1. Mai Bochum

1. Mai Bochum

Erstmalig Redebeiträge von der Basis bei DGB-Kundgebung

Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen gingen in Bochum zum 1. Mai über 400 Menschen auf die Straße. OFFENSIV – die Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit - rief zu einer Auftaktkundgebung mit offenem Mikrofon am Bergbaumuseum in Bochum auf, wo sich die Demonstranten sammelten.

Von Ulrich Achenbach
Erstmalig Redebeiträge von der Basis bei DGB-Kundgebung
(rf-foto)

Angeprangert wurde unter anderem die Arbeitsplatzvernichtung durch die Automobilkonzerne und in anderen Branchen. Protestiert wurde gegen die Gesundheitsreform, sowie gegen die Militarisierung Deutschlands und die drohende Weltkriegsgefahr.

 

Ebenso wurde berichtet von den erfolgreichen Betriebsratswahlen bei Opel-Warehousing: „Ca. 35 Prozent der Belegschaft standen hinter OFFENSIV und die Liste konnte 5 Mandate im Betriebsrat erringen.“ Neben weiteren Redebeiträgen, auch aus anderen Betrieben, meldete sich eine Auszubildende zu Wort: „Ich bin im dritten Lehrjahr und erlebe, wie die Qualität der Ausbildung immer schlechter wird. Unsere Lehrwerkstatt sollte geschlossen werden. Das haben wir bisher durch Proteste verhindern können.“ Danach begann der bunte Demonstrationszug durch die Bochumer Innenstadt zum Rathaus.

 

Viele Organisationen waren dort mit ihren Ständen präsent, wie der Frauenverband Courage, die Aleviten, die VVN, der DGB, Ver.di, die IG Metall sowie IGBCE und einige Parteien. Die MLPD, der Jugendverband REBELL und die Rotfüchse beteiligten sich ebenfalls an der Demonstration und einem Stand am Rathaus. Bei Kaffee und Kuchen entwickelten sich zum Verkauf des Rote-Fahne-Magazins und einiger Bücher interessante Gespräche. Viele Jugendliche lehnten die zunehmende Faschisierung ab und waren offen für einen Systemwechsel zum Sozialismus.

 

Unter dem DGB-Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ gab es erstmalig auf der Kundgebung Redebeiträge von der Basis der Gewerkschaften wie der GEW, von Frauenorganisationen, von Schülerinnen und Schülern im Protest gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und von Thyssenkrupp-Steel-Kollegen. Als „prominenter“ Redner trat nur der Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Jörg Lukat, auf. Die Arbeitsplatzvernichtung in Großbetrieben, der Abbau von sozialen Errungenschaften wie bei der sogenannten „Reform“ des Gesundheitswesens, der Angriff auf die Renten sowie die geplante Verlängerung der Arbeitszeit standen im Brennpunkt der Redebeiträge. Auch wurden in den Redebeiträgen die akuten Kriege wie im Nahen und Mittleren Osten und in der Ukraine sowie anderswo und die drohende Weltkriegsgefahr verurteilt.

 

Besonders zu erwähnen sind der Protest und Widerstand gegen die AfD und andere faschistische Parteien wie die Heimat. Es wurde lautstark ein Verbot gefordert. Vertreter der Widerstandsbewegung „Für ein Verbot der AfD“ sammelten erfolgreich Unterschriften für dieses Anliegen. Vertreterinnen von Frauenorganisationen berichteten von den erfolgreichen Aktionen am Weltfrauentag am 8. März und riefen zu einem internationalen Zusammenschluss im Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen auf.