Bergmannswohnungen
Widerstand von VIVAWEST-Mietern gegen drastische Mieterhöhungen ist ungebrochen
Der folgende Artikel der Redaktion Auguste Victoria ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland, „Vortrieb“, erschienen.
Die angekündigte „Luxussanierung“ von Bergmannswohnungen in Marl-Hüls durch VIVAWEST schlägt weiter Wellen. Dem inzwischen drittgrößten Wohnungskonzern Deutschlands geht es einzig und allein darum, mit teils völlig unsinnigen Maßnahmen einen Vorwand für Mieterhöhungen zwischen 50 und 90 Prozent zu schaffen.
Wohnungen sollen aus der Sozialbindung fallen und langjährige Mieter zum Auszug gezwungen werden. Das Ergebnis würde breite Schichten betreffen, weil damit der Mietspiegel steigen und das allgemeine Mietniveau hochgetrieben würde. Das trifft besonders die Jugend, die vielfach überhaupt keine bezahlbaren Wohnungen mehr findet.
Der letzte „Vortrieb“ hatte als Bilanz gezogen: „Mit ihrem selbstherrlichen Gebaren hat sich VIVAWEST eindeutig ins Unrecht gesetzt. Die Mieter fordern jetzt von Behörden und Regierung, dass derartige Maßnahmen überhaupt nicht ohne Zustimmung der Mieter umgesetzt werden dürfen. Gleichzeitig müssen endlich die seit Jahren geforderten und dringend notwendigen Reparaturen sowie Instandsetzungen auf Kosten von VIVAWEST erfolgen.“
Erst einmal haben dieser Protest und öffentlicher Druck Teilerfolge erzielt. VIVAWEST musste die schon für das letzte Jahr geplanten Baumaßnahmen verschieben und einige der dringlichsten Reparaturen in Angriff nehmen, wie den ordnungsgemäßen Rückschnitt von Bäumen. Sie waren trotz ständiger Mahnungen der Mieter seit vielen Jahren verweigert worden.
Die Sanierung der Außenbeleuchtung blieb allerdings auf halbem Wege stecken – obwohl die schlechte Beleuchtung Wegeunfälle geradezu heraufbeschwört. Stattdessen geht VIVAWEST dazu über, mit Baumaßnahmen vollendete Tatsachen zu schaffen, ohne dass eine Zustimmung der Mieter vorliegt. Das wird nicht hingenommen. Die nächste Runde der Auseinandersetzung ist eingeläutet!