1. Mai München
Vor allem Jugendliche interessiert an einer anderen Gesellschaft
6000 Menschen demonstrierten bei schönstem Sommerwetter bei der vom DGB organisierten Demo vom Arbeitsamt zum Marienplatz, der bereits vor Ankunft voller Menschen ist. Die Demo prägten Jugendliche, vom Lautsprecherwagen der DGB-Jugend erschallten kämpferische Parolen. Viele Blöcke von Migrantinnen und Migranten, v.a. aus der Türkei, aus Kurdistan, dem Iran, Griechenland, Palästina und weiteren bestimmten das Bild neben den gewerkschaftlichen Gruppen und Delegationen aus Betrieben.
Neu dabei auch ein großer Block der gegen die Kürzungen kämpfenden Psychotherapeuten/innen mit angriffslustigen Sprüchen und Forderungen auf Schildern. Und natürlich alle linken und fortschrittlichen Parteien. Auch die MLPD trug mit ihrem Transparent die Diskussion über den Sozialismus auf den 1. Mai und war damit keineswegs alleine.
Auf der Kundgebung im Herzen der Stadt bekam der Redner der DGB-Jugend viel Beifall für seine engagierte Stellungnahme gegen die Wehrpflicht. Viele Rednerinnen und Redner auf der Bühne betonten vor allem die Verteidigung des sogenannten "Sozial"staats. Christiane Benner vom IGM-Vorstand war die Hauptrednerin. Gerne nehmen die Arbeiterinnen und Arbeiter sie beim Wort, wenn sie ruft, dass sie für Demokratie, sichere Arbeitsplätze und einen starken Sozialstaat kämpfen wolle.
Am ständig umlagerten Bücherwagen der MLPD interessierten sich vor allem Jugendliche für das Parteiprogramm. Viele sind auf der Suche nach einer gesellschaftlichen Alternative. "Wenn ich mit meinen Freunden über Sozialismus rede, renne ich offene Türen ein. Das ist nicht so, wenn ich sage: Ich bin für Kommunismus." Diese Aussage eines jüngeren Menschen macht deutlich, welche Bildungsarbeit notwendig ist, um antikommunistische Hürden einzureißen. Das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen stieß auf Interesse, auch wenn der Weg weit ist.
Bei der anschließenden revolutionären 1. Mai-Demo zogen mehr als 2000 durch die Stadt mit kämpferischen Parolen. Welche Überzeugungskraft von Pyrotechnik ausgehen soll, darüber ist sicher noch zu streiten. Bestimmend bei der Demonstration war eindeutig der Kampf um eine andere Gesellschaft. Viele Schilder forderten Sozialismus und Klassenkampf. Wie der genau geführt und welche Strategie eingeschlagen wird, darüber wird noch tiefgehender zu diskutieren sein. Viel mehr Jugendliche als noch vor einigen Jahren sind zu dieser Diskussion bereit.
Die MLPD beendete den Tag traditionell mit einer Feier. Die Mairede beeindruckte eine Gruppe von jungen Mädchen, die auf der Suche nach einer Maiveranstaltung bei der MLPD andockten, wie sie selbst sagten. "Hier wird nicht so wie bei den üblichen Politikern gesprochen, hier wird mit Fakten geredet." Auch wenn nicht alles verstanden wurde, so konnte doch bei leckeren Waffeln des REBELL und anderen Köstlichkeiten die eine oder andere Frage beantwortet werden.