Tarifrunde Einzelhandel NRW

Tarifrunde Einzelhandel NRW

ver.di: Arbeitgeber legen kein Angebot vor

Die erste Verhandlungsrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) und dem Handelsverband (HDE NRW) ist am Freitag, 24. April 2026, in Düsseldorf ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen

Dazu erklärt Henrike Eickholt, Verhandlungsführerin von ver.di NRW: „Die Arbeitgeber sind ohne Angebot in diese Runde gegangen und haben daran festgehalten. Das ist ein klares Signal an die Beschäftigten. Damit bleiben die Erwartungen der Kolleg*innen zunächst unbeantwortet.“ 

 

Vor diesem Hintergrund verweist ver.di auf die anhaltende Belastung durch steigende Lebenshaltungskosten. Die Inflation lag im März 2026 in Nordrhein-Westfalen bei 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Energie verteuerte sich um 8,3 Prozent, Kraftstoffe um 20,6 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf den Alltag der Beschäftigten aus. Hinzu kommen steigende Parkgebühren in Innenstädten. Gleichzeitig liegen viele Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs, sodass dieser häufig keine Alternative darstellt.

 

„Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit, oftmals Frauen, viele von ihnen sind alleinerziehend. Steigende Kosten, etwa für Mobilität, führen dazu, dass an anderer Stelle eingespart werden muss. Das betrifft auch den Einkauf von Lebensmitteln und damit die Qualität der Ernährung im Alltag. Es braucht jetzt ein Angebot, das diese Realität berücksichtigt“, so Eickholt.

 

ver.di fordert eine tabellenwirksame Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens jedoch um 225 Euro. Darüber hinaus setzt sich die Gewerkschaft für einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro ein sowie für eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.

 

Die Verhandlungen werden am 13. Mai in zweiter Runde fortgesetzt.