VW Baunatal / Kassel

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Weitermachen, wo wir 2024 aufgehört haben

Aus Kassel erreichte die Redaktion der folgende Bericht über die IG-Metall-Vertrauensleute-Vollversammlung der Nachtschicht bei VW Kassel am 27. April:

Korrespondenz aus Kassel
Weitermachen, wo wir 2024 aufgehört haben
Blick auf das VW-Werk Baunatal aus der Luft (foto: BICYCLE 2007 (CEST)-Günther Pöpperl - selbst fotografiert - Günther Pöpperl (GFDL))

Erster Redebeitrag sinngemäß: „Der Vorstand plant, vier Werke zu schließen. Das ist ein Tritt in den A**** für die Kolleginnen und Kollegen dieser Werke. Die Behauptung ist, mit den Produkten wird kein Geld verdient. Die Wahrheit ist, dass nach VW-Maßstäben zu wenig Geld verdient wird. Viele haben gedacht, wir hätten jetzt fünf Jahre Ruhe. Hatten wir bisher nicht – etwa die Ankündigung zur Streichung der dritten Schicht bei DQ381. Jetzt kommt der Vorstand mit der Ankündigung des offenen Tarifbruchs. Ich schlage vor, wir machen da weiter, wo wir 2024 aufgehört haben. Da hilft nur Streik. Wir brauchen Versammlungen und Erklärungen dazu.“


Dass es um einen offenen Tarifbruch geht, teilten die meisten Kollegen. Der Verlass auf die Zusagen des Unternehmens aus den Tarifverträgen nimmt rapide ab.


Es gab eine lebhafte, selbstbewusste, vertiefende und offensive Diskussion. Kollegen nahmen Bezug auf die letzte Tarifrunde und ihre Auswertung.

Zitate aus Redebeiträgen von sechs Kollegen dazu:

„Streiken? Ich bin dabei!“ „(An den Betriebsrat:) Wenn ihr sagt, dass ihr noch Infos braucht – erfahren wir das dann wieder alles aus der Presse?“ „Das wird nicht nur diese Werke treffen, sondern auch uns. Wir müssen die Augen aufmachen und zusammenhalten. Wir müssen zwei Schritte voraus sein und nicht fünf Schritte hinterher!“ „Wenn VW vertragsbrüchig ist, tritt dann der alte Tarifvertrag in Kraft?“ „Nehmt uns diesmal mit ins Boot! Wir waren alle streikbereit in 2024, aber wir wurden nicht gefragt.“


Diese kämpferischen Aussagen von Kollegen standen im Widerstreit mit Aussagen der Betriebsrats-Spitze. Diese nahm vor allem Einfluss mit: „Wir wissen noch nichts Genaues – abwarten!“


Die Meinung „Da weitermachen, wo wir 2024 aufgehört haben“ war die bestimmende auf der Versammlung.

Nachtrag vom 28. April:


Auf der Frühschicht-Versammlung gab es eine per Akklamation abgestimmte Nachricht zur Rückenstärkung an unsere Vertreter im Gesamtbetriebsausschuss des Betriebsrats, der gleichzeitig tagte. Der Inhalt war in etwa: Wir akzeptieren keine Infragestellung der Tarifverträge von VW! Wir stärken euch den Rücken bei der Verteidigung unserer Tarifverträge! Wir sind kampfbereit!