1. Mai Münster

1. Mai Münster

Von Religion bis Revolution war alles vertreten!

Die große Bandbreite entlang aller brennenden gesellschaftlichen Fragen zeigte sich in diesem Jahr besonders deutlich. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Parteien, Gruppen und Organisationen war alles vertreten, von Religion bis Revolution!

Von Korrespondenz

Die Auftaktkundgebung begann am Hafenplatz mit ca. 250 Leuten. Nach einer einstündigen Demo durch das Hafenviertel und durch die Innenstadt versammelten sich dann auf der Abschlusskundgebung des DGB in der Stubengasse ca. 500 Leute. Die Jugend war sehr stark vertreten, sowohl in den vielen freien Organisationen als auch bei den DGB-Gewerkschaften.

 

Neben den Gewerkschaften des DGB wie Ver.di, IG Bau, GEW oder IG Metall, waren auf der Demonstration und Kundgebung viele Parteien vor Ort, in einem riesigen Meer aus Fahnen, Transparenten und Flaggen: Partei die Linke (PdL), Solid, DKP, SDAJ, die Sol-Parti aus der Türkei, Aufbruch Münster, SPD, Kulturverein Odak, Palästina Antikolonial, Iransolidarität, BSW, DFG-VK, Pax Christi, „Die Partei“. Natürlich und auf jeden Fall auch die MLPD, sowie das Internationalistische Bündnis, das mit einem Transparent "Stoppt den Völkermord in Gaza" vertreten war. Die Grünen waren nur mit einem Infostand auf der Abschlusskundgebung vertreten. Dafür redete zum ersten Mal seit langem wieder der neugewählte grüne Oberbürgermeister.

 

Wir von der MLPD verteilten Hunderte von unseren 1.-Mai-Aufrufen, die besonders von interessierten Passanten genommen wurden, und kamen mit vielen ins Gespräch. Anfängliche Versuche der DGB-Führung, die Demo mit lauter Musik zu übertönen, scheiterten. Die vielen Jugendlichen waren sehr laut. Gerufen wurde unter anderem lautstark: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“, „A-, Anti-, Antikapitalista!“, „Siamo tutti antifaschisti!“ („Wir sind alle Antifaschisten!“), „Streik in der Schule! Streik in der Fabrik! Das ist unsere Antwort auf eure Politik!“, „Freiheit! Zukunft! Sozialismus!“. Mit der Parole „Nie wieder Wehrpflicht!“ zeigte die Jugend ihre deutliche Ablehnung, im imperialistischen Krieg verheizt zu werden. Auch „Free, free Palestine!“ wurde gerufen.

 

Neu war eine Aktion von Aktivisten aus Osnabrück, die mit einem großen Transparent für die Solidarität mit VW-Kollegen in Osnabrück und gegen die Kriegsproduktion präsent waren.

 

Die reformistischen Reden des DGB und die des grünen Oberbürgermeisters Tilman Fuchs stießen nicht auf sonderlichen Zuspruch. Während der Reden zogen viele Demonstranten schon ab. Dagegen erhielt auf der Abschlusskundgebung das Lied „Die Arbeiter von Wien“ viel Beifall und die Stimmung belebte sich unter den Kundgebungsteilnehmern merklich.


Weitere Themen auf den Transparenten und vielen selbstgemalten Plakaten waren die Umweltfrage, der Kampf gegen die Unterdrückung der Frau und der Antifaschismus, die verschiedenen aktuellen Kriege, besonders in Nahost und in der Ukraine. Dabei wird unter einem Teil der Teilnehmer der russische Imperialismus unterschätzt. So trug z.B. ein Demonstrant ein Schild mit der Aufschrift: „Frieden mit Russland!“ Frieden mit dem russischen Volk – ohne Zweifel, wie mit allen Völkern der Welt! Aber nicht mit den Imperialisten!


Während der Kundgebung und auch während der Demonstration herrschte eine sehr kämpferische Stimmung. Es wurde deutlich, dass ein großer Teil der Jugend nicht in der kapitalistischen Barbarei untergehen und eine andere Gesellschaftsordnung will. Nur welche das sein soll, macht eine gesellschaftliche Debatte, besonders unter der Jugend, dringlich und nötig.

 

Aus unserer Sicht ein erfolgreicher 1. Mai!