Zwei Todesopfer
Täter war der Polizei bekannt: Amokfahrt in Leipzig
Ein Autofahrer fuhr am gestrigen Montagnachmittag gegen 16.45 Uhr in Leipzig mit einem SUV mit hoher Geschwindigkeit von 70-80 km/h vom Augustusplatz durch die Grimmaische Straße mehrere hundert Meter bis zum Marktplatz in die Nähe der Thomaskirche. Zwei Menschen wurden getötet, mindestens 20 Menschen wurden verletzt, davon drei schwer. Das Krankenhaus St. Georg hat den Katastrophenalarm ausgerufen.
Die Grimmaische Straße ist eine sehr belebte Fußgängerzone mit Läden, Cafés, Restaurants. Und es finden nicht wenige Demonstrationen durch diese Straße statt, wie zuletzt am 1. Mai. Für den 8. Mai sind weitere Demos angemeldet. Ausgangspunkt wird der Augustusplatz sein.
Schnell erklärte der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU), dass es ein Einzeltäter sei und keinerlei politische Motivation vorliege. Leipzig sei absolut sicher. Es sei ein „Amoktäter“. Der Täter ist ein 33-jähriger Deutscher. Im Gleichklang äußerten sich der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung und der Leipziger Polizeipräsident René Demmler.
Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung (LVZ) ist der mutmaßliche Amokfahrer K. ein polizeibekannter Amateurboxer, der noch bis Januar 2026 in einem Leipziger Boxclub ehrenamtlich Trainings für Anfänger verschiedenen Alters geleitet hat. Warum wird von der Polizei verschwiegen, wofür der Täter polizeilich bekannt war?
Passanten reagierten mit großer Hilfsbereitschaft, womit noch Schlimmeres verhindert werden konnte. Am Abend war die Fußgängerzone abgesperrt, die Geschäfte geschlossen und die Menschen waren entsetzt, tief betroffen und nachdenklich.
Es stellen sich viele Fragen: Was ist das wirkliche Motiv des Täters? Was geht in so einem Menschen vor, der kaltblütig und/oder hasserfüllt mit hoher Geschwindigkeit auf unschuldige Menschen fährt? Das ist klarer Vorsatz der Tötung und Verletzung!
Die Oberstaatsanwältin Claudia Laube sagt: „Wenn ein Täter mit diesem Tempo durch eine Fußgängerzone fährt, muss man davon ausgehen, dass er gezielt Menschen töten wollte“( LVZ 5. 5. 26). In der Nähe befindet sich die Nikolaikirche, wo letzten Montag das Friedensgebet zur Solidarität mit dem von DHL gekündigten Verdi-Vetrauensmann Christopher stattgefunden hat. Christopher war gekündigt worden, weil er entschlossen gegen Waffentransporte nach Israel eintrat.
Schnell wurden die sozialen Medien von AfD, Freien Sachsen und anderen Faschisten geflutet, die auf einen Täter mit Migrationshintergrund setzten. Enttäuschtes Verstummen auf dieser Seite, als sich herausstellte, dass der Täter ein Deutscher ist. Die Verbindung rücksichtsloser Kriege, der Hochrüstung und von Massakern zu solchen individuellen Eskalationen wird von den bürgerlichen Medien und Politikern erst gar nicht hergestellt.
Die Menschen, allen voran die Verletzten und die Angehörigen der Opfer, haben ein Recht, dass diese schreckliche Tat vollständig aufgeklärt wird! Das Verbrechen muss bestraft werden. Gudrun Kimmerle von der MLPD Leipzig fordert eine vollständige und gründliche Aufklärung der Tat und Bestrafung des Täters. „Wir trauern mit den Angehörigen um die Opfer und wünschen allen Verletzten beste Genesung“ erklärte sie gegenüber Rote Fahne News.