Bergbau

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Proteste in Polen und Rumänien gegen Zechenschließungen und EU-Beschlüsse

Der folgende Artikel der Redaktion Walsum ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland, „Vortrieb“, erschienen.

Aus der Kollegenzeitung „Vortrieb“

Polen, November 2025:

Am 4. November 2025 gingen Zigtausende Bergleute in Kattowice in der Region der Bergbau- und Stahlindustrie in Schlesien aus Wut und Sorge um ihre Zukunft auf die Straße. Die Demonstration richtete sich gegen den EU-Beschluss, bis 2049 die Steinkohlebergwerke stillzulegen und weitere 80.000 Arbeitsplätze zu vernichten.


Dazu kommen Zigtausende Arbeitsplätze, die daran hängen. Der Demonstration schlossen sich deshalb auch Kolleginnen und Kollegen aus der Automobilindustrie und aus anderen Branchen an. Die Bergleute wollen ihre Proteste fortsetzen, wenn ihnen keine Alternative angeboten wird.

 

Jetzt wird in Zusammenhang mit den Protesten von Regierung und Bergwerken für die Rüstungsindustrie geworben und es wird gegen Umweltschutz gehetzt. Rüstungsproduktion, Kriegsvorbereitung und Umweltzerstörung sind für die Arbeiter aber keine Alternative.

Rumänien, März / April 2026:

In Rumänien kämpfen erneut die Bergarbeiter gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze. Die Proteste begannen Anfang März in Târgu Jiu, im Süden Rumäniens. Die rumänische Regierung hat die Stilllegung des Bergbaus in einem Vertrag mit der EU bis Ende 2026 für die Minen im Schiltal und bis 2030 für die Oltenia Energie Group / Complexul Energetic Oltenia in Târgu Jiu beschlossen. Jetzt sollen zunächst nahezu 2000 Arbeiter mit befristeten Verträgen ihre Arbeit verlieren. 1000 Arbeiter demonstrierten deshalb vor Ende März in Bukarest vor dem Regierungssitz; einige traten in Hungerstreik.


Sie werden von der Gewerkschaft Muntele solidarisch unterstützt. Muntele forderte die Hinauszögerung der Schließung, die Verlängerung der Befristungen und Ausgleichszahlungen bei Entlassungen. Muntele vertritt auch die Bergleute und Energiearbeiter des anderen Zeichenkomplexes im Schiltal (Valea Jiului). Die Gewerkschaft fordert von der Regierung Lösungen für die Probleme, statt sie auf dem Rücken der Bergarbeiter abzuladen. Sie fordert auch, dass der rumänische Staat die Bedingungen für die Schließung der Bergwerke im Schiltal neu mit der EU verhandelt.


Wenig überraschend lehnte der Ministerpräsidenten Ilie Bolojan die Forderungen der Arbeiter und der Gewerkschaft ab.

 

Die Bergarbeiter müssen sich international zusammenschließen.