ICOR-Erklärung zum 1. Mai

ICOR-Erklärung zum 1. Mai

Auf die Straßen gegen die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur – für die Zukunft der Arbeiterklasse im Sozialismus

Am 1. Mai 1886 griffen bewaffnete Schläger im Auftrag der Industriebesitzer die streikenden Arbeiter, die sich auf dem Haymarket in Chicago, USA, versammelt hatten, brutal an. Die Arbeiter forderten einen achtstündigen Arbeitstag und setzten dies trotz dieser brutalen Unterdrückung schließlich durch.

Auf die Straßen gegen die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur – für die Zukunft der Arbeiterklasse im Sozialismus
Weltweit soll die Rote Flagge wehen - am 1. Mai hält die Arbeiterklasse Heerschau, wie Friedrich Engels einst sagte! (Bild: Dinesh Dixit; Lizenz: Pexels)

Im Jahr 1889 rief die II. Internationale die Arbeiter dazu auf, den 1. Mai jedes Jahr als Tag der weltweiten Solidarität der Arbeiterklasse zu begehen. Friedrich Engels erklärte, dass die Arbeiterklasse an diesem Tag auch geloben müsse, „die politische Macht zu erringen, um das Kapital zu enteignen und die Produktionsmittel in öffentliches Eigentum umzuwandeln.“ Dies ist heute ein brennendes Thema. Nur unter der Führung der internationalen Arbeiterklasse kann eine breite Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg den Imperialisten Einhalt gebieten und dem Kampf die Perspektive des Sozialismus und Kommunismus geben.


Die gesamte Last der wachsenden, unlösbaren Krise, die dem imperialistischen Weltsystem innewohnt, wird auf die Arbeiterklasse und andere Teile der arbeitenden Massen abgewälzt. Angriffe in Form von Entlassungen und Personalabbau, Schließungen von Betrieben und Fabriken sowie Lohnkürzungen und Einschränkungen der Arbeitssicherheit sind zum gemeinsamen Merkmal aller imperialistisch-kapitalistischen Länder geworden. Anstelle von unbefristeten Arbeitsverhältnissen werden heute Outsourcing von Arbeitsplätzen, Leiharbeit, befristete Beschäftigungsverhältnisse zu Hungerlöhnen ohne Arbeitsplatzsicherheit, sich verschlechternde Arbeitsbedingungen, die Verlängerung der Arbeitszeit auf über 12 und sogar 14 Stunden pro Tag sowie die Einführung von pro Auftrag bezahlten Gig-Workern bei großen Internetplattformen gefördert. Zudem werden die hart erkämpften politischen, ökonomischen und sozialen Rechte planmäßig beschnitten. Die Einführung neuer Technologien vernichtet im Kapitalismus Arbeitsplätze in rasantem Tempo.


Der Wettbewerb unter den imperialistischen Ländern um die Kontrolle der Märkte hat sich verschärft, was nicht nur zu einem intensiven Handelskrieg unter ihnen führt, sondern auch zu militärischen Übergriffen auf Märkte und imperialistischen Aggressionskriegen zur Sicherung der Vorherrschaft über ganze Regionen, Ressourcen wie Öl, Erdgas, Mineralien und Edelmetalle in verschiedenen Ländern. „Make America great again!“ bedeutet offen imperialistischen, kolonialistischen Weltherrschaftsanspruch des US-Imperialismus. Rücksichtslos opfern sie die menschliche Lebensgrundlage ihrer Profitgier und treiben die globale Umweltkatastrophe voran. Es verschärft sich die Gefahr eines atomar geführten Dritten Weltkriegs. In aktuellen Kriegen weltweit ist der US-Imperialismus der Hauptaggressor, Betreiber von Genozid und Ökozid. Wir wenden uns gleichzeitig gegen alle Imperialisten.


