Tag des Lokaljournalismus
Ganz nah dran an den Massen!
Heute ist der Tag des Lokaljournalismus. Doch was ist das eigentlich – „Lokaljournalismus“?
Lokaljournalismus wird angehenden Journalistinnen und Journalisten an Universitäten und Fachhochschulen oft abschätzig als „journalistisches Graubrot“ dargestellt. Lokaljournalismus ist das, mit dem so gut wie jeder Journalist, egal ob als freier Journalist, als fest angestellter Redakteur etc., angefangen hat.
Für viele Lokalredaktionen ist in erster Linie die Lokalpolitik wichtig. Es wird möglichst keine Stadtverordnetenversammlung ausgelassen, der örtliche Bürgermeister – häufig auch Bezirksbürgermeister etc. – bekommt viel Platz, um sich auszubreiten. Dazu kommt dann das, was im Allgemeinen als „Vereinsberichterstattung“ bezeichnet wird. Das war mir ehrlich gesagt immer mit am liebsten.
Denn hier bist du als Journalist wirklich dran an den Massen: Nirgendwo sonst bekommst du so viel Input aus der Arbeiterklasse, aber auch aus dem Kleinbürgertum. Welche Sorgen und Nöte haben die Leute? Wie kommt man heute noch mit dem Geld klar? Wie stehen die Menschen zur Bundesregierung – stehen sie überhaupt noch zu diesem kapitalistischen System? All das bekommt man tatsächlich am ehesten mit, wenn man sich auf Fischerfesten, Treffen von Kleintierzüchtern, in der örtlichen Tanzschule, auf Kerben, Kirmesen, Kirchweih etc. umhört. Das ist tatsächlich Lokaljournalismus, ganz nah dran an den Massen. Allerdings ist das im bürgerlichen Journalismus immer begrenzt, selten erfährt man Berichte aus den Betrieben. Wie oft werden Sachen zensiert, so Berichte zur MLPD.
Auch die MLPD hat ihren „Lokaljournalismus“: Mit ihren Klein- und Stadtzeitungen, die auch über viele Redaktionen in den jeweiligen Orten und Stadtteilen verfügen, ist sie wirklich ganz nah dran an den Massen. Hier schreiben die Arbeiterinnen und Arbeiter für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Hier bekommt man ungefiltert die Kritik an der Bundesregierung, aber auch an Lokalpolitikern etc. Hier bekommt man Berichte aus örtlichen Betrieben, Berichte über Kämpfe der Belegschaften um Arbeitsplätze, Infos aus den jeweiligen Wohngebieten und Stadtteilen.
Der Lokaljournalismus der MLPD ist im wahrsten Sinne des Wortes Massenjournalismus. Und er ist unabhängig von Monopolen und Konzernen. – im Gegensatz zu den bürgerlichen Tageszeitungen, die, wenn überhaupt, oft nur noch formal von regionalen Verlagen verlegt werden. Eine kleine Anekdote: Ich arbeitete bei einer kleinen südhessischen Lokalzeitung, die auch eine Regionalausgabe in Rheinland-Pfalz herausgab. Ich nahm eine Pressemitteilung von Ver.di über die schlechten Arbeitsbedingungen bei der damals noch existierenden Drogeriekette Schlecker auf die lokale Seite 1. Am Abend erschien der Technikchef bei mir und erklärte mir unverblümt, dass er mein Anliegen zwar gut fände, und mich auch gut verstehen könne, er diesen Beitrag aber von der Seite runternehmen müsse. Ich fragte ihn verdutzt, warum. Er: „Schlecker ist Anzeigenkunde. Wenn ich das bringe, storniert der morgen alle vierfarbigen, ganzseitigen Anzeigen und wir verlieren ein Heidengeld. Das können wir leider nicht machen!“ Das ist tatsächlich so passiert.