Mülheim an der Ruhr

Mülheim an der Ruhr

Hendrik Wüst hat schweren Stand beim 1. Mai

Dass ausgerechnet der CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, als Hauptredner bei der landeszentralen 1.-Mai-Kundgebung des DGB NRW in Mülheim an der Ruhr eingeladen wurde, verursachte schon vor Beginn bei vielen Kollegen Kopfschütteln.

Von Korrespondentin

Schließlich steht auch er für die arbeiter- und massenfeindliche Politik der Bundesregierung und die besonders von der CDU forcierte Rechtsentwicklung. Aber auch mit seiner Landespolitik macht er sich unter Gewerkschaftern keine Freunde: Eine große Delegation von Ver.di-Kollegen versammelte sich vor der Bühne, um lautstark gegen das KiBiZ‑Gesetz zu protestieren, das die Entwicklung der Kitas von Bildungseinrichtungen zu reinen Kinderverwahranstalten weiter vorantreibt.


Trotz Pfeifkonzert und „Lügen-Hendrik!“-Zwischenrufen marschierte Herr Wüst unbeirrt durch seine Rede und pries Tankrabatte und Krankenkassenreform an. Mit leiser Kritik an seinem Chef in Berlin versuchte er, sich dann etwas anzubiedern. Man müsse mehr auf die Leute zugehen, statt sie zu beschimpfen.


Da hat er nicht unrecht, aber die Kollegen wissen auch: Wenn der Inhalt nichts taugt, wird er durch Drüberreden auch nicht besser! Kaum war das Schauspiel vorbei, suchte Herr Wüst mit seinem Tross von grimmig dreinschauenden Personenschützern das Weite


Eine gute Seite hatte diese Episode: Die Polizei war so mit dem Schutz von Herrn Wüst beschäftigt, dass der Stand der MLPD diesmal völlig unbehelligt blieb. Eine Reihe von Parteiprogrammen wechselte den Besitzer, viele waren empört über den "Wüsten" Auftritt.