An diesem kritischen Wendepunkt gewinnt der 1. Mai noch größere Bedeutung. Historisch gesehen ist die Arbeiterklasse dazu bestimmt, die führende Rolle in der Revolution zu spielen, um die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein für alle Mal abzuschaffen. Dafür muss heute die weltweite Einheit der Arbeiterklasse, der proletarische Internationalismus standhaft hochgehalten und gefestigt werden. Dagegen stemmen sich der moderne Revisionismus und Reformismus, der Postmodernismus, der Chauvinismus und der Antikommunismus.


Die Krise, die die imperialistisch-kapitalistische Welt erfasst hat, ist nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern allumfassend und erstreckt sich auch auf den politischen, sozialen und ideologischen, ethischen und kulturellen Bereich. Karl Marx sagte bereits, dass die Arbeiter sich selbst verändern müssen, um die Welt zu verändern.


Als Mittel im zugespitzten Konkurrenzkampf und um ihre Macht aufrecht zu erhalten, greifen die imperialistisch-kapitalistischen Herrscher auf den Faschismus zurück. Tatsächlich ist die Tendenz zum Faschismus mittlerweile zu einem allgemeinen Merkmal in allen imperialistisch-kapitalistischen Ländern geworden.


Zum 1. Mai stellte Lenin fest: „Die Arbeiter aller Länder kämpfen … für die Errichtung einer Gesellschaft, in welcher die durch gemeinsame Arbeit erzeugten Reichtümer allen Werktätigen zugute kämen und nicht einem Häuflein Reicher. Sie wollen, … daß die Früchte der Arbeit denen zufallen, die arbeiten, daß alle Errungenschaften des menschlichen Geistes, alle Verbesserungen in der Arbeit das Leben dessen verbessern, der arbeitet, und nicht als Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeitenden dienen …“ (Lenin, „Der 1. Mai“, Werke Band 7, S. 192-195)


Heute sind die Arbeiterklasse und die unterdrückten Massen weltweit oft in heftige Kämpfe verwickelt, darunter groß angelegte Generalstreiks wie der in Indien im Februar 2026. Der politische Streik der Hafenarbeiter in mindestens sechs Ländern in Solidarität mit Palästina – gegen Waffenlieferungen an das zionistische Israel, welches den Genozid am palästinensischen Volk verübt, in Solidarität mit Palästina und zur Verteidigung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Rechte – weist auf die Perspektive international koordinierter Kämpfe hin. Die 3300 Demonstrationen mit über acht Millionen Menschen in den USA am 28. März 2026, viele unter dem Motto „No kings – no fascism“ signalisieren: Faschisten sind nicht allmächtig! Immer breitere Massen wollen nicht in der faschistischen Barbarei enden.


Die sich überschlagenden politischen Entwicklungen, US-imperialistische Kriegstreiberei und militärische Aggression, welche zu einer beispiellos brutalen Entführungsaktion gegen den Präsidenten von Venezuela Nicolás Maduro, zur Verschärfung der Blockade Kubas und zum imperialistisch-zionistischen Angriffskrieg gegen den Iran und Libanon geführt haben, Angriffe gegen die Frauenbewegung, Raubzüge gegen die Natur, Abschaffung sozialer, ökonomischer und demokratischer Errungenschaften und viele weitere damit zusammenhängende Entwicklungen erfordern den starken Einsatz der Arbeiterklasse im Bündnis mit den unterdrückten Massen der Welt.


Diese Kämpfe brauchen eine starken marxistisch-leninistischen Führung. In diesem Sinne ruft die ICOR am 1. Mai auf:


Organisiert euch! Stärkt den klassenkämpferischen Flügel innerhalb der Gewerkschaften und die länderübergreifende internationale Koordinierung der Arbeiterbewegung!


Baut die proletarische Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg als Kern der internationalen antiimperialistischen Einheitsfront auf!


Stärkt die marxistisch-leninistischen Parteien, die ICOR und ihre Mitgliedsorganisationen!