1. Mai Gelsenkirchen
Hunderte gegen Faschismus und die Politik der Regierung auf der Straße
Bereits auf der Auftaktkundgebung der kämpferischen Opposition auf dem Margarete-Zingler-Platz waren über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelt. Moderiert von Peter Reichmann und Gerd Labatzki wurde ein weiter Bogen gespannt: vom antifaschistischen Kampf über die Kritik an der massenfeindlichen Politik der Bundesregierung bis hin zu den sozialistischen Wurzeln des 1. Mai.
So sprach die V.erdi-Gewerkschafterin Petra Müller über die unhaltbaren Zustände in den Kindertagesstätten. Jan Specht vom überparteilichen Kommunalwahlbündnis AUF Gelsenkirchen betonte die Bedeutung des 1. Mai in den USA, wo Millionen Menschen gegen die faschistische Politik des US-Präsidenten Donald Trump auf die Straße gehen.
Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin dder revolutionären Weltorganisation ICOR, berichtete, dass nach ihren Beobachtungen Menschen aus zehn Nationen auf dem Gelsenkirchener Kundgebungsplatz waren. Sie betonte, dass der 1. Mai der internationale Kampftag der Arbeiterklasse ist und nicht ein "Tag der Arbeit". Stefan Engel, langjähriger Parteivorsitzender der MLPD und Leiter des theoretischen Organs Revolutionärer Weg, ging auf die sozialistischen Wurzeln des 1. Mai ein und betonte seinen kämpferischen Charakter. Lea Meininghaus von Die Linke Gelsenkirchen berichtete von den Kämpfen gegen die Politik der Bundesregierung. Weitere Sprecherinnen und Sprecher, z.B Celina Jacobs vom Jugendverband REBELL und Owen Franke, dessen Einbürgerung in die BRD aus antikommunistischen Gründen abgelehnt wird, schlossen sich an.
Nach dem Ende der Kundgebung begann auf dem gleichen Platz der ökumenische Gottesdienst, bevor sich die 1.-Mai-Demonstration des DGB in Richtung Stadtgarten über die Straßen Gelsenkirchens in Bewegung setzte. Kämpferische Parolen wie: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr Arbeitsplätze klaut!" "Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here!" "Hoch die internationale Solidarität!" wechselten sich mit Liedern ab.
Einhellig wurde der widerliche Faschistenaufmarsch, der heute in Essen stattfinden soll, verurteilt. Viele Antifaschisten auch aus Gelsenkirchen und der ganzen Region hatten sich zu den dort geplanten Gegendemonstrationen auf den Weg gemacht. Unter den Klängen der Internationale, die aus dem Block des Internationalistischen Bündnisses erklang, kam der Demonstrationszug im Stadtgarten an.
Hier begann das Maifest das DGB. Die MLPD ist fester Bestandteil des Festes. Die Stände sind eifrig umlagert und es wird viel diskutiert – auch über den Sozialismus als Alternative zu dem verkommenen kapitalistischen System. Ab 15 Uhr fand die Maifeier der MLPD und des Jugendverbands REBELL auf dem Margarete-Zingler-Platz statt.