1. Mai Hamburg
Rekordzahl von 25.000 in Hamburg bei Maidemonstrationen
Bei den Gewerkschaftsdemonstrationen und weiteren drei Demonstrationen beteiligten sich dieses Jahr mit 25.000 wesentlich mehr Teilnehmer in Hamburg, vor allem Jugendliche. Sie richten sich gegen Sozialkahlschlag, Krieg, Faschismus und Umweltzerstörung und suchen zunehmend Klarheit über den Sozialismus.
Ein Rote-Fahne-Verkäufer vertrieb alleine schon 13 Exemplare des Rote-Fahne-Magazins. Das Interesse am Pfingstjugendtreffen „Für eine sozialistische Jugendbewegung“, das vom 22. bis 24. Mai 2026 stattfindet, wurde geweckt.
Da ist es Ausdruck der Angst vor dieser Entwicklung, wenn das Hamburger Abendblatt dies erst auf S. 35 unter „Wirtschaft“ behandelt: „Faire Löhne und starke Tarifverträge, einen starken Sozialstaat und eine sichere Zukunft“ zitiert es die Hamburger DGB-Vorsitzende Tanja Chawla. Den Menschen geht es um weit mehr und die Lebenslüge vom „Sozialstaat“ wird gerade von der Merz-Klingbeil-Regierung und den Monopolen demontiert.
Tatsächlich war die DGB-Hauptdemo in der ganzen Bandbreite gesellschaftlicher Themen politisiert und mit über 11.000 Teilnehmern auch die weitaus größte. Die Empörung ist groß, dass sich der Hamburger SPD-Grüne-Senat im rechten Fahrwasser an Kriegsübungen beteiligt, in diesem Sinne Offiziersbesuche an Schulen fördert und die Berufsverbote wieder einführt.
Die Maidemonstranten wollen, dass sich der DGB und die Einzelgewerkschaften gegen diesen Kurs richten. Als fatal kritisiert die MLPD Hamburg in einem offenen Brief, dass die Hamburger DGB-Führung der MLPD nach über 40 Jahren positiver Gewerkschaftsarbeit neuerdings den Infostand verweigert. Auch „Spartakist Arbeiterpartei“ ist betroffen.„Dabei ist die Lehre aus dem Hitlerfaschismus, dass sich alle, von Religion bis Revolution, gegen Rechtsentwicklung und faschistische Gefahr zusammenschließen müssen. Die Einheitsgewerkschaft ist ein Ergebnis dieser Erfahrung“, protestiert die MLPD Hamburg in ihrem offenen Brief.
Die Infostände von MLPD und Spartakist wurden dann im Sinne der Masse der Demonstranten entschlossen und unbehelligt aufgebaut und fanden erhöhtes Interesse. Auf einer Liste gegen das Verbot unterschrieben Infostände und Einzelpersonen von der LINKEN, DKP, TKP, Tudeh-Partei, Spartakist, Umweltgewerkschaft, DFG VK, „widersetzen“, iranische Organisationen, „Frauen für Demokratie“ und viele ver.di- und IG-Metall-Mitglieder. Der Frauenverband Courage und die Montagsdemo hatten sich im Vorweg solidarisch erklärt. Die Gespräche festigten die Einheit gegen Krieg, Faschismus und Umweltkatastrophe und das Vertrauen untereinander; mehrfach wurde gewünscht, dass wir enger zusammenarbeiten. Einem Mitglied der Grünen versprachen wir mehr Information über den 1973 (!) von der IG-Metall-Führung beschlossenen Unvereinbarkeitsbeschluss; davon machte er seine Unterschrift abhängig. Zu denken gibt, dass ihm gar nicht aufgefallen war, dass der SPD-Grüne-Senat erneut Berufsverbote beschlossen hat. Der Regelanfrage folgen Berufsverbote, die sich auch heute wieder gegen Fortschrittliche und Linke richten. Seine Sorge um AfD-Leute im öffentlichen Dienst kann am besten mit dem Verbot dieser faschistischen Partei und ihrer Propaganda behoben werden!
Genossen der MLPD beteiligten sich auch an der „revolutionären Maidemonstration“. Die MLPD spricht heute von einer „vorrevolutionären Gärung“. Aber da sind die Arbeiter die führende Kraft und es gibt viel zu klären! Im offenen Block des Internationalistischen Bündnisses auf der DGB-Demo beteiligten sich dazu Vertreter der MLPD, der ATIF, der Umweltgewerkschaft, von Courage, „Kein NATO-Hafen“ und Unorganisierte am offenen Mikrofon, auch mit Sprechchören und Liedern der Musikgruppe pepperoni. Es ging dort auch um ein positives Bild des Sozialismus, in dem ein Rückfall zum Kapitalismus künftig verhindert wird.
Bei bester Stimmung gab die Maifeier in Hof und Räumen der MLPD weitergehende Anregungen, auch zur Organisierung.