Stellantis Rüsselsheim

Stellantis Rüsselsheim

1000 Kolleginnen und Kollegen beteiligen sich an Aktionstag

Am 12. Mai 2026 hat in Rüsselsheim die IG Metall zu einer verhandlungsbegleitenden Aktion aufgerufen. Verhandelt wurde zwischen Betriebsrat und Stellantis/Opelmanagement.

Korrespondenz

Grund für den Aufruf war, dass Stellantis über den sowieso schon stattfindenden Stellenabbau hinaus weitere 650 Arbeitsplätze im Entwicklungsbereich vernichten will. Das ist gegen die Vereinbarungen in dem laufenden sogenannten „Zukunftstarifvertrag“. Das Management verband das mit der Drohung, „der Betriebsrat solle dem zustimmen, da sonst die 'Katastrophenklausel' gezogen werde“ und der Kündigungsschutz für alle anderen Arbeitsplätze auch wegfalle.

 

Bis zu 1000 Kolleginnen und Kollegen folgten dem Aufruf ihrer Gewerkschaft IG Metall. Seit langem war das die erste Aktion, an der aus allen Werksbereichen die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam aufgerufen waren und sich beteiligten: aus der Lehrwerkstatt, der Entwicklung, der Verwaltung und den Angestellten.Mit den Trommlern aus der Produktion und dem Trillerpfeifenkonzert brachte die Belegschaft ihre kämpferische Stimmung und ihre Wut über die Erpressungsversuche direkt in die Zentrale.

 

Der IG-Metall-Ortsbevollmächtigte und der Betriebsratsvorsitzende Lars Thiel sagte: „Der Arbeitsplatzabbau muss ein Ende haben. Ein Folgemodell muss her“. „Wir brauchen Zukunft“, „Wir werden den Bruch der Tarifverträge nicht akzeptieren“. Damit trafen sie die Stimmung der Belegschaft und wurden immer wieder durch das Beifallkonzert der Belegschaft unterbrochen.

 

Werksleiter Wangemann provozierte. Er spielte auf das Auflösen der Homeoffice-Regelung für das Engeneering an: „Zurück an die Arbeit hat funktioniert, deswegen sind wohl so viele hier.“ Als er nach dem Pfeifkonzert wieder reden konnte, versuchte er sich und das deutsche Stellantis-Management als Verteidiger der Interessen der Belegschaft zu verkaufen. Dieses Märchen strafte er selbst Lügen, als er enden wollte mit der Aufforderung, Verständnis dafür zu haben, dass „der Arbeitsplatzabbau weitergehen müsse“. Er wurde mit einem Pfeifkonzert am Weiterreden gehindert.

 

Viele der Kollegen berichteten nachher begeistert von dem Zusammenhalt, den man spürte: „Die versuchen uns wieder zu spalten, das dürfen wir nicht zulassen.“ „Es geht hier um viel mehr. Wenn die eine Bresche geschlagen haben, gehen sie an alles, was uns wichtig ist.“ „Werksschließungen stehen immer noch an, Stellantis will mehr als nur Entlassungen“. Der Ernst der Lage wird in der Belegschaft intensiv diskutiert. Insbesondere der Vorschlag eines weltweiten Stellantis-Aktionstags, den die Internationale Automobilarbeiterkonferenz gemacht hat, muss weiter beraten werden. Es gibt viele Kollegen, die die Aktionen am 12.05. berechtigt als noch zu zaghaft und zögerlich kritisierten. Dass Lars Thiel die Aktion mit den Worten beendete: „Das war nur der Anfang“ entsprach der Stimmung der Belegschaft.

 

Es gibt keinen Grund, auf die Veröffentlichung der Pläne von Stellantis am 21.05.2026 zu warten. Mit dem feigen Angriff auf die Ingenieure versucht Stellantis im Vorfeld zu spalten und gleichzeitig werden Fakten geschaffen. Es bewahrheitet sich, dass es eine Illusion ist, dass man durch Verzicht und Sozialtarifvertrag Arbeitsplätze erhalten könne. Siehe auch: Infobrief der internationalen Stellantis-Koordinierung. Gut, dass in allen Werken schon die Solidarität beraten wird, um diese begonnene Spaltung gemeinsam zurückzuweisen.

 

Die MLPD überbrachte ihre Solidarität an die Kolleginnen und Kollegen, die zur Zentrale demonstrierten. Außerdem bot sie den Vorschlag eines Kampfprogramms der Arbeiterklasse an, das auf Interesse stieß und das 80 interessierte Kollegen und Kolleginnen in Broschürenform mitnahmen.

 

Um sich zu stärken und kennen zu lernen, luden die MLPD-Genossen sie zur gemeinsamen Teilnahme am Internationalen Pfingstjugendtreffen vom 22. - 24. Mai in Gelsenkirchen ein.