1. Mai Hagen

1. Mai Hagen

Wie unser verbotener Courage-Stand ein Renner wurde

Trotz Verbot durch die örtliche DGB‑Führung fand unser Info-Stand des Frauenverbands Courage mit Kaffee und Kuchen am 1. Mai weitgehend erfolgreich statt. Zeitgleich mit dem Beginn der DGB-Kundgebung bauten wir unseren Stand ruckzuck auf. Schon kamen die ersten Interessenten. So gut wie alle schüttelten den Kopf über das Verbot, interessierten sich für die Hintergründe und für unseren Frauenverband.

Courage Hagen
Wie unser verbotener Courage-Stand ein Renner wurde
Der Infostand von Courage zum 1. Mai mit dem verbotenen Kuchen und den verbotenen Tischen (rf-foto)

Schließlich erschien ein Trupp vom Ordnungsamt und erklärte, wir müssten abräumen, weil wir keine Genehmigung hätten. Wir verlangten, mit dem Kundgebungsleiter zu sprechen. Dieser, für das Verbot Verantwortliche, hatte nicht einmal den Mumm, persönlich mit uns Frauen zu sprechen.

 

Also erklärten wir dem Mann vom Ordnungsamt, dass Frauen- und Arbeiterbewegung zusammengehören, dass wir von jeher mit unserem Stand auf der Mai-Kundgebung teilnehmen, dass es viel Interesse an unserem Stand gibt. Unübersehbar erschienen Fragezeichen in seinem Gesicht. Schließlich lief seine formaljuristische Argumentation angesichts unserer Argumente ins Leere. Der Trupp verzog sich zur Beratung.

 

Schließlich tauchten die Männer entschlossen wieder auf mit der Ansage, wir müssten in 10 Minuten abräumen. Sonst würden sie abräumen. Ein Highlight ihrer Argumentation war, dass wir das Infomaterial gerne auf dem Kundgebungsplatz vertreiben dürften, aber nicht den Kuchen und schon gar nicht mit Tischen. Die Werbung mit „gefährlichem Kuchen“ brachte uns viel Interesse, als wir dieses undemokratische und unverschämte Vorgehen auch offensiv in Gesprächen thematisierten und bekannt machten.

 

Vorläufiges Ende der Geschichte: All unser Kaffee und Kuchen fand Abnehmer. Der Trupp vom Ordnungsamt nahm aber unsere Tische mit. Nächste Woche können wir sie wieder abholen. Tatsächlich ist die Geschichte aber erst dann zu Ende, wenn solche antikommunistische Ausgrenzung auf einer Gewerkschaftskundgebung der Vergangenheit angehört, wofür wir uns weiter einsetzen werden.