Antifaschismus

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Erfurt formiert sich gegen AfD-Parteitag

Am 4. und 5. Juli findet in Erfurt der Parteitag der faschistischen AfD statt. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für die Gegenproteste.

Korrespondenz
Erfurt formiert sich gegen AfD-Parteitag
Protest am 1. Februar vergangenen Jahres in Apolda / Thüringen (rf-foto)

Am Dienstag lud die örtliche "Widersetzen"-Gruppe zu einem Infoabend ein. 400 Erfurter kamen, um zu erfahren, wie man aktiv werden kann. Das waren deutlich mehr als erwartet. "Widersetzen Erfurt" plant nun wöchentliche Einsätze mit Haustürgesprächen, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und sie für die Proteste zu mobilisieren. Alle wurden aufgerufen, "Tupperpartys" in ihren Wohnungen und WGs zu organisieren, bei denen man kleine Infoabende für seinen Freundeskreis organisiert.


Ein Teilnehmer sagte: „Ich bin hier, weil ich Angst vor dem Faschismus habe. Vielleicht können wir bald hier nicht mehr so offen diskutieren, wie wir es hier gerade tun." Eine andere sagte: „Ich komme aus Zwickau und habe dort in den 1990er-Jahren erlebt, wie es gesellschaftlich normal war, dass Faschisten andere Menschen terrorisiert haben. Ich will nicht, dass das nochmal passiert. Lange Zeit war bei mir ein Gefühl der Hilflosigkeit. Das hat sich jetzt verändert." Ein Aktivist von den "Studis gegen Rechts Erfurt" berichtete, dass zu ihrer öffentlichen Gründungsversammlung auf dem Campus 500 Studenten gekommen sind.


Die antifaschistische Bewegung hat sich verändert. Die MLPD und der Jugendverband REBELL hatten in den letzten Jahren immer wieder ihre Erfahrung eingebracht, dass in der antifaschistischen Arbeit die Überzeugungsarbeit unter den breiten Massen im Zentrum stehen muss, in Verbindung mit dem aktiven Widerstand. Man muss sagen, dass diese Haltung inzwischen breiter Konsens in der Bewegung ist.

Am Dienstag, den 16. Juni, ist eine große Stadtversammlung geplant.

Der REBELL Erfurt konzentriert seine wöchentlichen AGs bis Juli auf den antifaschistischen Protest. Das Internationalistische Bündnis Erfurt hat beschlossen, für den Erfurter Stadtteil Rieth Anlaufpunkt für alle zu werden, die aktiv werden wollen, und dazu bereits Mitstreiter gewonnen, bis hin zum Ortsteilbürgermeister.


In den nächsten Wochen legen wir dabei auch einen Schwerpunkt auf die Mobilisierung zum 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen, um die sozialistische Jugendbewegung nachhaltig zu stärken.

 

Während die AfD durch ihre geschickte Demagogie immer größere Teile der Massen für sich gewinnt und so die akute faschistische Gefahr wächst, formiert sich zugleich eine bedeutende Gegenbewegung, die letztlich stärker als der Faschismus ist und ihn aufhalten wird!

 

Hier geht es zum Bericht von Rote Fahne TV über den antifaschistischen Massenprotest gegen den AfD-Parteitag in Riesa, den "Widersetzen" mitorganisiert hatte