1. Mai Hannover
Kämpferisch und international – Arbeiter und rebellische Jugend treten auf den Plan
Der lange Demozug umfasste an die 4000 Menschen, mit verschiedenen Parteien, Organisationen und vielen Jugendgruppen. Unserem Block aus MLPD, REBELL, ATIF und YDG mit offenem Mikro und Musik schlossen sich weitere Gruppen an, bzw. suchten die Nähe, wie Jugendliche vom "Kommunistischen Aufbau". Enthusiastische Rufparolen schallten durch die Straßen "Jugend - Zukunft - Sozialismus", "Hoch die internationale Solidarität", "Viva Palästina", und viele mehr.
VW-Arbeiter liefen mit einem Transparent "Arbeiter gegen Faschismus und Krieg! Keine VolksWaffen" - in Anspielung auf die Umstellung auch von VW auf Kriegswirtschaft. Auch Vertrauensleute von ZF demonstrierten gegen den Krieg.
Unser großer Literatur-Musik-Bollerwagen geschmückt mit Karl Marx "Kapitalismuskritik, das Original" fiel auf und war Anziehungspunkt. Für die Arbeiterkultur mit Liedern von "Bella Ciao" bis zum "Einheitsfrontlied" gab es viel Zustimmung, Daumen hoch oder es wurde mitgesungen. Der Sozialismus war fester Bestandteil der Demo.
Auf dem Kundgebungsplatz, wo traditionell alle Parteien und Organisationen auf antifaschistischer Grundlage mit Ständen vertreten sind, wollte der DGB den Stand der MLPD verbieten. Auf einen Brief der MLPD zur Klärung im Vorfeld hatte der DGB nicht reagiert und ein
Gespräch verweigert.
Wir bauten selbstverständlich unseren Bollerwagen zu einem mobilen Stand auf, diskutierten mit den Teilnehmern und machten Musik. Rote Fahne-Magazine, unsere Mai-Aufrufe, einige Broschüren gegen das faschistische "Zentrum" und einzelne Bücher wie Lenin "Imperialismus, höchstes Stadium des Kapitalismus" oder "Die Krise der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften, der Kultur und Religion" wurden gern genommen bzw. gekauft.
Nur den Verantwortlichen des DGB gefiel das nicht. Mit Security und schließlich einer Einsatzbereitschaft der Polizei versuchten sie, uns vom Platz zu werfen. Wir machten das an unserem offenen Mikrofon bekannt und argumentierten offensiv dagegen: Heute steht der enge Zusammenschluss als Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg auf der Tagesordnung und Ausgrenzung und Spaltung nützt nur unseren Gegnern.
Die DGB-Verantwortliche hat bürokratisch auf ihr Hausrecht bestanden. Viele Umstehende diskutierten aktiv mit: "Der 1. Mai gehört uns allen", "Wir sind die Gewerkschaft", "Der DGB hat kein Recht dazu, die MLPD auszuschließen". Ganze Gruppen stellten sich zum Schutz unseres Stands dazu und kritisierten das Vorgehen.
Ergebnis: Der DGB ruderte zurück und ließ uns gewähren, wenn die MLPD-Fahne nicht am Stand bleibt. Den Kompromiss nahmen wir erstmal an, die Fahne lief jedoch weiter über den Platz und am Stand ging die Diskussion weiter.