Weltweite Zunahme von Kämpfen im Frühjahr 2026

Weltweite Zunahme von Kämpfen im Frühjahr 2026

Faschismus erzeugt Widerstand

Die Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Studien zur Arbeiterbewegung (GSA e. V.) erfasst und wertet die Kämpfe der Arbeiter und Volksmassen monatlich aus – auch gegen die Unterdrückung dieser Informationen durch die bürgerlichen Massenmedien. Über 58 Millionen Menschen gingen im Januar, Februar und März 2026 weltweit auf die Straße – vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter. Das ist mehr als sechsmal so viel wie im entsprechenden Zeitraum 2025.

Von sm / har
Faschismus erzeugt Widerstand
Große Frauentagsdemonstration in München am 8. März 2026 (rf-foto)

Allein in Indien streikten am 12. Februar 300 Millionen gegen die Arbeitsmarktreformen der Modi-Regierung. Der Internationale Frauentag am 8. März brachte weltweit mindestens eine Million Frauen und Männer auf die Straße, erfassen konnten wir Aktionen in 18 Ländern. In Deutschland gab es Aktivitäten in über 80 Städten und gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Anstieg von 61.000 auf 154.000 Beteiligte. Ende März begann die Massenbewegung gegen digitale sexualisierte Gewalt.


Im Gedenken an den argentinischen Militärputsch vor 50 Jahren und die Opfer der Militärdiktatur forderten am 24. März eine Million Argentinierinnen und Argentinier Aufklärung über den Verbleib der Verschwundenen. Überall prangte der Schriftzug „Nunca Más – Nie wieder“ und verband das Erinnern mit Protesten gegen das Milei-Regime

 

Der 28. März wurde trotz des Terrors der ICE-Truppen zur größten eintägigen Protestaktion in der Geschichte der USA: 8,5 Millionen bei 3.300 landesweit erfassten Protesten versammelten sich unter der Losung „No Kings, No ICE, No Wars“. Die Anti-Trump-Bewegung vertritt ein ziemlich breites Spektrum von ganz links bis zu konservativen Christen.


Auch in London demonstrierten 500.000 Gewerkschafter, Antirassismus-Gruppen, Glaubensgemeinschaften und Aktivisten gegen die wachsende faschistische Gefahr in Großbritannien. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie „Nein zu Rassismus, nein zu Trump!“ und „Flüchtlinge willkommen!“ als Antwort auf einen großen Faschistenaufmarsch „Unite UK“ vor einigen Wochen. 

 

Auch wenn es unterschiedliche Anliegen sind, haben die verschiedenen Kämpfe als gemeinsamen Kern den Kampf gegen faschistische Politik und Krieg.

 

Neben diesen Höhepunkten sehen wir im März eine Zunahme von Arbeiterkämpfen: In Afrika zwölf Arbeiterstreiks, vor allem in den Bereichen Bergbau, Metall, Textil, Transport und Gesundheit, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. In Asien 42 Proteste in sieben Ländern: Viele asiatische Länder sind besonders von den steigenden Treibstoffpreisen durch den Irankrieg betroffen, entsprechend entwickeln sich hier Proteste, vor allem im Transportsektor. In den USA erfassten wir elf Streiks mit mindestens 38.000 Beteiligten. So streiken seit zwei Monaten 450 Stahlarbeiter bei ArcelorMittal in Shelby, Ohio, gegen Angriffe auf Gesundheitsleistungen und Lohnkürzungen. In Deutschland nahmen 68.000 Arbeiterinnen und Arbeiter an gewerkschaftlichen Streiks und Kundgebungen teil. Schwerpunkt waren die Tarifverhandlungen bei der AWO und im Öffentlichen Personennahverkehr.


In Japan entwickelt sich eine neue Friedensbewegung. In Israel steigt die Zahl der Beteiligten bei Anti-Kriegs-Protesten jede Woche an. In vielen muslimischen Staaten nehmen die Proteste gegen den Krieg deutlich zu – das gilt vor allem für Bahrain und den Irak. Die Beteiligung an Protesten gegen die imperialistische US-Aggression gegen den faschistischen Iran bleibt deutschlandweit noch in den Anfängen und führte auch nicht zu einer deutlichen Belebung der Ostermärsche, oft aber zu größerer Teilnahme Jugendlicher. Die gesellschaftliche Entwicklung hin zur „Kriegstüchtigkeit“ bringt in Deutschland die Jugend auf die Straße: Über 50.000 Schüler und Schülerinnen demonstrierten während der Unterrichtszeit am 5. März gegen Wehrpflicht. Die Gegenproteste bei Auftritten der faschistischen AfD sind deutlich. 21.000 Menschen beteiligen sich insgesamt an Protesten gegen Landesparteitage und Kundgebungen der AfD. Es sind aber wesentlich weniger als im gleichen Zeitraum 2025.


Nächster Höhepunkt wird der 1. Mai. Als traditioneller Kampftag der internationalen Arbeiterbewegung verbindet er alle fortschrittlichen Bewegungen mit der Diskussion um die gesellschaftliche Perspektive.