1. Mai
Gera: Klare Kante gezeigt – auch gegen die Faschisten
Bei schönstem Sonnenschein fand in Gera die DGB-Kundgebung zum 1. Mai statt. Mit Ständen vertreten waren die IG Metall, die IG BAU und Ver.di, die Linkspartei, die MLPD und der Jugendverband REBELL, die SPD, das BSW, Cuba Sí und der Freidenkerverband. Mehrere Hundert Menschen nahmen wie im letzten Jahr an der Kundgebung teil.
Hauptrednerin war die Gewerkschaftssekretärin des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Julia Langhammer. Sie kritisierte die Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und den Sozialabbau. Der Oberbürgermeister der Stadt Gera, Kurt Dannenberg von der CDU, wandte sich gegen den Aufmarsch der Neonazis vom III. Weg, der in Gera für den Nachmittag geplant war. Er setzte sich aber nicht für das Verbot des Aufmarsches ein.
Auch die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, ergriff das Wort. Sie versuchte, die Mitverantwortung der SPD für die aktuellen Gesetzesverschärfungen zu beschwichtigen.
Wie auch in den Jahren zuvor, führte ein Gewerkschaftsfunktionär Interviews mit den beteiligten Kräften auf dem Platz, wobei er mit dem Mikrofon von Stand zu Stand ging. Der Stand der MLPD wurde dabei als einziger absichtlich ausgelassen. So versuchte man, die einzige Kraft, die für die Perspektive des echten Sozialismus eintritt und eine Grundsatzkritik am Kapitalismus führt, zu zensieren.
Der MLPD-Stand wurde mehr aufgesucht als im letzten Jahr. Einige Bücher zum Sozialismus, zur Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und in der DDR, Parteiprogramme und Broschüren gegen das faschistische „Zentrum Automobil“ wurden verkauft. In zahlreichen Gesprächen kam das Interesse an der MLPD zum Ausdruck, an ihrer Geschichte, ihren Standpunkten zum Sozialismus und zum heutigen China.
Nachmittags marschierten etwa 200 Neofaschisten des „III. Wegs“ unter martialischem Polizeischutz durch die Stadt. Es waren doppelt so viele Antifaschisten, die lautstark dagegen protestierten.