beginnt!
Mao Zedong (2. v. r.) mit dem Journalisten Edgar Snow (links) und dessen Ehefrau Lois Wheeler-Snow (rechts) am Nationalfeiertag 1970 auf dem Tiananmen-Platz in Peking (foto: gemeinfrei)

Die sozialistische Gesellschaft in China war noch jung: 1949 konnte das chinesische Volk seinen großartigen Sieg über imperialistische Besatzer, Feudalherren und Kompradorenbourgeoisie mit der Gründung der Volksrepublik China besiegeln. In den 1950er Jahren begann dann der sozialistische Aufbau unter Führung von Mao Zedong. Es herrschten Elan und Aufbruchstimmung, gleichzeitig natürlich große Unerfahrenheit.

Bedrohliche bürokratische Tendenzen

1966 hatten sich in der sozialistischen chinesischen Gesellschaft bedrohliche bürokratische Tendenzen herausgebildet. So kritisierten zum Beispiel Beschäftigte im Gesundheitswesen und auch Teile der Landbervölkerung, dass die Gesundheitsversorgung die Menschen in den Großstädten in den Fokus rückte und die Bauern auf dem Land vernachlässigte. Eine Schlussfolgerung aus dieser Kritik war die Bewegung der Barfußärzte. In Schulen und Universitäten waren die Inhalte umkämpft, was Schüler und Studierende lernen sollten, in den Geschichtswissenschaften zum Beispiel. Machten auch in vergangenen Zeitaltern die Massen die Geschichte oder Könige und Kirchenfürsten? Auch gab es in der Universitätsausbildung zum Teil eine Abgehobenheit vom Leben der Massen und den brennenden Fragen des sozialistischen Aufbaus. Parallel zum Ringen um die Inhalte musste auch die Trennung von Hand- und Kopfarbeit angegangen werden.

Die Große Proletarische Kulturrevolution bricht sich Bahn

Das Rundschreiben der KP Chinas vom 16. Mai nahm die Thesen des Bürgermeisters von Peking aufs Korn. Dieser sollte - als Mitglied einer Arbeitsgruppe - eigentlich die bürokratischen Erscheinungen aufdecken und die Menschen dagegen mobilisieren. Das taten er und seine Kumpane jedoch nicht. Sie verschleierten die bürokratischen Erscheinungen und versuchten, die kulturrevolutionäre Bewegung nach rechts zu zerren. Mao Zedong ließ ihre Büros schließen und ihre Thesen zurückziehen. Weitsichtig machten sich Mao Zedong und die revolutionären Kräfte in der KP Chinas Gedanken über den Klassenkampf im Sozialismus. Sie erkannten, dass es nicht nur von außen Bestrebungen gab, den Kapitalismus wiederherzustellen, sondern diese Gefahr auch von Verantwortlichen in Wirtschaft, Staat und Partei ausgehen kann. Sie maßen daher schon damals dem weltanschaulichen Kampf und der Mobilisierung der Massen größte Bedeutung bei. Sogar Ansätze der Lehre von der Denkweise erscheinen zwischen den Zeilen der damaligen Dokumente. Das Rundschreiben entlarvte auch die Methoden des revisionistischen Programms von P'eng Chen. Mao Zedong hatte den revolutionären Kurs entwickelt: "Lasst tausend Blumen blühen!" Er sagte: "'Blühenlassen' bedeutet, daß man alle Menschen ihre Meinungen frei zum Ausdruck bringen läßt, daß man sie ermutigt zu sprechen, zu kritisieren und zu debattieren." In den konterrevolutionären Thesen wird das "Blühenlassen" in Worten ausgewalzt, aber vollständig seines proletarischen Klasseninhalts beraubt. Vom 16. Mai bis zum 8. August 1966 gab es zahlreiche Versammlungen, Wandzeitungen, Entschließungen, die in den Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei über die Große Proletarische Kulturrevolution mündeten.

Antikommunistische Hetze im Kalenderblatt des Deutschlandfunk

Am 16. Mai 2026 widmete der "Deutschlandfunk" aus Anlass des Jahrestags sein tägliches Kalenderblatt der Kulturrevolution. Aber in welch unsäglich antikommunistischer Manier! Schon die Überschrift soll wohl Gedanken und Gefühle an ein düsteres Gespenst auslösen: "Kulturrevolution in China - Maos langer Schatten." Und so geht's weiter: "Im Jahr 1966 löste ein Parteibeschluss eine landesweite Kampagne in China aus. Von da an waren Verfolgung und Denunziation Alltag. Zulässig waren nur die Lehren des Vorsitzenden Mao. Bis 1976 wurden Tausende Kritiker mundtot gemacht oder umgebracht." 

 

In anderen Dokumenten ist sogar von "Millionen Opfern" die Rede. Diese sind frei erfunden und nirgends nachgewiesen. "Linke" Abweichungen und Überspitzungen gab es, die wurden aber von Mao Zedong selbst kritisiert und bekämpft. Der Beschluss über die Große Proletarische Kulturrevolution richtete die chinesischen Massen gegen Gewalt und Terror aus: "Die Minderheit soll geschützt werden, denn manchmal liegt bei ihr die Wahrheit. Auch wenn sie unrecht hat, soll ihr dennoch erlaubt werden, in ihrer Sache zu sprechen und ihre Meinung zu behalten. Wenn es eine Debatte gibt, soll sie duch Argumente und nicht durch Zwang oder Gewalt geführt werden." (Zitiert nach "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus", Seite 206).

 

In diesem Buch von Stefan Engel, erschienen auch als Revolutionärer Weg 36, wird Anton Stengl zitiert, der die manipulative Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft aufdeckt, die auch der Deutschlandfunk hier anwendet. "Auffällig ist, dass bei den neueren (Darstellungen) die Reduktion der zeitgeschichtlichen Vorgänge in China auf ein einzelnes Stichwort: ... Kulturrevolution = Chaos ... Mit dieser Methode kann eine Diskussion zum Thema bereits abgeschlossen werden, bevor sie überhaupt angefangen hat." (Seite 208). 

 

Das Jahr 2026 ist gespickt voll mit Jahrestagen der Großen Proletarischen Kulturrevolution. Die MLPD wird sie nutzen, um besonders unter der Jugend eine breite Aufklärungsarbeit über diese visionäre Bewegung zu machen, sie gegen antikommunistische Hetze zu verteidigen und die schöpferischen Schlussfolgerungen der MLPD zu verbreiten. Nicht als Blick zurück, sondern als Bestandteil der Bewegung, das wachsende Ansehen des Sozialismus unter den Massen zu untermauern.