1. Mai Erfurt

1. Mai Erfurt

So viel Literaturverkauf wie noch nie

Deutlich mehr Jugendliche als sonst prägten den ersten Mai in Erfurt. Die Demonstration war deutlich größer als im letzten Jahr. Beschäftigte aus den Betrieben tragen als Delegationen auf. So die Verdi-Kollegen von Zalando oder IG-Metaller von CATL. Letztere hatten ein Transparent mit der Aufschrift: "Gegen Ausbeutungsoffensive – für freie gewerkschaftliche und politische Aktivitäten im Betrieb".

Korrespondenz

Vorausgegangen ist dem ein wahrer Abmahnungsterror gegen kämpferische Kollegen im Betrieb. Eine Betriebsrätin von CATL sprach auch bei der Auftaktkundgebung kämpferischer Kräfte am frühen Morgen vor der DGB-Kundgebung. Mutig stellt sie heraus, dass es beim Kampf um demokratische Rechte und Freiheiten nicht nur um einzelne Betroffene, sondern um die ganze Arbeiterklasse und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung im und außerhalb des Betriebs geht.


MLPD und REBELL waren den ganzen Tag aktiv und traten gut und selbstbewusst auf. Am Stand wurden für 300 Euro Literatur, Parteiprogramme, Rote-Fahne-Magazine usw. verkauft – so viel wie noch nie an einem 1. Mai. Darunter Bücher wie "Sozialismus am Ende" oder "Gewerkschaften und Klassenkampf".


Von der ersten bis zur letzten Minute waren die Genossinnen und Genossen im Gespräch – vor allem mit Jugendlichen. Während im letzten Jahr noch viele Jugendliche als Neumitglieder der Linkspartei über den Unterschied zwischen Linkspartei und MLPD diskutierten, spielte das in diesem Jahr kaum eine Rolle.


Dass der Kapitalismus revolutionär überwunden werden und eine sozialistische Gesellschaft erkämpft werden muss, war für viele selbstverständlich. Es ging viel um das „Wie“. Die MLPD konnte hier mit ihren Alleinstellungsmerkmalen punkten: Verankerung unter der Arbeiterklasse mit Betriebsgruppen in den wichtigsten Industriebetrieben, jahrzehntelange Erfahrung im Klassenkampf, Parteiaufbau und auf internationaler Ebene, eine ausgereifte ideologisch-politische Linie usw.


Jugendliche im Umfeld des "Roten Erfurt" meinten z.B., die MLPD wäre zu parlamentarisch, weil sie so viel an Wahlen teilnimmt. Dabei sagte schon Lenin, dass man taktisch den Spielraum des bürgerlichen Parlamentarismus ausnutzen muss, ohne sich seinen Spielregeln unterzuordnen. Karl Liebknecht, Ernst Thälmann, Max Reimann – sie alle praktizierten einen proletarischen Parlamentarismus.


Der REBELL, unterstützt durch neue Jugendliche, brachte sein Motto für die nächsten drei Monate ein: "Dem Faschismus an die Wurzel – unsere Perspektive: echter Sozialismus!" Einige Jugendliche trugen sich in die Mitmachkarten des REBELL ein, einige haben Interesse an der Teilnahme am 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen.

 

Am Nachmittag kamen zur Maifeier der MLPD im Wohngebiet cirka 20 Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen zusammen, um den Tag mit Kulturprogramm und Gegrilltem gemeinsam ausklingen zu lassen.