WM startet in fünf Wochen

WM startet in fünf Wochen

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 – ein Super-Deal für Trump und Infantino

In fünf Wochen soll die Fußball-WM in Nord- und Mittelamerika starten. Fußball-Freunde in vielen Ländern rund um den Globus hoffen auf spannende Spiele auf hohem Niveau.

Von cw
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 – ein Super-Deal für Trump und Infantino
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Allerdings werden die Rahmenbedingungen dafür immer düsterer. Auch ist bisher von einer wirklichen WM-Stimmung kaum etwas zu spüren. Das liegt weniger am Fußball selber: Die aktuellen Krisen, die Kriege im Nahen Osten, Spritpreis und Inflation, Arbeitsplatzvernichtung, die drohenden sozialen Einschnitte usw. stehen für die meisten Menschen im Vordergrund. Dazu kommt in den USA die Politik des faschistischen Präsidenten Trump, die unsichere Lage in Mexiko, ungeklärte Einreisebedingungen usw.

 

Für den FIFA-Chef Infantino scheint aber die Welt in Ordnung. Beim Treffen in Vancouver verspricht er jetzt den Veranstaltern 11 Milliarden Dollar Gewinn. Ja, ja – auf Kosten der Fans und Besucher! Wer aus Deutschland in die WM-Spielorte fliegen und fahren will, hat es bereits mit absurden Ticketpreisen zu tun, und die Kosten für eine Unterkunft und die Fahrt zu den Spielorten wird praktisch von Tag zu Tag teurer. Selbst bei Fanfestivals muss man viel Geld hinlegen. „Die WM der Schockpreise“ urteilte das Wall Street Journal.

 

Eine Zeitung aus einem der WM-Spielorte schrieb: „Die Weltmeisterschaft ist zu einem Verbrechen geworden. Der Fußball-Weltverband und nun auch der Staat behandeln die WM wie eine Lizenz zum Stehlen.“ Wer den Weg von New Jersey zum Stadion in East Rutherford mit der Bahn nehmen will, zahlt statt der üblichen 12,90 Dollar stramme 150 Dollar. Jüngst wurden auf der Wiederverkaufsseite der Fifa vier Tickets für das WM-Finale angeboten für 2,3 Millionen Dollar – pro Ticket! Der skrupellose Kommentar der Fifa, die bewusst die Ticketpreise dem „freien Spiel“ des Marktes überlässt: „Der variable Preisansatz der Fifa bei der Ticketvergabe steht im Einklang mit den Branchentrends in verschiedenen Sportarten.“ (WAZ, 28.4.2026) Da bleiben keine Zweifel: Es geht bei diesem Sport-Event der FIFA und den Machern darum, maximal Gewinne rauszuziehen – Kapitalismus eben!

 

Doch damit nicht genug. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warnt eindringlich vor "Ausgrenzung und Angst" während des Turniers in den USA. Die WM laufe Gefahr, "zu einer Plattform für missbräuchliche Politiken zu werden, die sich gegen Einwanderer und Besucher richten und Rassismus, Ausgrenzung, Angst und Diskriminierung zur Schau stellen". (T-online, 28.4.26) Wie berechtigt diese Warnung ist, zeigen die Vorgänge in Mineapolis und anderen Städten, wo Menschenrechte gegenüber Migranten und ihren Kindern missachtet und Gewalt gegen sie angewendet wurde und wird.

 

Gianni Infantino stärkt seinem Freund Donald Trump in aller erdenklichen Form für seine faschistische Politik den Rücken. Das Märchen von „unpolitischen Spielen“ zerplatzt auch in der Haltung der Fifa gegenüber den Palästinensern. Der Palästinensische Fußballverband (PFA) hatte wegen der „diskriminierenden Handlungen“ Israels gegenüber palästinensischen Fußballern verlangt, Israels Fußballverband zu bestrafen. "Der Fifa-Rat hat nach 15 Jahren Beratungen zu diesem Thema beschlossen, keine Entscheidung zu treffen", sagte PFA-Vizepräsidentin Susan Shalabi in einer Stellungnahme kurz vor dem Fifa-Kongress in Vancouver. Die Begründung: der Status des Westjordanlandes sei „eine ungelöste und äußerst komplexe Sachfrage“. (T-online, 1.5.2026)

 

Infantino versuchte dann in Vancouver, mit einer mehr als peinlichen Geste die Widersprüche zu versöhnen: Er wollte die Vertreter der beiden Fußballverbände Israels und Palästinas dazu bewegen, sich vor dem internationalen Publikum auf offener Bühne die Hände zu reichen. Dazu Susan Shahabi: "Ich kann niemandem die Hand geben, den die Israelis hergebracht haben, um ihren Faschismus und ihren Völkermord zu beschönigen." (T-online, 1.5.2026)

 

Zur aktuellen WM erklärt das DFB-Präsidium: „Wir glauben an die verbindende Kraft des Sports. ... Unser Ziel ist es, diese positive Kraft zu stärken - nicht sie zu verhindern.“ (T-online, 1.5.2026)

 

Die Frage bleibt: mit wem will sich der DFB bei dieser WM denn verbinden? Mit den Fans und den Menschen, die um demokratische Rechte kämpfen offenbar nicht. Und auch die „negative Kraft“ eines Donald Trump ist da kein kritisches Wort wert. Man darf gespannt sein, ob die WM 2026 so glatt läuft wie sich der DFB und die Fifa das so vorstellen.