57 Staaten vertreten
Konferenz der „Willigen“ in Santa Marta – Abkehr von fossiler Energie?
Bei der Weltklimakonferenz (COP30) in Brasilien blockierten 30 Öl und Gas produzierende Länder und ihre Monopole rigoros einen Fahrplan zum Ausstieg („Roadmap“) aus fossilen Energieträgern. Vor allem die Delegierten der vom Untergang unmittelbar betroffenen Länder, darunter die Fidschi-Inseln und Mikronesien, prangerten das zu Recht als regelrechten Offenbarungseid an.
Auch die meisten europäischen Länder übten Kritik, aber völlig zahnlos. Während die Fidschi-Inseln und Mikronesien sofort Maßnahmen fordern, treten die meisten Länder dieser „Allianz der Willigen“ zwar für mehr erneuerbare Energien ein, ohne allerdings zügig das fossile oder atomare Zeitalter beenden zu wollen. Das ist Betrug an der Umweltbewegung und „Greenwashing. Die „Allianz der Willigen“ traf sich nun im April in Santa Marta, Kolumbien, zur „ersten Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien“.
Der Anfang vom Ende der fossilen Energieträger?
Vertreten waren 57 Staaten, nur ein Viertel der Staaten des Weltklimaabkommens von 2015 in Paris. Die größten Treibhausgas-Emittenten wie China (30 Prozent), die USA (13 Prozent), Russland (5 Prozent) und die arabischen Ölstaaten fehlten. Sie sind auch die Haupttreiber des Anstiegs der globalen Gas- und Öl-Produktion und neuer Kohlebergbauprojekte.
Der angekündigte Durchbruch blieb aus, weder verbindliche Ziele noch einheitliche Zeitpläne wurden vereinbart. Stattdessen nur freiwillige, unverbindliche „Roadmaps“ und Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats. Als „Erfolg“ wird allen Ernstes verkauft, dass Frankreich bis 2050 aus Gas, Kohle und Öl aussteigen will. Absolut lächerlich, völlig ungenügend und unverantwortlich angesichts der Vertiefung der globalen Umweltkatastrophe. Vor allem will Frankreich die Nutzung fossiler Energieträger durch die Nutzung der gefährlichsten Energie, der nicht beherrschbaren Atomenergie, ersetzen.
Weltweit wächst die Nutzung erneuerbarer Energien, selbst in den Gas und Öl produzierenden Ländern. Deren Monopole nutzen erneuerbare Energien als zusätzliche Energiequelle des wachsenden Energiebedarfs oder teilweise als Ersatz für fossile Energien, weil Erneuerbare einfach billiger und ein lukratives Geschäft sind. Weder stellen sie zügig auf 100 Prozent erneuerbare Energien um, noch beenden sie konsequent die Nutzung fossiler Energien. Und mit Klima- und Umweltschutz hat das wenig zu tun, wenn die Bundesregierung auf Gaskraftwerke setzt und afrikanische Staaten zu LNG-Gasprojekten anstachelt. Lateinamerikanische Staaten der „Allianz der Willigen“ entwickeln sich zum Hotspot für Gas- und Öl-Projekte. Öl- und Gasmonopole planen dort 8.800 km neue Pipelines. Ein Drittel der Finanzierung kommt aus Europa. Selbst wenn Staaten fossile Energien reduzieren wollen, verhindern das fossile Monopole. Zur Zeit klagen diese in 1.362 Fällen auf 327 Milliarden US-Dollar Schadenersatz für Investitionen. Ein Ende fossiler Energieträger ist nicht in Sicht, was die globale Umweltkatastrophe weiter vorantreibt.
Lügen haben kurze Beine!
Mit der Vorlage der Gesetzesentwürfe für das EEG 2027 und das Netzpaket verbreitete Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erneut die Mär von den hohen Energiewende-Systemkosten. Ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Wirtschaftsverband Windkraft beauftragtes Gutachten beim energiewirtschaftlichen Beratungsdienst RBID GmbH beweist, dass unter Einbeziehung von Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher Erneuerbare deutlich günstiger sind als der Neubau von Gaskraftwerken. Im Gesamtkostenvergleich sind im Jahr 2027 gebaute Solar- und Windenergieanlagen mit 11 Cent je Kilowattstunde dreimal billiger als Gaskraftwerke mit 31 Cent pro Kilowattstunde. Mit der Vorgabe, dass bei Stromunterbrechung fossile Kraftwerke gegenüber Batteriespeicher bevorzugt werden, bremst Reiche Batteriespeicher aus.
„Zusammen mit den CEOs von E.ON und RWE hat Katherina Reiche ein argumentatives Kartenhaus aufgebaut, um neue Gaskraftwerke durchzusetzen. Dieses Kartenhaus fällt nun in sich zusammen“, kommentierte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraener das Gutachten.
Aktuelle ernste Warnsignale
Laut dem Klimabericht 2025 des europäischen Copernicus-Dienstes verzeichnete Europa in 95 Prozent der Regionen überdurchschnittliche Hitze (1). Extreme Hitze selbst in Mittel- und Nordeuropa, außergewöhnliche lange Sommerdürre im Großteil aller Regionen in Europa peinigt die Menschen und die Landwirtschaft. Die Arktis und die Meere erwärmen sich rasant. Durch das Abschmelzen des arktischen Eises und der Grönlandgletscher schwächt sich die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) stärker ab als bislang prognostiziert wurde. Mehr Beobachtungsdaten legen nahe, dass ein Kipppunkt bereits Mitte dieses Jahrhunderts erreicht sein könnte (2). Westeuropa würde in extreme Kältewinter und Sommerdürren abrutschen, trotz globaler Erwärmung. Die Plünderung der Gewässer in Westafrika durch Fangflotten aus Europa und Asien verschärft Hunger, Armut und treibt die Menschen zur Flucht. In Senegal stehen bereits mehr als die Hälfte der Fischpopulationen vor dem Kollaps (3).
Die internationalen Monopole und die reaktionäre Umweltpolitik rechter, ultrarechter und faschistischer Regierungen führen die Menschheit immer tiefer in die Katastrophe.
Nehmt ihnen die Welt aus der Hand, eh sie verbrannt!
Kommt am 8. Mai um 18 Uhr auf den Viehofer Platz zur Kampfdemonstration des Internationalistischen Bündnisses gegen Faschismus, Weltkriegsvorbereitung und Preistreiberei!