Duisburg
Erst heimlich, jetzt offen: Straßen- und Brückensanierung dient der Kriegsvorbereitung
Im Duisburger Norden gehen die Tassen hoch, seitdem die Pläne für den Umbau der Stadtautobahn A 59 bekannt sind. Im Zuge der schon lange angekündigten Sanierung der Berliner Brücke soll auch der Streckenabschnitt zwischen den Kreuzen zur A40 und zur A42 verändert werden. Die wahren Zusammenhänge werden der Bevölkerung bis heute verheimlicht.
Die A59 soll von einer vierspurigen Stadtautobahn (EKA 3) mit Geschwindigkeitsbegrenzung bis 80 Km/h zu einer sechsspurigen Autobahn (EKA 1) ausgebaut werden. Dann können künftig Fahrzeuge mit 120 km/h mitten durch Duisburg brettern. Das Projekt soll bis in sechs Jahren abgeschlossen sein. Technisch ist auf dem einem Abschnitt eine Trogvariante mit bis zu sechs Meter hohen Schallschutzmauern und auf dem anderen eine Hochstraße vorgesehen. Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative von Anwohnern gebildet. Die Stadt Duisburg lehnt den Plan der „Autobahn GmbH des Bundes“ (1) ab und favorisiert eine Tunnellösung.
Die Protestierenden haben gute Argumente. Der Duisburger Norden gehört mit den Hochöfen von TKSE bereits jetzt schon zu den höchst belasteten Stadtteilen mit Lärm, Abgasen und Staub. Die „Autobahn GmbH“ pocht diktatorisch auf ihr Konzept, es dulde keinen Zeitaufschub. Ihr Plan soll in knapp sechs Jahren umgesetzt werden, eine Tunnellösung würde ca. 12 Jahre beanspruchen. Es bestehe „dringender struktureller Handlungsbedarf durch Brückenalterung“. Die wirtschaftliche Überlegenheit der Hochstraßenvariante in Meiderich und der Trogvariante in Hamborn gegenüber einem Tunnel sei unangefochten. Nachweise brachte das Amt nicht – trotz 1 Mio €, die der Bundestag für eine Analyse der Tunnelvariante beschloss. Dass viele Brücken den Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen sind, ist Tatsache. Aber das eigentliche Motiv ist ein anderes: Die Kriegsvorbereitung!
Am 19.3.25 ließ ein Artikel von Andrea Barthelmy beim Nachrichtenportal RND aufhorchen: „Die Sanierung der deutschen Infrastruktur hat mehr mit der Verteidigungsfähigkeit zu tun, als viele denken. Dabei geht es um gut ausgebaute Verkehrswege – aber längst nicht nur.“ (2) Zuvor hatten nur Militärfachblätter erste Verlautbarungen gemacht. So die Zeitschrift „Deutscher BundeswehrVerband e. V. Interessenvertretung aller Menschen der Bundeswehr“ mit einem Artikel des CDU-Europa-Abgeordneten David Mc Allister (3) vom 19.3.2023. Er sieht ein „gravierendes Problem“, dass schnelle Truppentransporte durch den Zustand der Verkehrsinfrastruktur behindert würden: „Ein Großteil dieser ist für militärische Transporte nicht geschaffen. Tunnel sind oftmals nicht für die Durchfahrt von Panzern ausgelegt, Brücken verfügen nicht über die nötige Tragkraft. Allein in Deutschland hat der Bund 4000 Brücken als kritisch identifiziert.“
Deutschland hat in der Militärstrategie der Nato eine Schlüsselrolle als „Drehscheibe“. Für diese haben Bundesregierung und Bundeswehr 2023 den "Operationsplan Deutschland" entwickelt. Dazu ein Bericht von „tagesschau life24“ vom 24.06.2025: „Vieles ist davon geheim, einige Eckpunkte wurden aber veröffentlicht: Soldaten, Waffen, Munition und Verpflegung, alles muss in Empfang genommen, untergebracht oder umgeladen werden. Zum richtigen Zeitpunkt geht es dann weiter an die Front im Osten. … Dazu kommt ein Strom in die andere Richtung: Flüchtlinge, Verwundete und Tote oder beschädigtes Kriegsgerät müssen zurück nach Deutschland transportiert werden. … Im Ernstfall kann jeder herangezogen werden: Hilfsorganisationen, Ehrenamtliche, Firmen, die Zivilbevölkerung. In der Praxis ist es so, dass die Bundeswehr heute schon mit Hilfsorganisationen und privaten Dienstleistern verhandelt. Etwa bei der Errichtung von temporären Lagerplätzen, für Truppen auf der Durchreise: Eine private Firma hat den Auftrag, das Material für 17 solcher Raststationen zu beschaffen und bereitzuhalten. Streng geheim ist, wo im Ernstfall Raststationen entstehen.“.
Was die A 59 in Duisburg angeht ist sie die nächste Autobahnverbindung zum größten Binnenhafen Europas, wohin Kriegsgerät von Übersee über Rotterdam nach Deutschland gebracht werden kann. Der Duisburger Hafen mit Anschluss an die A59 wurde von der nordrhein-westfälischen Landesregierung im Oktober 2025 als ‚Element der militärischen Mobilität im Bündnisfall‘ eingestuft. Über Duisburg führt zudem die kürzeste Verbindung zwischen dem Mobilmachungsstützpunkt (4) Düsseldorf bis zum größten Munitionslager der Bundeswehr in Wulfen (bei Dorsten).
Natürlich muss die Berliner Brücke im Sicherheitsinteresse von Millionen Verkehrsteilnehmern saniert werden. Aber auch eine Tunnellösung kann man sich sparen, wenn der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und für die Nutzer kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Diejenigen in der Bürgerinitiative, welche die militaristischen Pläne aufdecken, werden von reaktionären Politikern als „Verschwörungstheoretiker“ verleumdet. Dabei sind genau sie es und ihre Hintermänner in Regierungsämtern, Monopolspitzen der Rüstungsindustrie und Bundeswehrführung, die sich schon lange gegen die Interessen der Massen für Frieden und Völkerverständigung verschworen haben.