Martin Niemöller aktualisiert

Martin Niemöller aktualisiert

An die morgige Demonstration in Essen: Gedanken zum 8. Mai

Renate Schmidt aus Albstadt schreibt an die Demonstration in Essen am 8. Mai: "Wir wünschen euch viel Zuspruch und Erfolg. Im Anhang eine Aktualisierung der Gedanken von Martin Niemöller. Gerne zur Veröffentlichung in Rote Fahne News und/oder Vortrag auf eurer Demonstration."

Von Renate Schmidt

Martin Niemöller – evangelischer Pfarrer, lebte von 1892 bis 1984. Von 1937 bis 1945 war er in Gefängnissen und in KZs gefangen.

 

Er schrieb nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges folgende Worte, die er auch immer variierte:

 

Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Kommunist.

 

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Gewerkschafter.

 

Als sie die Sozialdemokraten holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Sozialdemokrat.

 

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Jude.

 

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

8. Mai 2026, den Gedanken von Martin Niemöller aktualisiert

Als sie die Flüchtlinge im Meer ersaufen ließen, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Flüchtling.

 

Als sie das Asylrecht abschafften, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Asylbewerber.

 

Als sie die Migranten vertrieben, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Migrant.

 

Als sie die Gewerkschaften zerschlugen, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Gewerkschafter.

 

Als sie die Bürgergeldempfänger zu Sündenböcken machten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Bürgergeldempfänger.

 

Als sie Marxisten und Kommunisten zu „Terroristen“ erklärten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Marxist-Kommunist.

 

Als sie Frauen und queere Menschen diskriminierten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja keine Frau und nicht queer.

 

Als sie Jagd auf Arbeiter-, Umwelt-, Friedensaktivisten machten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Arbeiter-, Umwelt-, Friedensaktivist.

 

Als die Brandmauer gegen die AfD einstürzte, sagte ich:
„Lass die doch mal machen, die sind doch harmlos“.

 

Als sie mich an die Kriegsfront schickten, dachte ich: Hätte ich nur auf Martin Niemöller gehört.