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Wir brauchen keine „Kindermassenhaltung“!

Am Donnerstag, 23.4.26 protestierten ca. 500 Beschäftigte aus den Kitas in NRW vor dem Landtag in Düsseldorf gegen die „Reform“ des Kinderbildungsgesetzes der Landesregierung NRW.

Korrespondenz
Wir brauchen keine „Kindermassenhaltung“!
(RF-Foto)

Unter dem Motto „KiBiz bleibt Mumpitz“ hatte die Gewerkschaft ver.di zu der Kundgebung aufgerufen, während im Landtagsgebäude eine Sachverständigen-Anhörung zu dem Gesetzentwurf im Familienausschuss des Parlaments stattfand.

 

Diese „Reform“ wird die Betreuung, Förderung und Bildung der Kinder in den Kitas verschlechtern. Auch wenn das Familienministerium seinen Entwurf „nachgebessert“ hat: Demnach soll die Kernzeit der Betreuung mit pädagogischem Fachpersonal nicht bloß 25, sondern jetzt mindestens 35 Wochenstunden umfassen. In den Randzeiten sollen dann pädagogisch qualifizierte Ergänzungskräfte eingesetzt werden können - etwa staatlich geprüfte KinderpflegerInnen. Ver.di kritisiert berechtigt, pädagogische Bildung lässt sich nicht in Rand- und Kernzeiten einteilen!

 

Ein weiterer Hammer ist die angedachte Erhöhung der Kinderzahlen. Bereits jetzt sind die Gruppen zu groß – 20 Kinder von 2 bis 6 Jahren mit zwei pädagogischen Fachkräften und 25 Kinder von 3 bis 6 Jahren mit einer pädagogischen Fachkraft und einer Ergänzungskraft. Diese Gruppenformen können um 2 und für bis zu 6 Wochen mit 4 Kindern überbelegt werden.

 

Mit vielen Plakaten hatten sich die Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas vorbereitet: „Mehr Personal – kleinere Gruppen“ oder „Gegen Massenkinderhaltung“. Vor dem Hintergrund der Diskussion, dass Kitas aus Gründen des Personalmangels immer wieder Teilschließungen bzw. ganze Schließungstage haben, sieht die Landesregierung die Lösungen darin, die bereits jetzt schon schwierigen Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern!

 

Statt mehr Personal zur Förderung und Bildung der Kinder in kleineren Gruppen umgesetzt wird, kommt die Lösung der Schaffung von ABC Klassen, um die Kinder außerhalb der Kita in der Schule sprachlich zu fördern. Das pädagogische Personal ist ausgebildet für die frühkindliche Bildung und für die Sprachförderung. So werden Kinder stigmatisiert, aus dem sozialen Lernfeld Kita geholt und sollen stundenweise in der Schule gefördert werden. Mit welchem Lehrpersonal soll das denn laufen, bei dem Lehrermangel in NRW?

 

Statt einer Entlastung der Ausbilder in den Kitas durch weitere Stundenkontingente, geht diese Anleitung und Begleitung auf Kosten der Kinder, der Ausbilder und der Auszubildenden.

 

Das wird nicht der letzte Protest gewesen sein, wenn es nicht endlich mehr Geld für die Lösung der drängendsten Probleme und für die Förderung und Bildung der Kinder zur Verfügung gestellt wird. Das ist eine echte Zukunftsinvestition!