Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse

Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse

1. Mai in Venezuela

In Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, kamen tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern, Rentnerinnen und Rentnern mit vier Sternmärschen zu einer Großdemonstration zusammen.

Von hs

Der „Große nationale Einheitsmarsch“ wurde von der Confederación de Trabajadores de Venezuela (CTV) und anderen Gewerkschaftsdachverbänden organisiert. Sie forderten insbesondere eine angemessene Lohnerhöhung sowie die Abschaffung des Systems der lohnunabhängigen Prämien.


Ein zentrales und sehr umstrittenes innenpolitisches Thema waren daher auch die am Vortag von der Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez angekündigte Erhöhung des monatlichen Mindesteinkommens, das aus Grundlohn und Bonuszahlungen besteht. Sie umfassen ein Mindesteinkommen von 240 Dollar sowie die Anhebung der Rente auf 70 Dollar und bleiben hinter zentralen Forderungen der Gewerkschaften zurück.


Allerdings reicht dies für die tatsächlichen Lebenshaltungskosten nicht aus und ist für die Mehrheit völlig unzureichend. Zudem fließen die zusätzlichen Bonuszahlungen gar nicht in die Sozialversicherungsbeiträge ein und tragen daher nicht zur Erhöhung von Renten und Sozialleistungen bei.

 

Für Unmut habe bei vielen Gewerkschaftsmitgliedern auch ein nahezu zeitgleich stattfindendes „Festival für den Frieden“ gesorgt, das von der Regierung und der Übergangspräsidentin Rodríguez organisiert wurde. Dies hätten viele als "Affront" und "bewusste Konkurrenzveranstaltung zu den gewerkschaftlichen Aktionen gesehen", so ein Korrespondent auf der Nachrichtenplattform Amerika 21.