Neue Jugendstudie

Neue Jugendstudie

Perspektiven der Jugend: „Unter der Oberfläche braut sich was zusammen“

„Stille Rebellion“ – so charakterisiert Jugendforscher Simon Schnetzer in der aktuellsten Studie vom 25. März 2026 die Einstellung der 14- bis 29-Jährigen in der BRD.¹ Seine Co-Autorin Nina Kolleck fasste es so zusammen: „Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen, was langfristig Wirtschaft, Regionen und soziale Sicherungssysteme gefährden kann … Deutschlands Jugend verliert die Geduld.“

Von gos / cj
Perspektiven der Jugend:  „Unter der Oberfläche braut sich was zusammen“
(rf-foto)

Stille Rebellion?

Nur von stiller Rebellion zu sprechen, wird allerdings der Jugend nicht gerecht: Viele sind heute immer wieder aktiv in der spontanen Jugendbewegung. 50.000 am 5. März beim Aktionstag gegen Wehrpflicht, Hunderttausende junge Frauen beim Internationalen Frauentag 2026, bei den Demonstrationen für erneuerbare Energien gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche oder im letzten Jahr bei den antifaschistischen Massenprotesten. Noch ist die Rebellion spontan. Eine wachsende Politisierung hat sich entwickelt, gerade auch unter jüngeren Jugendlichen.


Die größten Zukunftsfragen sind laut Jugendstudie: Krieg in Europa und Nahost – was 62 Prozent nannten; Inflation (53 Prozent); teurer bzw. knapper Wohnraum (50 Prozent); Spaltung der Gesellschaft (48 Prozent); Donald Trump (45 Prozent); Klimawandel (45 Prozent); Zusammenbruch des Rentensystems (45 Prozent); Altersarmut (44 Prozent); Wirtschaftskrise (44 Prozent); Erstarken von "rechtsextremen" Parteien (43 Prozent); Belastung der Jugend durch Staatsverschuldung (42 Prozent).


Finanziell geraten viele junge Menschen unter Druck: 23 Prozent geben an, Schulden zu haben – ein Höchstwert. Steigende Mieten und knapper Wohnraum verschärfen die Situation zusätzlich. Schon Anfang 2025 waren mehr als 137.100 Kinder und Jugendliche ohne Wohnung.

Wachsender Linkstrend unter der Jugend

Der Ablöseprozess von den bürgerlichen Parteien ist bei den Jugendlichen besonders ausgeprägt. Nur die AfD hat leicht an Zustimmung gewonnen; die Linkspartei dagegen sehr deutlich (in Klammern jeweils die Angaben aus dem Vorjahr 2025):

 

Die Linke 25 Prozent (13 Prozent), AfD 20 Prozent (18 Prozent); CDU/CSU 14 Prozent (16 Prozent); Bündnis 90 / Die Grünen 13 Prozent (18 Prozent); SPD 10 Prozent (12 Prozent); BSW 5 Prozent (6 Prozent); FDP 5 Prozent (6 Prozent); Volt 2 Prozent (4 Prozent); Andere 6 Prozent (7 Prozent). 

 

Kilian Hampel, Co-Autor der Trendstudie: „Wichtig ist: Man darf nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass besonders viele junge Menschen AfD wählen. Denn der Anteil ist bei den Älteren noch einmal höher.“ Immerhin 43 Prozent der Jugendlichen geben an, sich große Sorgen über das Anwachsen der faschistischen AfD zu machen.

 

Es gibt einen wachsenden Trend, dem kapitalistischen System immer weniger die Lösung der Zukunftsfragen zuzutrauen, und eine wachsende Offenheit und Sympathie der Jugend für den Sozialismus.

Ein ungelöstes und wachsendes Problem: Individualisierung und psychische Probleme

Trotz großer Bereitschaft und großen Interesses an sozialem und gesellschaftlichem Engagement sind psychische Probleme und soziale Vereinsamung angewachsen. Laut Jugendstudie geben „29 Prozent der Befragten … an, psychologische Unterstützung zu benötigen – ein neuer Höchststand. Bei jungen Frauen (34 Prozent), Studierenden (32 Prozent) und Erwerbslosen (42 Prozent) liegen die Werte noch höher.“¹

 

Neben der gesellschaftlichen Krise ist eine der vielschichtigen Ursachen das Gefühl wachsender Einsamkeit trotz vorhandener sozialer Kontakte: „Junge Menschen in Deutschland fühlen sich so einsam wie nie. Wir konnten zeigen, dass sie heute wesentlich einsamer sind als Gleichaltrige vor zwanzig Jahren“, sagt Rüdiger Maas, der Leiter einer weiteren Trendstudie. Besonders ausgeprägt ist dieses Empfinden bei Auszubildenden. Gerade die Phase des Einstiegs in die Arbeitswelt ist sensibel: Viele junge Menschen fühlen sich nicht ausreichend auf das Berufsleben vorbereitet – 68 Prozent! 18 Prozent wollen ihre Ausbildung abbrechen.


Die Förderung der solidarischen und freundschaftlichen Verbindung von Jung und Alt und des Zusammenhalts der Arbeiterklasse mit der Jugend ist eines der größten Bedürfnisse von Jugendlichen und muss allseitig gefördert werden. Dazu braucht es vielfältige Organisationsformen, wie Sportvereine, Gewerkschaften als Kampforganisationen und eine sozialistische Jugendbewegung. Dabei vor allem eine proletarische Eigenschaften prägende Lebensschule, wie sie vom Jugendverband REBELL im engen Schulterschluss mit der revolutionären Arbeiterpartei MLPD praktiziert wird.

Für eine sozialistische Jugendbewegung

Bürgerlichen Medienkommentatoren rutscht angesichts der Suche der Jugend nach einem Ausweg jenseits des Kapitalismus jedoch das Herz in die Hose. Als einer von vielen schrieb die Berliner Zeitung: „Pulverfass Boomer-Republik Deutschland: Warum die Jugend mit diesem Land bricht … Die Jugend radikalisiert sich. Droht die gewaltsame Eskalation?“²


Es nimmt zu, dass sich Jugendliche bis hin zu einzelnen Jugendgruppen an die MLPD wenden, um Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus zu lernen. Gemeinsam voneinander zu lernen, Sport, Feiern, Konzerte und Kultur – das muss auch mit dem 22. internationalen Pfingstjugendtreffen 2026 zu einer wachsenden Massenbewegung werden. (Mehr dazu hier.) Auflösung der Verwirrung über die systemimmanenten Ursachen der tiefen Krisen des imperialistischen Weltsystems und Stärkung der wissenschaftlichen Klarheit über den nächsten Schritt der Menschheit vorwärts zum Sozialismus sind Voraussetzungen, um den Kapitalismus revolutionär überwinden zu können. 

 

Der Jugendverband der MLPD, der REBELL, ist Aktivposten, die Jugend für diesen Weg gewinnen, den Kapitalismus als Wurzel aller Übel auszureißen und für den echten Sozialismus zu kämpfen – das lohnt sich!