1. Mai Saarbrücken
Mehr Beteiligte und erste revolutionäre Mai-Demo in Saarbrücken
Auch in Saarbrücken waren mit circa 4500 Beteiligten mehr Menschen auf der Mai-Demo als zuvor. Auffällig mehr Jugendliche mit einer kämpferischen Stimmung. Darunter: Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, REBELLen, Autonome, Anhänger des „Kommunistischen Aufbau“ (KA), der Linken und andere. Die „Antideutschen“ sind inzwischen zu einer Randerscheinung verkümmert.
Der Frauenverband Courage und die Umweltgewerkschaft waren präsent, "Palästina muss leben" sammelte Spenden und die Initiative Bergarbeiterrevue startete den Ticketverkauf für die Veranstaltung „Wir machen Geschichte – Szenen aus der Bergarbeiterbewegung“. Viele Flyer für das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen wurden verteilt.
Am MLPD-Stand wurde engagiert diskutiert. Eine französische Kollegin von „La France insoumise“, die Kritik an dem inkonsequenten linken Kurs dieses Bündnisses hat ,interessierte sich für das Programm der MLPD. Ein ehemaliger Ford-Kollege meinte, sie hätten viel gekämpft und einen guten Sozialplan erstritten. Ein richtiger Streik wäre illegal gewesen. Daran entspann sich die Diskussion, dass sich die Bergleute 1997 ihr Streikrecht einfach genommen hatten und wie wichtig es ist, für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht zu kämpfen. Ein Kollege vom BSW, überlegt, ob es nicht besser wäre, mit der MLPD zu arbeiten, und eine Jugendliche will sich genau über den REBELL und die MLPD informieren.
Die erste Saarbrücker "revolutionäre Mai-Demonstration", an der sich etwa 150–200 Jugendliche beteiligten, zog am Nachmittag laut, kämpferisch, internationalistisch und antifaschistisch durch die Stadt. Der „Sozialismus“ zog sich durch fast alle Reden und bekam viel Beifall.
Es muss aber eine Menge geklärt werden. Es reicht nicht, Demos mit möglichst radikalen Sprüchen zu machen. Wie erreichen wir den Sozialismus, wie muss er überhaupt aussehen, welche Schlüsse müssen wir daraus ziehen, dass über 30 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter AfD wählen usw. Ein Maurerlehrling erzählte z.B., dass er gar nicht gegen die faschistischen Sprüche auf der Arbeit ankomme.
Wie schon auf der DGB-Demo luden wir für das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen ein, auf dem alle Zukunftsfragen eine Rolle spielen und sich Jugendliche verschiedener politischer Überzeugung bei Sport, Musik, Politik und Kultur zusammen- und auseinandersetzen, Erfahrungen austauschen und neue Freundschaften schließen können. Wie man zu einer sozialistischen Jugendbewegung kommt, ist da ein zentrales Thema.