"Sport" à la Trump

"Sport" à la Trump

USA: „Enhanced Games“ – Doping-Spiele in Las Vegas

„Enhanced Games“ – unter diesem Namen startet am 24. Mai in Las Vegas / USA eine denkwürdige Premiere: Es winken enorme Preisgelder in Höhe von bis zu 1 Mio. Dollar, wenn gedopte Spitzensportler gegeneinander antreten. Unter den Geldgebern / Unterstützern sind der Tech-Milliardär Peter Thiel, Donald Trump Jr. und andere Milliardäre.¹

Von Dr. med. Willi Mast
USA: „Enhanced Games“ – Doping-Spiele in Las Vegas
Ein Screenshot vom Online-Shop auf enhanced.com (foto: screenshot)

Ganz offiziell wenden sich die Veranstalter gegen die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und erlauben leistungssteigernde Medikamente wie Testosteron, anabole Steroide, Erythropoietin, Modanafil etc. (s.a. Dt. Ärzteblatt 9 / 2026).


Nach Meinung des Begründers von Enhanced Games, Aron D’Souza, haben die Athleten „das Recht, mit ihrem Körper zu tun, was sie wollen“. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei korrupt und zahle ihnen nicht genug.


Nationale und internationale Sportverbände lehnen die Wettbewerbe in Las Vegas ab. Sie sehen die Integrität des Sports und die Gesundheit der Sportler gefährdet.


Zu Recht wird kritisiert, dass die Werbung für leistungssteigernde Substanzen und Methoden eine gefährliche Botschaft an Sportler sendet: als könnte man gefahrlos alle möglichen Methoden zur Selbstoptimierung und Leistungssteigerung einsetzen. Bereits heute nimmt ein Teil der Breitensportlerinnen und Breitensportler rezeptfreie Medikamente, 3,1 Prozent der Männer sogar verbotene Substanzen, um ihre sportlichen Leistungen zu steigern.


Testosteron-Präparate, Abnehmspritzen und Peptide im eigenen Online-Shop – offensichtlich soll die Veranstaltung ein Mega-Werbe-Event werden und die Risiken des Dopings sollen heruntergespielt werden. Dazu passt, dass die Spiele im Rahmen einer klinischen Studie ablaufen, die von einem Medical Center aus Abu Dhabi geleitet wird. Enhanced Games ist ein Ausdruck und trauriger Höhepunkt einer zunehmend kommerzialisierten und pervertierten Sportunkultur.

 

Sie fordern aber auch dazu heraus, sich auf die Ursprünge und den Sinn des Sports zu besinnen: Statt grenzenloser „Selbstoptimierung“ und Konkurrenz jeder gegen jeden – Freude an der Bewegung und auch am Wettkampf. Sport als wichtiger Teil der Gesundheitsförderung und einer allseitigen Entwicklung der Jugend. „Freundschaft im Wettkampf“ ist auch das Motto beim Sport und Spiel ohne Grenzen auf dem bevorstehenden 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen, das vom 22. bis 24. Mai im Revierpark Nienhausen in Gelsenkirchen stattfinden wird.

 

Hier gibt es alle Infos zum 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen