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Gaza soll leben – Schönes Solidaritätskonzert für das Al-Awda-Projekt

Am 18. April ging im Jugendzentrum St. Peter in Duisburg-Rheinhausen das Solidaritätskonzert für die Unterstützung des Al-Awda-Projekts in Gaza über die Bühne.

Korrespondenz
Gaza soll leben – Schönes Solidaritätskonzert für das Al-Awda-Projekt
Bild vom Tanzen (rf-foto)

180 Besucherinnen und Besucher erlebten einen beeindruckenden und begeisternden Abend. Fünf ganz unterschiedliche Bands bzw. Künstlerinnen und Künstler traten auf: die Bands Used Dreams und Fresh Game, die Sänger-Songwriterin Nadu, der Rapper Tenor. March for Libertion mussten leider absagen und hatten dafür kurzfristig die Sängerin Jamira mit palästinensischen Wurzeln aus Köln mobilisiert. So unterschiedlich die Musik – alle einte die Solidarität mit den Menschen in Gaza und mit dem Kampf des palästinensischen Volkes um Freiheit und Demokratie. Und so verzichteten alle Künstler wie selbstverständlich auf eine Gage, obwohl sie teilweise damit auch ihren Lebensunterhalt bestreiten.

 

Wir haben uns gefreut, dass auch viele Menschen aus Palästina am Konzert teilnahmen und an der Vorbereitung mitwirkten. Kurzfristig konnten wir ein Interview mit einer anwesenden palästinensischen Familie führen. Es fiel ihnen nicht leicht und ihnen und uns kamen die Tränen, als sie über das Schicksal ihrer Familie berichteten. Die Kinder wünschten sich, dass sie ihre Familie aus Gaza irgendwann wiedersehen können und dass Frieden auf der Welt ist. Das Konzert stand auch im Geist des tiefen Respekts vor dem Widerstandsgeist und dem ungebrochenen Willen des palästinensischen Volkes.

 

Leider musste die Band RAM Project aufgrund von Krankheit kurzfristig absagen. Kurz entschlossen machten wir dann aber einfach palästinensische Musik aus dem Internet an und ein Teilnehmer entpuppte sich glatt als Dabke-Tanzlehrer, der uns dann diesen arabischen Tanz beibrachte. Anschließend tanzten wir auch noch den kurdischen Tanz Halay, da viele Kurden anwesend waren und wir uns einig waren, dass sich die Befreiungskämpfe der Welt verbinden müssen.

 

Initiator des Konzerts war die Gaza-Soli-AG des Jugendverbands REBELL – und gemeinsam mit einer Vielzahl engagierter junger Menschen, Mitstreitern aus der Palästinasolidarität, und befreundeten Organisationen – von young struggle über Solidarität International, NV AUF Geht's, dem Frauenverband Courage bis hin zur MLPD – wurde alles selbst organisiert und finanziert.


Große Sympathie und Unterstützung gab es nicht zuletzt von den Mitarbeitern im Jugendzentrum. "Palästina muss leben!", als neue Organisation in Solidarität International, trug ein vielfältiges Fingerfood-Buffet bei. Info- und Verkaufsstände mit Klamotten und Snacks aus Palästina und Informationen von verschiedenen Organisationen, die zum Austausch anregten, rundeten das Rahmenprogramm ab.


Das Jugendzentrum war eine sehr schöne Location; aus dem Konzertsaal konnte man z. B. direkt in den Hof, wo zwischendurch Basketball gespielt und sich ausgetobt wurde. Entscheidend war eine wochenlange, gründliche Vorbereitung der vielfältigen Aufgaben, die an so einem Projekt hängen: Hier arbeitete die Gaza-Soli-AG mit Teams, in denen Erfahrene und Unerfahrene miteinander arbeiteten und immer mehr Leute Verantwortung übernahmen, zusammen.


Vieles musste erst erkämpft werden; manchmal mussten auch Unzuverlässigkeiten oder einfaches „Über-den-Daumen-peilen“ überwunden werden. Aber all das mobilisierte – und so wurden viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die jugendlichen Mitstreiter der Gaza-Soli-AG, die Vernetzung der Palästinasolidarität, die Bands und ihr Umfeld, die gute Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum, Spendensammlungen und Plakat-Aushänge sowie Mund-zu-Mund-Propaganda in Rheinhausen gewonnen.

 

Überwältigend auch der Spendenüberschuss: 4792,22 Euro für das Al-Awda-Projekt! Damit wird der Wiederaufbau des säkularen Al-Awda-Krankenhauses und von Gesundheitsstationen im Gazastreifen unterstützt. Mit großem Beifall bedacht: der Beitrag von 1500 Euro der Stadträte von NV AUF geht’s aus Neukirchen-Vluyn dazu, die ihre Sitzungsgelder mit einem symbolischen Scheck überreichten.

 

Eine Aktivistin und ein Aktivist der Gaza-Soli-AG führten mit viel Energie durchs Programm. Überzeugend waren zwischen Musik und Tänzen auch Wortbeiträge: Ahmad Othman berichtete vom erfolgreichen Kampf gegen seine politische Kündigung durch das Land NRW (gekündigt wegen seiner Tätigkeit in der Palästinasolidarität), eine Vertreterin des REBELL erzählte über die Geschichte und die Perspektive des palästinensischen Befreiungskampfs – die sie in einem sozialistischen Palästina sieht. Nicht zuletzt wurde das Al-Awda-Projekt vorgestellt und für die Aufbau-Brigaden der revolutionären Weltorganisation ICOR wurde geworben. Der Abend endete mit dem gemeinsamen Anpacken beim Abbau – das war zwar für den nächsten Tag geplant –, aber wenn alle anpacken …

 

Beim Auswertungstreffen der Gaza-Soli-AG am letzten Sonntag waren alle stolz auf den Erfolg und sich einig – auch wenn einige Aktivisten nicht teilnehmen konnten. Denn manche waren an Schule oder Uni im Prüfungsstress – schließlich waren sie in den letzten Wochen gut beschäftigt.


Aber alle waren sich einig: Die Gaza-Solidarität geht weiter – als Nächstes mit einer Aktion zum Nakba-Tag am 15. Mai. Und weil alle einig sind: Es geht um die Solidarität mit allen Unterdrückten und allen gerechten Kämpfen weltweit – dafür steht auch das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen!