1. Mai Hagen
Stand der MLPD ist Stadtgespräch
Die Politik des DGB-Vorstands Hagen stößt auf großes Unverständnis bei vielen Teilnehmern. Der Stand der MLPD war das Politikum auf dem Platz.
Im Vorfeld hatte der DGB-Vorsitzende ein Interview in der Presse gegeben, dass er Stände vom Frauenverband Courage und - ohne es auszusprechen - von der MLPD nicht dulde. Das stieß auf große Empörung. Viele kannten schon den offenen Brief der MLPD im Vorfeld. Er wurde auf der Mai-Kundgebung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegeben.
Die MLPD Hagen baute, wie in den letzten 40 Jahren, ihren Stand bei der Kundgebung des DGB auf. Viele hatten schon darauf gewartet und danach gefragt. Einige kamen sogar ausdrücklich wegen der Auseinandersetzung. Auf besonderes Unverständnis vieler Teilnehmer stieß, dass neben dem MLPD-Stand große Stände von SPD, AFA und CDU (CDA) aufgebaut waren, während gegenüber dem Stand der MLPD von Beginn an mit der Räumung gedroht und er von zahlreichen Polizisten belagert wurde.
Nicht zuletzt aufgrund der großen Zustimmung für die MLPD wurde der Stand 1,5 Stunden nicht abgebaut. Es gab zig Diskussionen in der Polizeiführung und mit der DGB-Führung zum Vorgehen angesichts der großen Isolation ihrer Position. Während die Polizei den Stand belagerte, entwickelte sich eine breite Solidarität, sammelten sich viele zur Unterstützung um den Stand. Dabei wurde erfolgreich Literatur verkauft.
Hauptredner war der CDU- Europaabgeordnete Radtke. Für viele war völlig unverständlich, dass am 1. Mai ausrechnet kapitalismuskritische Positionen unterdrückt werden sollen. Nach 1,5 Std. wurden die Tische und die Spannflagge vom Ordnungsamt abgeräumt, anschließend auch der Stand vom Frauenverband Courage. Es ist klar, dass das ganze ein entsprechendes Nachspiel haben wird. Der Vorgang ist gewissermaßen Stadtgespräch. Alle sind sehr stolz auf das Rückgrat und das gut überlegte Auftreten von MLPD und dem Frauenverband Courage.