1. Mai in Südkorea
Erstmals am Feiertag - Massendemonstration in Seoul
Am 1. Mai demonstrierten insgesamt rund 45000 Menschen bei Kundgebungen der beiden großen Gewerkschaftsdachverbände KCTU und FKTU in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.
Erst im März hatte die Nationalversammlung beschlossen, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag festzulegen; Ende April wurde die Regelung per Kabinettsbeschluss umgesetzt, indem er nun auch für Beamte als arbeitsfrei gilt. Eine Forderung der Arbeiter war, dass auch die vielen inoffiziell Beschäftigten, die ähnlich wie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter stark entrechtet sind, am 1. Mai freibekommen.
Die Demonstration war wie immer in Südkorea sehr diszipliniert und kämpferisch. Vor dem gemeinsamen Marsch versammelten sich die einzelnen Gewerkschaften z. T. vor den Konzernzentralen koreanischer Monopole und machten ihre Forderungen klar. Die Forderungen waren sehr weit gefächert. Der Gewerkschaftsdachverband KCTU forderte ein sofortiges Ende des Krieges des US-Imperialismus und Israels gegen den Iran. Kritisiert wurden die explodierenden Kosten, die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 65 Jahre wurde gefordert, sowie der Ausbau der Arbeiterrechte. Die Gewerkschaften forderten Gesetze zum Schutz vor Arbeitsplatzverlust durch KI und gegen das weitere Ausreifen des "Klimawandels".